Helen Kellers Persönlichkeit.

Körperliche Erscheinung. — Lebhafte Gestikulation. — Personengedächtnis. — Vorliebe für Humor. — Hartnäckigkeit im Verfolgen ihrer Ziele. — Keckheit. — Ungeeignet für psychologische Experimente. — Liebe zur Geselligkeit. — Verständnis für Musik. — Interesse für die Tagesereignisse. — Ueberraschend vollständige Weltkenntnis. — Gefühlssinn nicht besonders fein entwickelt. — Verständnis für Plastik. — Wenig Orientierungssinn. — Benutzung der Schreibmaschine. — Fingeralphabet. — Hochdruck und Braillesystem. — Geruchssinn. — »Sechster Sinn«. — Zeitsinn. — Eigenartige Uhren. — Gesunde Auffassung der Dinge. — Sittliche Reinheit. — Abneigung gegen Tragödien. — Warmes Empfinden und Aufrichtigkeit. — Mangel an Eitelkeit. — Beschäftigung mit Politik.

Mark Twain hat behauptet, die beiden interessantesten Charaktere des neunzehnten Jahrhunderts seien Napoleon und Helen Keller. Die Bewunderung, mit der die Welt auf die letztere geblickt hat, wird durch ihre Leistungen mehr als gerechtfertigt. Niemand vermag etwas Zutreffendes über sie auszusagen, was nicht bereits gedruckt ist, und alles, was ich tun kann, besteht darin, einiges Tatsächliche über Fräulein Kellers Entwickelungsgang mitzuteilen und die Angaben über ihre Persönlichkeit in einigen Punkten zu ergänzen.

Fräulein Keller ist groß und kräftig gebaut und hat sich stets einer guten Gesundheit erfreut. Sie scheint nervöser zu sein, als sie tatsächlich ist, weil sie mehr mit ihren Händen gestikuliert als die meisten Menschen englischer Zunge. Der eine Grund für diese Gewöhnung liegt bei ihr darin, daß sie sich ihrer Hände so lange Zeit als Verständigungsmittel bedient hat, daß sie von selbst die rasche Beweglichkeit des Auges angenommen haben und einen Teil von dem ausdrücken, was wir mit einem Blicke sagen. Alle tauben Menschen gestikulieren von Hause aus. In der Tat war man früher der Meinung, diese Unglücklichen könnten sich am leichtesten durch ein System von Gestikulationen, durch die von dem Abbé de l’Epée erfundene Zeichensprache verständlich machen.

Wenn Fräulein Keller spricht, so belebt sich ihr Antlitz und drückt alle Nuancen ihres Denkens aus, ihre Gesichtszüge werden sprechend und geben ihren Worten erst den rechten Nachdruck. Wenn sie jedoch mit einem näheren Bekannten spricht, so faßt sie mit der Hand rasch nach seinem Gesichte, um, wie sie sagt, „das Bewegungsspiel des Mundes zu sehen.“ Auf diese Weise ist sie imstande, den Sinn solcher halb ausgesprochenen Sätze zu verstehen, die wir unbewußt aus dem Tone der Stimme oder dem Ausdrucke des Auges ergänzen.

Ihr Personengedächtnis ist erstaunlich. Sie erinnert sich bei der Berührung von Fingern, die sie früher in der Hand gehalten hat, all der charakteristischen Muskelzusammenziehungen, die den Handschlag des einen Menschen von dem des anderen verschieden machen.

Vielleicht der kennzeichnendste Charakterzug Helen Kellers (und ebenso Fräulein Sullivans) ist der Humor. Schlagfertigkeit und die Neigung zu Wortspielen verleihen ihr eine Vorliebe für Bonmots und witzige Redewendungen. Doch ist ihr Humor von jener tieferen Art, die gleichbedeutend mit Mut ist.

Vor vierzehn Jahren setzte sie es sich in den Kopf, sprechen lernen zu wollen, und sie ließ ihrer Lehrerin nicht eher Ruhe, bis ihr diese die Erlaubnis gab, Unterricht darin nehmen zu dürfen, obgleich kluge, erfahrene Leute, sogar Fräulein Sullivan, die klügste von allen, dies als ein Experiment betrachteten, das unmöglich gelingen könne und nur danach angetan sei, sie unglücklich zu machen. Diese selbe Hartnäckigkeit war es, die sie bewog, die Universität zu besuchen. Nachdem sie ihre Examina bestanden und ihr Abiturientenzeugnis erhalten hatte, wurde ihr von dem Dekan des Radcliffe College und anderen das Universitätsstudium widerraten. Sie schob es daher ein volles Jahr auf. Sie fühlte sich aber nicht befriedigt, bis sie ihren Plan ausführte und die Universität bezog.

Ihr Leben ist eine Reihe von Anläufen gewesen, alles zu tun, was andere tun, und es ebensogut zu tun. Sie hat damit einen durchschlagenden Erfolg erzielt, denn bei dem Versuche, so zu sein wie andere, ist sie dahin gelangt, sich selbst völlig zu finden. Ihre Abneigung gegen Niederlagen hat ihren Mut entwickelt. Was ein anderer erreichen kann, das kann sie auch. Ihre Achtung für persönliche Tapferkeit gleicht der Verachtung des Knaben für den weinenden Spielgefährten, mit einem Anflug von jugendlichem Bramarbasieren. Sie unternimmt Fußwanderungen in die Wälder, kriecht durch das Unterholz, wobei sie zerkratzt und zerschunden wird; aber man kann sie nicht dahin bringen, zuzugeben, daß sie sich verletzt habe, und um keinen Preis bewegen, das nächstemal zu Hause zu bleiben.

Wenn man versucht, Experimente an ihr zu machen, zeigt sie eine zähe Willensbestimmtheit, jede Probe, der man sie zu unterziehen wünscht, zu bestehen, so widersinnig sie auch sein mag.

Wenn sie die Antwort auf eine Frage nicht weiß, so rät sie frisch darauf los. Fragt man sie nach der Farbe des Rockes, den man anhat (kein Blinder kann eine Farbe erkennen), so befühlt sie ihn und sagt: Schwarz. — Ist er zufällig blau und sagt man ihr dies triumphierend, so ist sie imstande zu antworten: Danke. Ich freue mich, daß Sie es wissen. Wozu haben Sie mich dann überhaupt gefragt? —

Ihre spöttische, mutwillige Art macht sie zu einem sehr ungeeigneten Objekt für psychologische Experimente. Außerdem sieht Fräulein Sullivan auch nicht ein, warum Helen Keller wissenschaftliche Untersuchungen über sich ergehen lassen soll, und hat selbst nur wenig Experimente angestellt. Als ein Psychologe sie fragte, ob Helen im Schlafe mit ihren Fingern buchstabiere, entgegnete ihm Fräulein Sullivan, sie halte es nicht für der Mühe wert, aufzubleiben und Nachtwache zu halten, da derlei Dinge von so geringer Bedeutung seien.

Fräulein Keller ist eine Freundin von Geselligkeit. Wenn jemand, den sie berührt, über einen Scherz lacht, lacht sie mit, gerade als ob sie ihn gehört hätte. Wenn andere von Musik hingerissen werden, so erscheint, durch Sympathie hervorgerufen, ebenfalls auf ihren Zügen ein strahlender Ausdruck. In der Tat besitzt sie ein so feines Gefühl für die Gemütsbewegungen Fräulein Sullivans, daß sie sich derselben sofort anpassen kann, und so scheint sie auch zu wissen, was in ihrer Umgebung geschieht, selbst wenn die Unterhaltung ihr nicht in die Hand buchstabiert wird. In derselben Weise beruht ihr Verständnis für Musik teilweise auf Sympathie, obgleich sie sich an ihr auch um ihrer selbst willen erfreut.

Helen Keller »horcht« auf die Töne eines Klaviers

Die Musik kann für sie vermutlich wenig mehr bedeuten als eine rhythmische Bewegung. Sie kann nicht singen oder Klavier spielen, obgleich sie, wie frühere Experimente beweisen, es mechanisch erlernen konnte, eine Melodie auf den Tasten abzuspielen. Ihre Freude an der Musik ist nichtsdestoweniger völlig echt, denn die Töne werden ihr durch das Gefühl vermittelt, indem die Luftwellen sie berühren. Teilweise rührt ihr Verständnis für den Rhythmus der Musik ohne Zweifel von den Schwingungen fester Körper her, die sie berührt; des Fußbodens oder, was wahrscheinlicher ist, des Pianokastens, auf dem ihre Hand ruht. Doch scheint sie auch die Bewegung der Luft selbst zu empfinden. Als die Orgel in der Bartholomäuskirche für sie gespielt wurde, (vergl. [S. 171]) erbebte das ganze Gebäude bei den mächtigen Pedaltönen, aber dadurch wird nicht im geringsten erklärt, was Helen empfand und worüber sie sich freute. Die Vibration der Luft sowie die anschwellenden Orgeltöne versetzten sie ebenfalls in gleichartige Schwingungen. Mitunter legt sie ihre Hand an den Kehlkopf eines Sängers, um das Zittern und Zusammenziehen der Muskeln zu fühlen, und hat davon einen wahrhaften Genuß. Niemand weiß jedoch genau, welcher Art ihre Empfindungen dabei sind. Es ist belustigend, in einer Zeitschrift aus dem Jahre 1895 zu lesen, daß Fräulein Keller den verschiedenen Komponisten eine gerechte und verständnisvolle Würdigung entgegenzubringen vermöge, da sie deren Musik im buchstäblichen Sinne des Wortes fühle; Schumann sei ihr Lieblingskomponist. Wenn sie den Unterschied zwischen Schumann und Beethoven kennt, so rührt dies daher, daß sie darüber gelesen hat, sich an das Gelesene erinnert und mit jemand, der sie danach fragt, über dieses Thema sprechen kann.

Fräulein Kellers Streben, es anderen in Bezug auf Intelligenz gleichzutun, hält sie auch betreffs der Tagesereignisse auf dem laufenden. Als ihre Erziehung systematischer wurde und sie sich mit Büchern beschäftigte, würde es für Fräulein Sullivan ein leichtes gewesen sein, sie zur Einkehr in sich selbst anzuhalten, wenn sie dazu geneigt gewesen wäre. Aber jedermann, der mit ihr zusammenkam, hat ihr sein Bestes gegeben, und sie hat es angenommen. Wenn im Laufe einer Unterhaltung der ihr zunächst Sitzende auch nur einen Augenblick aufhört, in ihre Hand zu buchstabieren, so erfolgt unausbleiblich die Frage: Worüber sprechen Sie jetzt? Auf diese Weise speichert sie die Bruchstücke aus der täglichen Unterhaltung normal beanlagter Menschen in sich auf, und ihre Einzelkenntnisse sind daher äußerst umfassend und genau. Auch spricht sie gut über die kleinen täglichen Ereignisse des Lebens.

Einen großen Teil ihres Wissens erwirbt sie sich auf unmittelbarem Wege. Wenn sie ausgeht, bleibt sie oft plötzlich stehen, von dem Geruche eines Strauches angezogen. Sie streckt ihre Hand aus, befühlt die Blätter, und empfindet an der Pflanzenwelt denselben Genuß wie wir, wenn sie die Blätter zwischen ihren Fingern hält, den Duft der Blüten einsaugt und wenn sie sich später wieder daran erinnert.

Befindet sie sich an einer neuen Oertlichkeit, namentlich einer interessanten wie den Niagarafällen, so ist ihr Begleiter, — in der Regel ist es natürlich Fräulein Sullivan — bemüht, ihr eine Vorstellung von den sichtbaren Einzelheiten beizubringen. Fräulein Sullivan, die das Innere ihres Zöglings kennt, wählt aus der Landschaft die wesentlichen Züge aus, die imstande sind, Helens innerer Anschauung der Außenwelt, die unseren Augen eine verwirrende Fülle von Einzelheiten darbietet, eine gewisse Klarheit und Bestimmtheit zu verleihen. Wenn ihr Begleiter ihr nicht genug Einzelheiten mitteilt, so stellt Helen selbst Fragen, bis sie sich das Landschaftsbild zu ihrer Befriedigung ergänzt hat.

Sie sieht nicht mit ihren Augen, wohl aber mittels der inneren Fähigkeit, zu deren Unterstützung uns die Augen gegeben sind. Wenn sie von einem Spaziergang zurückkehrt und mit jemand über diesen spricht, so sind ihre Beschreibungen zutreffend und lebendig. Eine auf Vergleichung beruhende Erfahrung, die sie aus schriftlichen Schilderungen und aus den mündlichen ihrer Lehrerin schöpft, schützt sie vor Irrtümern im Gebrauche der Bezeichnungen für Gehörs- und Gesichtseindrücke. Ihre Anschauung vom Leben ist in der Tat höchst farbenreich, und die Welt, wie Helen sie erblickt, ist unzweifelhaft ein wenig besser als in Wirklichkeit. Doch ist Fräulein Kellers Kenntnis von ihr durchaus nicht so unvollständig, wie man annehmen könnte. Gelegentlich setzt sie ihre Umgebung durch ihre Unkenntnis einer Tatsache in Erstaunen, die ihr zufällig niemand mitgeteilt hat; so wußte sie zum Beispiel bis zu ihrem ersten Seebade nicht, daß das Meerwasser salzig ist. Viele der vereinzelten Ereignisse und Tatsachen unseres täglichen Lebens gehen an ihr unbemerkt vorüber, aber sie hat eine genügende Kenntnis von der Welt, um sich eine im wesentlichen lückenlose Anschauung von ihr bilden zu können.

Der größte Teil ihres unmittelbaren Wissens geht auf ihren Gefühlssinn zurück. Dieser Sinn ist jedoch nicht so fein ausgebildet wie bei anderen Blinden. Laura Bridgman konnte die winzigsten, fast verschwindenden Unterschiede in der Stärke von Fäden wahrnehmen und fertigte wundervolle Spitzen an. Fräulein Keller versteht zu stricken und zu häkeln, aber sie hat Besseres zu tun. Bei ihren mannigfaltigen Gaben und Anlagen hat sie sich des Gefühlssinns nicht genügend bedient, um ihn allzuhoch über die normale Schärfe hinaus zu entwickeln. Ein Bekannter stellte eines Tages bei Helen Versuche mit verschiedenen Münzen an. Das Wiedererkennen nach Maßgabe ihres Gewichts- und Größenverhältnisses ging langsamer von statten, als er erwartet hatte. Aber man muß dabei bedenken, daß sie fast nie Geld in die Hände bekommt und, nebenbei gesagt, so von einer der schmutzigen und kleinlichen Einzelheiten des Lebens verschont bleibt.

Sie erkennt den Vorwurf und die allgemeine Idee einer sechs Zoll hohen Statuette. Etwas, was flacher ist, als ein Basrelief von einem halben Zoll Höhe ist für sie ein leeres Blatt, insofern es sich dabei um die Empfindung des Schönen handelt. Große Statuen, bei denen sie den Schwung der Linien mit der ganzen Hand verfolgen kann, gewähren ihr einen höheren ästhetischen Genuß. Sie bemerkt selbst, daß sie sie besser zu würdigen imstande ist als wir, weil sie die wirklichen Dimensionen zu erfassen und die körperliche Natur eines plastischen Werkes unmittelbarer zu empfinden vermag. Als sie das Museum der schönen Künste in Boston besuchte, stand sie auf einer Stehleiter und ließ beide Hände über die Statuen gleiten. Als sie ein Basrelief mit der Darstellung tanzender Mädchen befühlte, fragte sie: Wo sind die Sängerinnen? — Nachdem sie diese gefunden hatte, sagte sie: Eine von ihnen schweigt. — Die Lippen der Sängerin waren geschlossen.

Am meisten bietet jedoch ihr tägliches Leben Gelegenheit, die Feinheit ihrer Sinne und ihrer Handfertigkeit zu beobachten. Sie scheint sehr wenig Orientierungssinn zu besitzen. Sie tastet ihren Weg mit ziemlicher Unsicherheit selbst in Zimmern entlang, mit denen sie ganz bekannt ist. Die meisten Blinden werden durch das Gehör unterstützt, sodaß man sie nicht mit diesen vergleichen kann, sondern billigerweise nur mit anderen taubstummen Blinden. Ihre Geschicklichkeit ist weder im Verhältnis zu normalen Personen, deren Bewegungen durch das Auge geleitet werden, noch, wie mir versichert wurde, zu anderen Blinden bemerkenswert. Sie hat keine einzige Fertigkeit ausgeübt, die den Gebrauch ihrer Hände erfordert haben würde. Als sie zwölf Jahre alt war, ließ ein Bekannter von ihr, der Künstler Albert H. Munsell, sie Versuche mit einer Wachstafel und einem Griffel anstellen. Er berichtet, sie habe sich ganz gut dabei angestellt und nach Modellen einige Umrißzeichnungen von Blättern und Rosetten angefertigt. Ihre einzige Beschäftigung, die Handfertigkeit erfordert, ist ihre Tätigkeit an der Schreibmaschine. Obgleich sie diese von ihrem zwölften Lebensjahre an benutzt hat, arbeitet sie an ihr eher sorgfältig als rasch. Sie schreibt mit angemessener Schnelligkeit und absoluter Sicherheit. Ihre Manuskripte enthalten selten Schreibfehler, wenn sie sie Fräulein Sullivan zum Durchlesen übergibt. Ihre Schreibmaschine weist keine besonderen Einrichtungen auf. Sie überzeugt sich von der Stellung der einzelnen Tasten zueinander durch eine gelegentliche Berührung des Außenrandes der Platte mit dem kleinen Finger.

Fräulein Kellers Verstehen des Fingeralphabets vermittelst des Gefühls scheint einigermaßen Verwunderung zu erregen. Selbst Leute, die Helen sehr gut kannten, haben in Zeitschriften von Fräulein Sullivans »geheimnisvoller telegraphischer Zwiesprache« mit ihrem Zögling gesprochen. Das Fingeralphabet ist das bei allen tauben Personen, die eine Erziehung genossen haben, übliche. Die meisten Wörterbücher enthalten eine bildliche Darstellung der Fingeralphabete. Der sehende Taube blickt auf die Finger seines Begleiters, aber es ist auch möglich, sie zu fühlen. Fräulein Keller legt ihre Finger leicht über die Hand dessen, der mit ihr spricht, und faßt die Worte so rasch auf, wie sie buchstabiert werden können. Wie sie erklärt, ist sie sich weder der einzelnen Buchstaben noch einzelner Wörter bewußt. Fräulein Sullivan und andere, die beständig mit Tauben zu tun haben, können sehr rasch buchstabieren — schnell genug, um die Geschwindigkeit einer langsamen Lektüre zu erreichen, jedoch nicht, um jedem Worte eines raschen Gespräches folgen zu können.

Jedermann kann das Fingeralphabet in wenigen Minuten erlernen, nach Verlauf eines Tages langsam anwenden und nach einer beständigen Uebung von dreißig Tagen sich durch dasselbe mit Helen Keller oder einer anderen tauben Person verständigen, ohne auf die Bewegung der Finger zu achten. Wäre das Fingeralphabet allgemeiner bekannt und erlernten die Bekannten und Angehörigen tauber Kinder es zugleich mit diesen, so würden die Tauben der ganzen Welt glücklicher und besser unterrichtet sein.

Helen Keller liest mit Hilfe von Hochdrucken und den verschiedenen Arten der Brailleschrift. Das gewöhnliche Buch in Hochdruck ist mit römischen Lettern, sowohl kleinen wie großen, hergestellt. Diese Lettern sind von einfacher, viereckiger, rechtwinkliger Gestalt. Die kleinen Buchstaben sind ungefähr 3/16 Zoll hoch und erheben sich über die Blattfläche ungefähr um die Dicke eines Daumennagels. Die Bücher haben ein großes Format, ungefähr Lexikonformat. Das französische Elementarbuch von Ploetz umfaßt zum Beispiel vier Bände. Die Bücher sind nicht schwer, weil die Blätter mit der erhöhten Schrift nicht dicht übereinander liegen. Am meisten fällt Helens Blindheit ihren Bekannten auf, wenn die plötzlich im Dunkeln zu ihr kommen und das Rascheln ihrer Finger über die Buchseite hören.

Helen Keller bei der Lektüre

Der geeignetste Druck für die Blinden ist die Brailleschrift, die verschiedene Abarten aufweist, leider nur zu viele — die englische, die amerikanische, die New Yorker. Fräulein Keller liest sie alle. Die meisten Blinden mit Schulbildung verstehen verschiedene Systeme, aber es würde die Sache vereinfachen, wenn, wie Fräulein Keller vorschlägt, die englische Brailleschrift allgemein angenommen würde. Jedes Zeichen (entweder ein Buchstabe oder eine, der Brailleschrift eigentümliche Zusammenziehung mehrerer Buchstaben) besteht aus einer Anzahl von Punkten (zwischen 1 und 6 schwankend), die in verschiedenen Stellungen zueinander angeordnet sind. Fräulein Keller besitzt eine Brailleschreibmaschine, auf der sie ihre Notizen anfertigt und Briefe an ihre blinden Freunde schreibt. Diese Maschine hat sechs Tasten, und durch das Niederdrücken einer oder mehrerer von diesen zu gleicher Zeit (genau so wie man einen Akkord auf dem Klavier greift) bringt der Schreibende ein Zeichen in einem Bogen dicken Papiers hervor und kann halb so rasch schreiben wie auf einer gewöhnlichen Schreibmaschine. Die Brailleschrift eignet sich vorzugsweise zur Herstellung einzelner Abschriften von Büchern.

Bücher für Blinde gibt es verhältnismäßig wenige.[21] Ihre Herausgabe erfordert große Kosten, und sie haben einen zu kleinen Abnehmerkreis, als daß das Geschäft für den Verleger gewinnbringend sein könnte. Es gibt jedoch verschiedene Anstalten mit besonderen Fonds zur Herstellung von Büchern in Hochdruck. Fräulein Keller ist glücklicher daran als die meisten anderen Blinden, da ihre Freunde so aufmerksam waren, eigens für sie Bücher herzustellen und sich Herren, wie zum Beispiel Herr E. E. Allen vom Pennsylvania Institute for the Instruction of the Blind bereit fanden, Ausgaben von Büchern, deren sie gerade bedurfte, zu veranstalten.

Fräulein Keller liest in der Regel nicht allzu schnell, sondern eher bedächtig, nicht weil sie die Worte weniger geschwind fühlte, als wir sie sehen, sondern weil sie es sich zur Gewohnheit gemacht hat, alles gründlich und gut zu tun. Wenn sie sich für eine Stelle interessiert oder sich dieselbe zu künftiger Verwendung einprägen will, so buchstabiert sie sich diese mit den Fingern der rechten Hand vor. Mitunter geht dieses Fingerspiel ganz unbewußt von statten. Auch spricht Helen in Geistesabwesenheit oft zu sich selbst mittels des Fingeralphabets. Wenn sie in der Halle oder der Veranda auf- und abgeht, so bewegen sich ihre Hände mit der Geschwindigkeit von Vogelflügeln.

Es gibt, wie mir versichert wird, ebenso ein auf dem Gefühl beruhendes Gedächtnis, wie ein auf dem Gesicht und Gehör beruhendes. Fräulein Sullivan erklärt, daß sowohl sie wie Fräulein Keller sich »in ihren Fingern« daran erinnerten, was sie gesagt haben. Wenn Helen Keller einen Satz in der Fingersprache buchstabiert, so macht dies auf ihren Geist denselben Eindruck, wie wenn wir etwas, das wir oft gehört haben, dadurch unbewußt lernen, daß wir uns den Klang des Gehörten ins Gedächtnis zurückrufen können.

Gleich jedem Tauben oder Blinden besitzt Fräulein Keller einen außerordentlich feinen Geruch. Als sie ein kleines Mädchen war, roch sie alles und erkannte an den verschiedenen Gerüchen, wo sie war, an welchem Hause sie vorüberkam u. s. w. Als ihr Intellekt zunahm, wurde sie weniger abhängig von diesem Sinne. In welchem Umfange sie bis jetzt Dinge an ihrem Geruche wiedererkennt, läßt sich schwer feststellen. Der Geruchssinn ist in Mißkredit gekommen, und ein Tauber spricht nur ungern von ihm. In Fräulein Kellers feinem Geruchssinn mag jedoch zum Teil eine Erklärung für jenes Wiedererkennen von Personen und Dingen zu finden sein, das man sich gewöhnt hat, einem besonderen Sinne zuzuschreiben, oder einer außergewöhnlichen Entwickelung der Fähigkeit, die wir alle zu besitzen scheinen, nämlich der Fähigkeit, anzugeben, wenn sich jemand in unserer Nähe befindet.

Die Frage nach einem besonderen »sechsten Sinne«, wie man ihn Fräulein Keller beigelegt hat, ist eine sehr heikle. Soviel ist sicher, sie kann keinen Sinn haben, den andere nicht auch haben können, und das Vorhandensein eines besonderen Sinnes ist weder ihr selbst noch ihrer Umgebung bekannt. Fräulein Kellers Wesen gibt ganz bestimmt keine Stütze für Geheimlehren und mysteriöse Theorien ab, und jeder Versuch, ihre Eigenart auf diese Weise zu erklären, scheitert an ihrer Normalität. Ihre Natur ist nicht geheimnisvoller und verwickelter als die jedes anderen Menschen. Alles, was sie ist, alles, was sie geleistet hat, läßt sich auf natürliche Weise erklären, bis auf die Züge, die sich in jedem Menschen vorfinden, ohne daß sie jemals erklärt werden können. Sie liefert offenbar keinen Beweis für die Existenz eines Geistes ohne Materie, das Dasein angeborener Ideen oder die Unsterblichkeit oder für sonst etwas, wofür sich nicht in jedem anderen menschlichen Wesen ein Beweis finden ließe. Philosophen haben festzustellen gesucht, welcher Art ihr Begriff von abstrakten Vorstellungen war, ehe sie sprechen lernte. Hatte sie irgendwelchen Begriff von solchen, so läßt sich diese Frage nicht mehr beantworten, denn sie kann sich nicht darauf entsinnen, und natürlich liegen auch keine Aufzeichnungen aus jener Zeit vor. Sie hatte keinen Begriff von Gott, ehe sie das Wort »Gott« gehört hatte, wie ihre eigenen Aussagen deutlich bekunden.[22]

Ihr Zeitsinn ist vortrefflich ausgebildet; ob er sich aber zu einer besonderen Begabung entwickelt haben würde, läßt sich nicht feststellen, denn sie besitzt seit ihrem siebenten Jahre eine Uhr.

Fräulein Keller besitzt zwei Uhren, die ihr zum Geschenk gemacht worden sind. Sie sind, glaube ich, die einzigen ihrer Art in Amerika. Die Uhr hat auf der Rückseite einen flachen goldenen Zeiger, der soweit von links nach rechts gedreht werden kann, bis er, mittels eines Stiftes innen im Gehäuse, an den Stundenzeiger anstößt, und so eine diesem entsprechende Stellung erhält. Die Spitze dieses goldenen Zeigers ragt über den Rand des Gehäuses vor, auf welchem elf erhöhte Punkte angebracht sind, der Griff vertritt die Stelle des zwölften. Diese Uhr — eine gewöhnliche Uhr mit einem gewöhnlichen Ziffernblatt für den Sehenden, — wird durch die beschriebene Vorrichtung zur Blinden-Uhr, mit einem (einzigen) erhöhten Zeiger und erhöhten Stundenziffern. Obgleich der sechzig Minuten entsprechende Zwischenraum zwischen den einzelnen Punkten weniger als einen halben Zoll beträgt, so liest Fräulein Keller die Zeit doch ziemlich genau ab. Man muß übrigens sagen, daß auch eine Uhr mit doppeltem Gehäuse, aber ohne Glas, einem Blinden hinreichende Dienste leistet, wenn dessen Gefühl fein genug ist, um die Stellung der Zeiger zu erkennen, ohne sie zu beschädigen.

Die feineren Züge von Fräulein Kellers Charakter sind so allgemein bekannt, daß man nicht viel Worte über sie zu verlieren braucht. Gesunder Menschenverstand, guter Humor und Phantasie machen ihre Auffassung der Dinge zu einer gesunden und schönheitserfüllten. Niemals ist von ihrer Umgebung ein Versuch gemacht worden, sie vor Illusionen zu bewahren oder ihr diese zu rauben. Als sie noch ein kleines Mädchen war, wurde eine ganze Menge unverständiger und taktloser Dinge, die über sie gesprochen worden waren, dank der weisen Wachsamkeit Fräulein Sullivans vor ihr nicht wiederholt. Jetzt, wo sie erwachsen ist, denkt niemand daran, weniger offen mit ihr zu sprechen, als mit jeder anderen intelligenten jungen Dame.

Ich glaube, sie ist das reinste menschliche Wesen, das je existiert hat... Die Welt ist für sie das, was ihr eigenes Bewußtsein ist. Sie hat nicht einmal gelernt, »moralische Entrüstung« zu zeigen, worauf viele so stolz sind.

Als vor einiger Zeit ein Polizist ihren Hund totschoß, den sie zärtlich liebte und der ihr täglicher Begleiter war, fand sie in ihrem verzeihenden Herzen keine Verurteilung für diesen Mann; sie sagte nur: „Wenn er nur gewußt hätte, was für ein guter Hund es war, so würde er ihn gewiß nicht erschossen haben. — Vor langer Zeit wurde uns gesagt: ‚Vater vergib ihnen, denn die wissen nicht, was sie tun!‘“ —

Natürlich wird die Frage aufgeworfen werden, ob Helen Keller das sein würde, was sie heutzutage ist, wenn sie nicht vor jeder Berührung mit dem Schlechten behütet worden wäre. ... Ihre Seele ist weder durch verweichlichende und schmutzige Lektüre entnervt noch durch den leisesten Hauch von Gemeinheit befleckt worden. Infolgedessen ist ihr Geist nicht nur kräftig, sondern auch rein. Sie liebt edle Handlungen, edle Gedanken und den Charakter edler Männer und Frauen.

Sie zeigt noch jetzt eine kindliche Abneigung gegen Tragödien. Ihre Phantasie ist so rege, daß sie vollständig unter dem Einfluß einer Erzählung steht und in deren Welt lebt. Fräulein Sullivan schrieb 1891 in einem Briefe:

Gestern las ich ihr die Geschichte von Macbeth vor, wie sie von Charles und Mary Lamb erzählt wird. Sie geriet in heftige Erregung und sagte: Das ist ja schrecklich. Ich fürchte mich davor. — Nachdem sie eine Weile nachgedacht hatte, fuhr sie fort: Ich glaube, Shakespeare hat dies deshalb so schrecklich dargestellt, damit man sehen soll, wie furchtbar es ist, unrecht zu tun. —

Von der realen Welt weiß sie mehr Gutes und weniger Schlechtes, als die meisten Menschen zu wissen glauben. Ihre Lehrerin behelligte sie nicht mit den kleinen Miseren des Lebens; aber von den bedeutenden Schwierigkeiten, die sich ihnen in den Weg stellten, wurde Fräulein Keller völlig in Kenntnis gesetzt, nahm teil an den Sorgen und dachte über die Lösung der Probleme nach. Sie ist logisch und duldsam, voller Vertrauen zu einer Welt, von der sie stets mit Güte behandelt worden ist.

Als sie einmal aufgefordert wurde, den Begriff »Liebe« zu definieren, antwortete sie: Mein Gott, das ist doch leicht; es ist das, was jeder gegen jeden anderen empfindet. —

Duldsamkeit, — sagte sie einmal, als sie ihre Freundin Frau Laurence Hutton besuchte, ist die größte Geistesgabe; sie erfordert dieselbe Anstrengung des Denkens, die in körperlicher Hinsicht nötig ist, wenn man sich auf einem Zweirade im Gleichgewicht erhalten will. —

Sie besitzt eine umfassende, hochherzige Sympathie für alles und ein durch und durch ehrliches Wesen. Insofern sie sich offenkundig von anderen unterscheidet, ist sie auch weniger durch das Herkommen gebunden. Sie hat den Mut ihrer kühnen Metaphern und läßt sich von diesen himmelwärts erheben, während wir armen selbstbewußten Menschen sie für zu hoch halten, als daß wir sie in unsrer täglichen Unterhaltung anwenden könnten. Sie sagt stets genau das, was sie denkt, ohne Furcht vor der nackten Wahrheit, und dabei ist niemand taktvoller und gewandter im Umschreiben einer unangenehmen Wahrheit, um die Gefühle anderer so wenig wie möglich zu verletzen. Aber all die Aufmerksamkeit, die ihr seit ihrer Kindheit zu teil geworden ist, hat nicht vermocht, sie eitel auf sich selbst zu machen. Bisweilen nimmt sie einen geradezu salbungsvollen Ton an. Dann nennt ihre Lehrerin sie ihre kleine, unverbesserliche Sonntagsnachmittagspredigerin, und sie lacht dann über sich selbst. Oft jedoch sind ihre nüchternen Gedanken durchaus nicht lächerlich, denn ihr ernster Eifer reißt alle Hörer mit sich fort. Niemals ist die leiseste Spur einer falschen Sentimentalität in ihren Worten zu entdecken. Sie ist von allem, was sie sagt, so durchdrungen, daß selbst ihre Citate, die Wiederholungen dessen, was sie gelesen hat, den Eindruck eigener selbständiger Gedanken hervorrufen.

Ihre Logik und ihr warmes Empfinden halten sich stets ausgezeichnet die Wage. Ihr Empfinden ist von rascher und hilfsbereiter Art, wie sie es glücklicherweise so oft bei anderen angetroffen hat. Aber ihre Sympathien gehen weiter und beeinflussen ihr Urteil über politische und nationale Bewegungen. Sie war eine begeisterte Burenfreundin und schrieb einen geharnischten Artikel zugunsten der Unabhängigkeit der Buren. Als ihr die Waffenstreckung des tapferen kleinen Volkes mitgeteilt wurde, umwölkte sich ihr Antlitz, und sie verstummte für einige Minuten. Dann stellte sie klare, eindringliche Fragen nach den Bedingungen der Kapitulation und begann die letzteren zu erörtern.

Sowohl Herr Gilman wie Herr Keith, ihre beiden Lehrer, die sie für die Universität vorbereiteten, waren erstaunt über die Stärke des konstruktiven Denkens, die sie bei ihr wahrnahmen; ihre Leistungen in der reinen Mathematik waren ganz vorzüglich, obgleich sie niemals eine besondere Vorliebe für diese Wissenschaft gehabt zu haben scheint. Zu dem besten, was sie geschrieben hat, gehören, abgesehen von ihren phantasievollen dichterischen Ergüssen, ihre Examensarbeiten und ihre Abhandlungen über technische Fragen sowie einige Briefe, die sie zur Aufklärung von Mißverständnissen schreiben zu müssen glaubte und die Muster folgerichtigen Denkens und bestrickender Beredsamkeit sind. Sie ist Optimistin und Idealistin.

Ich hoffe, heißt es in einem ihrer Briefe, daß L. nicht allzu praktisch ist, denn in diesem Falle würde sie, fürchte ich, auf einen großen Teil des Lebensgenusses verzichten müssen. —

In das Tagebuch, das sie während ihres Aufenthaltes in der Wright-Humason-Schule in New York führte, trug sie unter dem 18. Oktober 1894 ein: Ich finde, daß ich während meines Schullebens hier und überhaupt im Leben viererlei zu lernen habe: klar zu denken ohne Uebereilung und Verwirrung, jedermann aufrichtig zu lieben, in allem mich von den höchsten Motiven leiten zu lassen und unverrückt auf den lieben Gott zu bauen. —

[21] Die Blindenanstalt in Steglitz bei Berlin besitzt eine Bibliothek von gegen 6000 Bänden in Blindenschrift, (die Bibel allein umfaßt 71 Bände!) die in Dresden eine solche von über 3000 Bänden. Wie reichhaltig diese Literatur ist, möge ein Blick auf das nachfolgende Autorenverzeichnis lehren, das noch dazu nicht einmal vollständig ist: E. M. Arndt Auerbach, Bauernfeld, Baumbach, Beecher-Stowe, Brentano, W. Busch, Chamisso, Dahn, Ebers, Ebner-Eschenbach, Eckstein, Eichendorff, Eschstruth, Fouqué, Freytag, Frommel, Ganghofer, Geibel, Gerok, Goethe, Grillparzer, Grimm, Gutzkow, Hammer, Hauptmann, Hebel, Herder, Heyse, Hillern, Franz Hoffmann, Horn, Ibsen, Jensen, Immermann, G. Keller, Kinkel, Kleist, Kögel, Körner, Kügelgen, Lavater, Lessing, Loti, Ludwig, Luther, Masius, C. F. Meyer, Moltke, Nathusius, Nieritz, Polko, Putlitz, Reinick, Reuter, Riehl, Rogge, Roquette, Rosegger, Rückert, Scheffel, Schiller, Schmid, Seidel, Shakespeare, Sophokles, Spitta, Spyri, Stifter, Stinde, Storm, Sturm, Sudermann, Tegnér, Tolstoi, Uhland, Vollmar, Walter v. d. Vogelweide, A. Weber, Wildenbruch, Wildermuth, I. Wolf. Auch das Nibelungenlied ist vertreten; in größerer Auswahl sind Lehr- und Erbauungsbücher vorhanden.

Anm. d. Uebers.

[22] Vergl. [S. 291 ff.] und [295 ff.]