Freitag 1. Februar.
Malacca haben wir leider im Finstern berührt; heute früh legen wir wieder bei dem schönen Pulo-Penang, der Betelnussinsel, an, und Poche und ich suchen ein paar Pferde zu mieten, um den »Penang-Hill« zu erklimmen. – Es ist chinesisches Neujahr, die Strassen gefüllt mit festlich gekleideten Celestials, deren Frauen und Kinder, geschminkt und mit kostbarem Schmucke überladen, in Wagen und Gharries und Tats umherkutschiren. Nach langem Umherirren finden wir endlich ein paar knochiger Rosinantes, und den Victoriapark rechts lassend, geht's steil den Berg hinauf, durch wundervolle Wälder, die – wie Poche behauptet – den schönsten Plantagen auf Java gleichkommen. – Zuerst stolpern wir in einen Prachtpark und von da in ein luftiges, elegantes, aber ganz leeres Bungalow – ein französisch sprechender Herr belehrt uns, dies sei das Gouvernment House – wir suchen weiter und gelangen auch, nach vielem Steigen, in eine Art Hôtel, das von dem unvermeidlichen Chinesen als Sanatorium gehalten wird. – Die grossartige Aussicht, 2000 Fuss tief auf die mit üppigster Vegetation überwachsene Insel, auf das Meer ringsum, besonders aber ein kräftiges Tiffin entschädigen für die Mühen des Aufstieges – auch wirkt die Temperatur von 25° wie eine Offenbarung! Auf diesen Gäulen ist vom Hinabreiten keine Rede – in 2½ Stunden soll die »Palitana« abdampfen – also heisst's trotz Tropen, trotz Mittagssonne im Laufschritt den Berg hinunter und ebenso weiter bis zur Stadt, wo uns schliesslich ein Jinrickshaw zum Hafen führt – entschieden der heisseste Spaziergang, den ich je gemacht! Das nennt man Schwitzen!
SCHIFF AUS RANGOON