Und morgen bin ich tot.

Das ist ein Denken wunderbar,

Daß dann mein Aug’, so licht es war,

Erlischt, und daß mein Mund vergißt

Die tausend Küsse, die er geküßt.

Dann wird die Welt, die mich gekannt,

Mit ihrer neugierfrechen Hand

Die Hülle von meinem Leben reißen,

Wird einer dem andern klar beweisen,

Daß ich ein schlimmer Geselle war,

Ein Dichter, ein Lügner, ein eitler Narr.

Und übermorgen, wenn ich vergessen,

Wird ein andrer mit gleichem Maß gemessen.

Derweil in einer andern Welt

Ein goldner Stern vom Himmel fällt,

Und geht ein Klagen und Weinen

Um ihn, um den Einen,

Den goldenen Stern, der so früh verblich.

Und der Stern war ich.

Auch mein Mädel wird weinen.

Dann kommen die Andern singend in’s Haus

Und reden’s ihr aus.

Sie sitzen zusammen beim Glase Wein

Und lachen mein.

Und ihre Lippen sind warm und rot.

Morgen bin ich tot.

Armes Volk.

Blätterfall und rauher Wind

Stieben meinem Schritt entgegen,

Und ich weiß nicht, armes Kind,

Wo wir heut uns schlafen legen.

Du auch wirst einmal im Wind

Laufen müd und voll Beschwerde,

Und ich weiß nicht, armes Kind,

Ob ich dann noch leben werde.