XI.

Und wenn ich nun nicht gegangen wäre? Wenn ich nun diesen schweren Gang freiwillig nicht gegangen wäre?

Ein anderer für mich! (Bitte, zu erinnern!)

Nun. Also. Endlich! Heraus damit!

Ich bin nicht gegangen. Ich blieb zu Hause. Ein anderer ging für mich.

Ein anderer ging. Wir hatten es uns bequem gemacht.

Da kam das liebe Peterlein, der deutsche Peter kam, das unschuldige Kindlein, mit einem roten Rock von Blut. Wie dem Kaiser sein Rock, so rot von Blut.

„Ich habe einen erledigt, Mensch.“ (Ja, Mensch! O, Menschlein, höre wohl zu!) „Wir haben einen abgesägt.“

Da saßen wir alle und hatten es nicht getan. Da saßen wir alle mit feinen Händen und hatten nicht einmal Wasser für den Peter, für seine kleinen schmutzigen Kinder-, für seine unschuldigen Mörderhände. Er mußte sich selber darauf pissen.

Das hat mir die Mariandjei verboten. Hier haben wir immer Wasser. Oh, so viel Wasser.

Da hat der Peter mir alles erzählt. Da lag er neben mir und hat mir alles erzählt, wie ich es selbst erlebt habe. Oft genug. „Ich habe getötet.“ Mehr hat er nicht erzählt. Ohne ein Wort zu sagen, hat er’s erzählt.

Da lagen wir, Brüder, nebeneinander und das Brüderlein draußen lag auch dabei, lag da so schaurig in seinem Blut.

Hört die Stimme des Blutes!

Ich hörte sie nicht.

Ich habe mich fremd verhüllt in meinen Mantel. Ich habe mich herzoglich verhüllt vor ihm. Vornehm habe ich mich eingewickelt. So bin ich in Anfechtung gefallen und schlief. So bin ich tief gefallen und fiel in Schlaf.

Da hat sich der Peter davongemacht. Da lag er allein und hat sich davongemacht. Da hat er sein Gewehr an die Brust gesetzt und hat sich erschossen im Wald und fiel.

Da lag ich und schlief, lag erschossen im Wald und lag auf dem Feld in meinem Blut. Da lagen wir Brüder brüderlich verstreut.