Erster Auftritt.

Balboa.

Wie dunkel ist es hier! Die hohe Leuchte

Verbreitet kärglich ihren Dämmerschein;

Das Wasser träuft die Felsenwand herab;

Wie schauerlich!

Schon manches edle Opfer

Verseufzte hier sein Leben. — Wehe dem,

Der Großes sinnt, er gräbt sich seine Grube! —

Auch du, Maria, leidest, du, Maria,

So engelrein und himmlisch! — Wirft der Zufall

Die blinden Loose? — Siegt das Laster stets? —

Mein Herz wird eng in dieser Felsenkluft. —

O stille! — Schwindel fasset meinen Geist:

Erschüttert wankt mein sonst so fester Glaube! —

Warum mißlang mein schönes Unternehmen?

Es war doch gut! Gerade daß es gut war,

Gab mir die Zuversicht. Die Möglichkeit

Verbürgte mir des Herzens lauter Ruf;

Die Wirklichkeit — der Himmel! — Doch gescheitert;

So schnell gescheitert! — Eines bleibt mir nur,

Daß ich, von wilden Wogen rings umthürmt,

Wie eine Planke das Bewußtseyn hasche:

Es war doch gut, was ich gewollt, doch gut!! —

O schöner Traum! o gräßliches Erwachen!

Was rauscht? Es regt sich oben. — Ha! — Wer kommt?

Man wird die Todesstunde mir verkünden. —

Sie komme bald und ende meine Zweifel!

Dort seh’ ich klar; dort sehnt mein Herz sich hin!