Unser Schloß.

Längs dem Strom in blauen Hecken

Spielen, und im Teich, Verstecken

Sonnenlichter mit den matten,

Rötlichen Blutbuchenschatten.

In den stummen Säulengängen

Dunkle Abendfalter hängen,

Und ein Atmen hin und wieder

Ungebor’ner Königslieder.

Über breiten Marmorstiegen

Hundert ferne Jahre liegen,

Flüsternde Tapeten tragen

Hundert graue Zukunftssagen.

Über meine Seele schreiten

Kommende Vergangenheiten,

Ritterspiele, Königsworte,

Laute Feste, stumme Morde.

Bald — und unser Park wird trauern

Brütend über Moos und Mauern,

Und ein Wandrer wird mit Grauen

In die schwarzen Fenster schauen.

Und Chronisten werden sagen

Wunder, die sich zugetragen

In den sagenhaften Jahren,

Da wir noch am Leben waren.