Glocke der SHOE DAGON PAGODE
| | Prächtige Tage der höchsten Faulenzerei
– bis 9 Uhr liegt Alles in Pujamahs umher,
späterhin in Leinenanzügen – das Essen ist
geniessbar, die Globetrotters recht lustig –
besonders angenehm ist der alte Bischof mit
seinem langen grauen Barte. – Stundenlang
erzählt er mir von den Schönheiten der buddhistischen
Lehre, die er natürlich von Grund
aus kennt, sowie von der Eroberung Burmas
durch die Engländer – sein meridionales
Französisch klingt merkwürdig an der Küste
von Tennasserim. – »Als nach der Einnahme
Rangoons die grosse Glocke der
Shvay Dagon-Pagode, die 7½ Fuss im
Durchmesser misst, aufs englische Flaggenschiff
gebracht werden sollte und beim
Transporte in die Mitte des Irawadi fiel,
waren alle Bemühungen der Matrosen, mit
ihren Maschinen die Glocke zu heben, ganz
vergeblich. – Da bat eine birmanische
Deputation den Befehlshaber, ihr die am
Grunde des Riesenflusses liegende Glocke
zu schenken, was auch lachend und ungläubig
gewährt ward. Den Tag darauf
befand sich die Glocke wieder an ihrem
alten Platze auf der Plattform der goldenen
Pagode. – Was alle britischen Ingenieure
nicht zustande gebracht, das vermochten
20.000 Birmanen in wenigen Stunden!« –
Gestern war anglicanischer Gottesdienst in
der grossen Cabine, und Meredith hielt eine
langweilige Predigt. |