50. Der ehemalige Zinnbergbau.
Gegenwärtig beobachtet man noch an manchen Orten unseres Obererzgebirges Raithalden, das sind Anhäufungen tauben Trümmergesteins, das nach dem Zinnseifen oder Auswaschen des Zinnerzes übrig geblieben ist. Diese Halden sind durchwühlt worden. Durch Zuführung von Wasser wurde aus ihnen nicht nur das Zinnerz, sondern auch die Feinerde ausgeschieden. Nach Mathesius in Joachimsthal führte der Zinnwäscher Wasser in zinnhaltige Gebiete und stach eine torfähnliche Masse. Grobe Stoffe und Steine warf man mit der Gabel heraus. Der gute Stein setzte sich dann zu Boden. Man reiniget ihn, um dann das Zinn zu gewinnen. Diese Seifen befanden sich besonders in flachen Thalmulden. Außer Zinnstein fand man auch Topas, Opal, Beryll, letzten besonders im Denitzgrunde bei Eibenstock. Auch Goldkörner fand man, so 1733 am Auersberge eins von 13 Aß Gewicht, das in demselben Jahre dem Kurfürsten bei der Huldigung in Freiberg überreicht wurde.
Sehr zahlreich waren die Seifenwerke im Gebiete von Schneeberg und Eibenstock. Zahlreich waren auch im 17. und 18. Jahrhundert die Seifen in der Umgegend des Dorfes Bockau. Da hat man in jedem Thälchen nach Zinnerzen gesucht. Das geschah im ganzen Gebirge bis nach Johanngeorgenstadt hinauf.
Besonders bemerkenswert sind die Seifen bei Geyer und Umgebung, die zu den ältesten gehören. Der jetzt durch seine Spielwaren weit bekannte Ort Seiffen verdankt seine Entstehung auch dem Zinnbergbau.
Nach Dr. Köhler.