Achter Auftritt.
Die Vorigen. Doktor Herdal.
Herdal. Kommt er nicht bald?
Frau Solneß. Ich glaube, doch. Ich habe wenigstens nach ihm geschickt.
Herdal (näher). Sie werden aber wohl hineingehen müssen, gnädige Frau —
Frau Solneß. Nein, nein. Ich bleibe hier, um Halvard zu erwarten.
Herdal. Es sind aber einige Damen gekommen —
Frau Solneß. Ach Gott, das auch noch! Und gerade jetzt!
Herdal. Sie möchten nämlich gar zu gern die Feierlichkeit mit ansehen.
Frau Solneß. Ja, dann muß ich wohl doch zu ihnen hineingehen. Denn das ist ja meine Pflicht.
Hilde. Könnten Sie sich denn nicht bei den Damen entschuldigen lassen?
Frau Solneß. Nein, das geht durchaus nicht an. Da sie nun einmal gekommen sind, ist es ja meine Pflicht, sie zu empfangen. Bleiben aber Sie draußen derweile — und reden Sie mit ihm, wenn er kommt.
Herdal. Und halten Sie ihn durch Gespräch auf, so lange es nur möglich ist.
Frau Solneß. Thun Sie das ja, liebes Fräulein Wangel. Halten Sie ihn so fest, wie Sie nur können.
Hilde. Wäre es nicht besser, wenn Sie das selber thäten?
Frau Solneß. Du lieber Gott — meine Pflicht wäre es ja eigentlich. Wenn man aber Pflichten hat nach so vielen Seiten hin —
Herdal (in den Garten hinausblickend). Da kommt er!
Frau Solneß. Und in dem Augenblick muß ich gerade hinein.
Herdal (zu Hilde). Sagen Sie ihm nichts davon, daß ich da bin.
Hilde. O nein! Ich werde schon etwas anderes ausfindig machen, worüber ich mit dem Baumeister schwatzen kann.
Frau Solneß. Und halten Sie ihn ja fest. Ich glaube, Sie können das am besten.
Frau Solneß und Doktor Herdal (gehen ins Haus hinein).
Hilde (bleibt auf der Veranda stehen).
Baumeister Solneß (kommt die Gartentreppe hinauf).