X. Empfindungswörter.
§. 34. Die Empfindungsw. bezeichnen laute Ausbrüche der Freude, des Schmerzes, der Furcht, des Verlangens etc.
ach! ei! heißa! juchhei! o! holla! husch! pfui! o weh! knacks! piff! paff! plumps! he! heda!
[Satzlehre.]
§. 35. Die Menschen können denken; sie haben Gedanken. Ein ausgesprochener oder niedergeschriebener Gedanke heißt ein Satz. Ein Satz kann enthalten:
1. Eine Behauptung, ein Urtheil, eine Erzählung:
Müßiggang ist aller Laster Anfang. Uebermuth thut selten gut. Hans nährte sich vom Schiebekarren.
Nach solchen Sätzen steht ein Punkt.
2. Eine Frage:
Wie geht es Euch? Wie fangt ihr’s an? Hört ihr’s wimmern hoch vom Thurm?
Nach einem Fragesatz steht ein Fragezeichen; ist die Frage aber nicht bestimmt ausgesprochen, so steht ein Punkt.
Er fragte, wie es ihm gehe.
3. Einen Wunsch, Rath, eine Bitte, Aufforderung, Ermahnung, Ermunterung:
Nur unterlaßt mir den Gesang! Friede sei ihr erst Geläute!
4. Einen Befehl — Gebot oder Verbot:
Fahr zu, Johann! Setzt euer Licht hierher!
5. Einen Ausruf — der Bewunderung, des Unwillens, Bedauerns, Schmerzes, Schreckes, der Freude, Behauptung etc.
Gevatter! ihr seid nicht gescheidt! O, welch ein Mensch!
Nach einem Wunsche, Befehle und Ausrufe steht ein Ausrufungszeichen.
§. 36. Es giebt:
a. einfache Sätze:
Der Vater schreibt.
b. erweiterte (ausgebildete oder ergänzte) Sätze:
Der Vater schreibt den Brief.
c. zusammengesetzte Sätze:
Der Vater schreibt den Brief, und die Mutter liest die Zeitung.
Die Glieder (Theile) des einfachen und erweiterten Satzes sind immer nur Wörter, die Glieder des zusammengesetzten Satzes sind aber Sätze.