Siebenter Auftritt.

Pedrarias. Jeronimo.

Pedrarias.

Noch hier, Jeronimo? Das Urtheil fördert!

Ihr legt es heute mir noch vor. — Noch heute!

Jeronimo.

Mit süßem Trost’ erfüllt mich eure Eile. —

Sein karges Leben wollt ihr nicht verkürzen;

Euch treibt das Herz, ihm Gnade zu verkünden.

Pedrarias.

Das spricht der Richter? Kennt ihr seine Schuld?

Jeronimo.

Ich wog die Schuld, und sprach sein Todesurtheil;

Ihr wäget sein Verdienst, und rufet Gnade.

Pedrarias.

Erwartet es und eilet!

Jeronimo.

Heute noch?

Pedrarias.

Ja, heute.

Jeronimo.

Herr! Die ganze Ritterschaft

Umfaßt mit mir nun eure Knie flehend.

Pedrarias.

Ich weiß, ihr liebt ihn alle.

Jeronimo.

Nach Verdienst!

Pedrarias.

Und nach Verdienst erwartet ihn sein Lohn. —

Steht auf. Wie könnt ihr doch um Gnade flehen?

Kann Pedrarias wohl die Schuld vergeben,

Die an der Krone selbst er frech verübt?

Jeronimo.

Wagt ihr es nicht, ihm Gnade zu verkünden,

So wagt’s auch nicht, die Strafe zu vollstrecken;

Nein, sendet ihn nach Spanien zurück,

Und unterzieht das Urtheil höherm Spruche.

So war’s in diesen Landen immer Sitte,

Wenn große Häupter ein Verbrechen übten. —

Das Leben eines Balboa ist kostbar.

Sein Arm der Krone wichtig. Karlos selbst

Nennt diesen Helden seinen Freund. — Ihr greift

Der Majestät durch seinen Tod zuvor.

Welch anderes Vergeh’n büßt Balboa? —

Daran ermahn’ ich euch, nach meiner Pflicht,

Jetzt schonend noch allein; — doch Vorsicht fordert’s,

Euch feierlich mit Männern bald zu nah’n,

Die mir dereinst vor Karlos Throne zeugen.

Pedrarias.

Ihr kennet eure Pflicht. — Ich weiß die meine.

(schnell ab.)

Der Vorhang fällt.