Gebet für den erkrankten Vater.

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Gott! Du erbarmungsreicher Vater! Zuflucht suche ich bei Dir in der Angst meines Herzens. Von bitterem Leide bin ich erfaßt, eine Schreckensgestalt drohender Gefahr steht vor meiner Seele. O hilf mir! Hilf, mein Gott, mein Erlöser! Ach! warum rede ich von mir! Hilf ihm, dem kranken Vater, der in Schmerz und Kraftlosigkeit hingesunken, mit kummervollem Auge auf die Seinen blickt.

Ach, stehe ihm bei mit Deiner Hilfe, die ja wunderbar ist, sei Du sein Arzt und richte ihn auf in neuer Kraft. Verscheuche den Schmerz von seinem Lager, die trüben Gedanken aus seinem Herzen, laß ihn aufs neue Freude finden an seinem Tagewerke, es ist ja stets dieses Tagewerk eine Arbeit in Deinem Dienste, im Dienste der Tugend, denn sein Streben ist, in Liebe zu den Seinigen, die Erfüllung heiliger Pflichten.

O Gott! schau auf sein redliches Herz, auf seinen frommen Sinn, auf seinen gottesfürchtigen Wandel, und übe Barmherzigkeit.

Schaue auch auf meine Träne, auf die Träne der Angst zitternder Kindesliebe. Verzeihe mir, mein Gott, wenn ich Böses getan, „strafe mich nicht in Deinem Zorne, züchtige mich nicht in Deinem Grimme.“ O, ich will mein Herz prüfen, daß es geläutert hervorgehe aus der Zeit der Gefahr, auf das all mein Tun Dir wohlgefällig werde.

Erquicke mich wieder durch die Lehre des geliebten Mundes, der mir stets den Weg der Tugend empfohlen, der die Bahn des Rechtes, der Sitte, der Gottesfurcht mich gelehrt hat.

Ich fühle es, das Gebet erleichtert mein beschwertes Herz; ach, laß mich nicht bloß Trost und Kraft, laß mich auch Gnade und Hilfe finden, Du Gütiger, Allbarmherziger! Amen!

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