|
| | Zu seinem grossen Aerger wird Sapieha
von mir zum Besuchmachen gepresst; auf
der Barkasse suchen wir die fremden Vertreter
heim, die ausnahmslos am Flussufer
schöne, grosse Compounds, auch Campongs
genannt, besitzen. Es sind dies Reservate,
die ihnen vom Könige angewiesen sind, da
Europäer sonst in der Stadt keine Häuser
bauen dürfen. Das bei Weitem beste Bungalow
mit grossem Amtsgebäude hat der
englische Chargé d'affaires E. B. Gould (der
neue Resident Jones ist aus Philippopel noch
nicht eingetroffen) und dessen Viceconsul
E. H. French. – Der Franzose Graf Kergaradec,
von seinen Forschungsreisen den Mekong
hinauf berühmt, ist mit seiner hübschen
Frau leider auf Urlaub und wird nur schwach
durch die Herren E. Lorgeon, F. Chalant und
Charles Hardouin vertreten. – Auch der
amerikanische Generalconsul Jakob J. Child
ist verreist, und sein Neffe, C. J. Child, der
hier die Advocatie ausübt, leitet das Amt.
Dafür ist der Portugiese, Fregattencapitän
Frederico Antonio Pereira, ein charmanter
Mensch, der uns als einzige Merkwürdigkeit
in seinem netten und kühlen Hause – Glasfenster
zeigt! Wohl ein Unicum in Siam!
Auch die Deutschen haben noch einen effectiven
Repräsentanten, den liebenswürdigen
Ministerresidenten Kempermann, nebst dem
Referendar Friedrich Flügge und dem Diätär
Premierleutnant E. Meissen, einem Bruder
meines alten Arztes in Falkenstein a. Taunus.
Alle anderen Mächte haben hier nur Honorarconsuln,
so Italien, dessen Ministerresident
in Shanghai wohnt, den Kaufmann H. Sigg
(bei dem ich accreditirt bin), Holland einen
Herrn J. C. T. Reelfs, Schweden den Holzhändler
Chr. Brockmann, und wir selbst
Herrn M. |