Sabbat-Einzug.

(Freitag Abend.)

———

לְכָה דוֹדִי

Auf, auf! mein Freund, und säume nicht,

Sie kommt mit holdem Angesicht!

O, laß' uns mit Verlangen

Die süße Braut empfangen!

Ihr Angesicht ein Engelsbild,

Ihr Blick ein Strahl so licht und mild

Ihr Mund, er ladet Dich zum Kuß

Ihr Kuß, der Wonne Hochgenuß!

Ihr Lächeln grüßt wie Sonnenschein,

Der leuchtet tief ins Herz hinein.

Das ist ein Gruß, ein treuer;

O, heil'ge Sabbatfeier.

Auf, auf! usw.

Als Gott das Schöpfungswerk vollbracht,

Da ist ins Dasein sie erwacht;

Sie ist so alt, wie Sonn' und Mond

Und alles, was auf Erden wohnt.

Und bleibst doch jung für alle Zeit

In ew'ger Kindeslieblichkeit,

Wie täglich jung die Sonne,

O, heil'ge Sabbatwonne!

Auf, auf! usw.

Sie bringt Dir einen Labetrunk,

Der macht das Herz Dir frisch und jung,

Daß Du der Sorgen böse Last

Vergessen und verloren hast,

Wenn nur Dein Mund den Kelch berührt,

Den sie an Deine Lippen führt,

Daß Dich sein Geist erfülle.

O, heil'ge Sabbatstille!

Auf, auf! usw.

Es ruht die Arbeit meiner Hand.

Ich kleide mich ins Festgewand,

Ich breite meine Arme aus,

Die Königin zieht in mein Haus!

Dort strahle heller Kerzenglanz,

Wie ihres Hauptes Strahlenkranz!

Das Licht ist ihr Geschmeide.

O, heil'ge Sabbatfreude!

Auf, auf! usw.

Was klingt so lieblich an mein Ohr?

Sie ist's, sie ruft den Klang hervor!

Der ruft mich in mein Gotteshaus,

Dort zieht des Herzens Leid hinaus,

Dort ist die Seele ungetrübt

Beim Vater, der die Kinder liebt;

— Er schuf sie nicht im Grimme —

O, heil'ge Sabbatstimme!

Auf, auf! usw.

——————