Erster Auftritt.
Jeronimo. Balboa.
Jeronimo.
Der Tag beginnt! — Die Trauertöne klingen,
Und rufen ihn mit Liebesruf’ in’s Grab.
Noch einen Kampf, den wird er muthig ringen,
Dann wirft er freudig seine Fesseln ab;
Hebt aus dem leeren irdischen Gewimmel,
Sich siegend dann, frohlockend auf zum Himmel!
Schon dringt die Zeit. — Ich sollt’ ihn nun erwecken.
Ich will es zwar. — Doch fehlet mir der Muth. —
— Das seh’ ich wohl, dich kann der Tod nicht schrecken;
Du ruhest sanft, wie der Gerechte ruht.
Mit diesem Himmelslächeln im Gesichte,
Stellt man sich furchtlos, freudig dem Gerichte.
Ich will nicht stören seine heil’gen Träume. —
Sie heben oft im freudereichen Flug
Den freiern Geist in lichte Himmelsräume; —
Was dann sie künden ist nicht eitler Trug.
Wenn nicht mit uns die irren Sinne schalten,
Dann kann sich Geistern, Geistiges entfalten.
So fließet sanft ihm fort, ihr letzten Stunden,
Er fühle froh sich in der eignen Welt!
Erwachet er, dann schlägt ihm neue Wunden
Die Wirklichkeit, die ihn gebunden hält.
Noch hört er hier Mariens Wehe hallen,
Und Trauer wird sein zart Gemüth befallen.
Viel Schmerz wird euch, ihr Edlen, zugemessen;
Und euer Lohn blüht nicht in dieser Zeit!
Von ihm geweckt, wie könntet ihr vergessen,
Des Vaterlands, der heitern Ewigkeit? —
Doch wie auf euch die grausen Leiden stürmen:
Den Schild ergreift: Der Glaube wird euch schirmen!
(Unter den letzten Strophen ist Maria die Felsentreppe herabgewankt.)