Jugendflucht.

Der müde Sommer senkt das Haupt

Und schaut sein falbes Bild im See.

Ich wandle müde und bestaubt

Im Schatten der Allee.

Durch Pappeln geht ein zager Wind.

Der Himmel hinter mir ist rot,

Und vor mir Abendängste sind

— Und Dämmerung — und Tod.

Ich wandle müde und bestaubt,

Und hinter mir bleibt zögernd steh’n

Die Jugend, neigt das schöne Haupt

Und will nicht fürder mit mir geh’n.

Rat.

Nein, Junge, suche Du allein

Den Weg und laß mich weiter gehen!

Mein Weg ist weit und mühevoll

Und führt durch Dornen, Nacht und Wehen.

Geh lieber mit den Andern dort!

Der Weg ist glatt und viel betreten

Ich will in meiner Einsamkeit

Auch fürder einsam sein und beten.

Und siehst Du mich auf Bergen steh’n,

Beneid’ mich nicht um meine Flügel!

Du wähnst mich hoch und himmelnah —

Ich seh’, der Berg war nur ein Hügel.