Dienstag, 5. Februar.

Shvay Dagon-Pagode.


SHWE DAGONE PAGODE
 Seit frühem Morgen fahren wir den Irawadi hinauf, einen der grössten Ströme der Welt – die Ufer flach, öde. – Am Landungsplatze Tausende von Zuschauern in den farbenprächtigsten Kleidern, meist rosa und himmelblau – die Männer sind schlanker, grösser und schöner als die stammverwandten Bewohner Siams. Das Haupthôtel Rangoons, das »British-Burmah H.«, ist als Gasthof dem Schiffe »Hekate« ebenbürtig. Hier empfangen uns die vorausgeeilten Amerikaner mit »bad news from Austria«, und die furchtbare Nachricht des Todes unseres Kronprinzen wirkt fast lähmend auf Poche und mich. – Wir hoffen, die Kabelgramme haben falsch berichtet – auch weiss unser Honorarconsul Biedermann noch gar nichts. – Mit schwerem Herzen erfüllen wir unsere Touristenpflichten und bewundern die »Shvay Dagon-Pagode«, entschieden die prachtvollste, kolossalste, grossartigste Pagode Asiens. – Die Lage sowohl, als die Bronzen, Schnitzereien und vor Allem die 321 Fuss hohe, ganz vergoldete Daghoba sind überwältigend. Mein Plan, einen Dampfer zu überschlagen, mit der neuen Bahn nach Mandelay zu fahren und erst nächste Woche weiter nach Calcutta zu reisen, muss – wie so manches Andere – aufgegeben werden. Die Bahn nimmt nur bis Prome Passagiere. Erst in 14 Tagen wird der Verkehr bis Mandelay eröffnet – bis jetzt gehen nur Militärzüge – zur Flussfahrt auf dem Irawádi gebricht es an Zeit; also morgen nach Maulmain.