6. December.
Fuchs hat uns in Aden verlassen recht niedergeschlagen und traurig, nun allein nach dem entsetzlichen Zanzibar zu müssen und vorher eine ganze Woche im Hôtel de l'Europe zu Steamer Point auf den British India Dampfer warten zu sollen, dazu hat er die ganze Zeit der hübschen Rose Mackenzie auf Leben und Tod den Hof gemacht und das Rothe Meer hindurch gebalzt wie ein Auerhahn. Schade um ihn, er ist ein netter Mensch, der den Orient von Grund kennt. Als er bei Maglaj ins Feuer ritt, rief der General Szapáry: »Der Fuchs muss überall dabei sein, bei jeder Jagd, bei jedem Rennen – aber wenn die Kugeln pfeifen, da ist er auch da!« – Mit seinem Momentapparat hat er uns alle photographirt – gruppenweise und einzeln, – hoffentlich ist es gelungen!
Die Hitze ist weniger drückend als im Erythräischen Meere, aber noch immer arg genug, – die angenehmste Zeit ist mein Morgenplausch mit dem Commandanten, da er mir Erlebnisse aus Ostasien und Indien zum Besten gibt, – wir bewundern dann stets den Kammerdiener Harrison, der mit der Pünktlichkeit der Schiffsuhr um 7 Uhr auf Deck mit den zwei Hunden erscheint und bis 8 Uhr mit denselben herumläuft – ob schön ob schlecht, Schlag 7, d. h. 6 Bells, erscheint er, adrett und rasirt, wie aus der Schachtel gezogen – 8 Bells haben noch nicht ausgeklungen, so verschwindet er wieder, und Bompa, eine schöne englische Setterbitch, und Neptun folgen ihm nach. – Es wird viel gelesen, Biegeleben ist mit der »Reise S. M. Corvette Frundsberg« beschäftigt, ich lese Mantegazza's »India«, Häckel's »Ceylon«, Sir John Strachey's »India«, ein famoses Werk, Johnson's »Oriental Religions«, Schlagintweit's »Indien«, – Sapieha studirt Hübner's »A travers l'Empire Britannique« und Coudenhove lernt mit einem in der zweiten Classe befindlichen Hinduarzte, der soeben in Edinburgh promovirt hat, Hindostani.