Sechste Szene

Die Vorigen. Willig. Göttlingk und andere Steinmetzen (in Feierabendkleidung)

Göttlingk

(auf den Tisch der Arbeiter weisend)

Da sitzt se ja, die janze feine Familie ... Ihr kriegt's wohl nich eilig genug mit eurem Feierabend — was?

Lohmann

Wieso denn?

Willig

Den großen Oberkirchner Block, links von der Treppe, habt ihr auf Hochkant stehn lassen. Wißt ihr das nich?

Sprengel

Nu, der hängt doch im Flaschenzug.

Willig

Aber locker hängt er.

Lohmann

Bis wir den 'runterkriegen, dauert's zwanzig Minuten. Wenn der Alte Überstunden zahlen will, gehn wir gleich noch mal 'ran.

Göttlingk

Husten wird er euch was.

Willig

Jedenfalls steift ihn noch ab. Wenn was passiert, seid ihr verantwortlich. (Setzt sich zu den Steinmetzen an den Mitteltisch)

Göttlingk

Na, Lore, Sie könnten ruhig 'n bißchen fixer sein, wenn die Steinmetzen kommen.

Lore

(die Bier bringt, eilig, ängstlich)

Hier is, bitte, hier is schon alles.

Göttlingk

Aber freilich, wenn man sich mit solchem Volk abgibt, wie der Kerl — der — (Biegler erkennend) Herrgott, wer sitzt denn da?

Willig (rasch)

Ach, kümmer dich nicht um den.

Göttlingk

Hast recht. So 'n Geschmeiß existiert nich. Prost, die Herren! Per Bacco, is mir mollig. Ganz fingrig is mir zu Mute. Wollt ihr was hören? Natürlich, ihr wollt immer was hören. Lore, bring mal — bringen Sie mal die Seufzerkiste.

Lore

Jawohl. (Holt die Mandoline von der Wand und bringt sie ihm)

Ein Steinmetz

Du, der Alte war doch heute so extra süß mit dir. Ahnste weswegen?

Göttlingk

(während er die Mandoline stimmt)

Tja, lieber Sohn, wer kann das wissen? Manchmal können sich Ereignisse vorbereiten — die Welt is eben 'n Affenkäfig.