2., 3., 4. Februar.

Glocke der SHOE DAGON PAGODE
 Prächtige Tage der höchsten Faulenzerei – bis 9 Uhr liegt Alles in Pujamahs umher, späterhin in Leinenanzügen – das Essen ist geniessbar, die Globetrotters recht lustig – besonders angenehm ist der alte Bischof mit seinem langen grauen Barte. – Stundenlang erzählt er mir von den Schönheiten der buddhistischen Lehre, die er natürlich von Grund aus kennt, sowie von der Eroberung Burmas durch die Engländer – sein meridionales Französisch klingt merkwürdig an der Küste von Tennasserim. – »Als nach der Einnahme Rangoons die grosse Glocke der Shvay Dagon-Pagode, die 7½ Fuss im Durchmesser misst, aufs englische Flaggenschiff gebracht werden sollte und beim Transporte in die Mitte des Irawadi fiel, waren alle Bemühungen der Matrosen, mit ihren Maschinen die Glocke zu heben, ganz vergeblich. – Da bat eine birmanische Deputation den Befehlshaber, ihr die am Grunde des Riesenflusses liegende Glocke zu schenken, was auch lachend und ungläubig gewährt ward. Den Tag darauf befand sich die Glocke wieder an ihrem alten Platze auf der Plattform der goldenen Pagode. – Was alle britischen Ingenieure nicht zustande gebracht, das vermochten 20.000 Birmanen in wenigen Stunden!« – Gestern war anglicanischer Gottesdienst in der grossen Cabine, und Meredith hielt eine langweilige Predigt.