Fünftes Kapitel.

Reise nach Huaheine und Ulietea. — Ein Weib als Gastgeschenk. — Eine dramatische Unterhaltung. — Der »furchtbare König«. — Ein Überfall.

Nachdem wir von unsern Freunden Abschied genommen hatten, segelten wir bei gelindem Winde und heiterm Wetter frohgesinnt nach Westen. Wie uns Tupia sagte, waren die Nebeninseln von Otahiti, die er Huaheine, Ulietea, Otaha und Bolabola nannte, bequem in zwei Tagesreisen zu erreichen. Auch seien diese Inseln außerordentlich bevölkert und mit Nahrungsmitteln reich versehen. Wir hatten jedoch bei nebligem Wetter Windstille, so daß wir nur langsam weiterkamen. Tupia betete zu seinem Gotte Tane um Wind, aber er fing erst zu beten an, wenn er aus allen Anzeichen schließen konnte, daß der Wind die Segel blähen würde, bevor er noch mit seinem Gebete zu Ende wäre.

Am 16. Juli erhob sich ein leichter Wind, der uns bald nach Huaheine brachte. Als wir des Morgens um 8 Uhr dem nordwestlichen Teil dieser Insel sehr nahe waren, sondierten wir, konnten aber mit achtzig Klaftern keinen Boden erreichen. Es dauerte nicht lange, so stießen einige Kähne vom Land ab; allein die Insassen kamen erst näher, als ihnen Tupia winkte. In einem der Kähne befand sich der König der Insel mit seiner Gemahlin, die dann in Begleitung ihrer Würdenträger an Bord kamen. Anfangs erstaunten sie und verwunderten sich über alles, was ihnen an Bord gezeigt wurde, allein sie beobachteten eine würdevolle Zurückhaltung; erst nach längerem Aufenthalt tauten sie auf. Der König hieß Orih, und zum Zeichen seiner höchsten Gunst machte er mir den Tausch unsrer Namen zum Vorschlag. Solange wir beisammen waren, nannte er sich König Cookih, denn so sprach er meinen Namen aus, und ich hieß Orih. Diese Insulaner waren größer und stärker als die von Otahiti, die Frauen weißer und schöner, sonst aber waren sie den Bewohnern von Otahiti in Tracht, Sprache, Sitte sehr ähnlich, nur daß sie nicht diebisch waren.

Nach 12 Uhr kamen wir in einem kleinen, aber sehr guten Hafen vor Anker. Ich ging sogleich in Begleitung von Banks, Dr. Solander, Monkhouse, Tupia, König Cookih und den andern Eingeborenen ans Land. Kaum hatten wir einen Fuß auf den Strand gesetzt, so entblößte Tupia seinen Oberkörper und hielt eine Ansprache an den König, der ihm gegenüberstand und ihm von Zeit zu Zeit antwortete, dann tauschten sie Geschenke aus. Nach Abschluß dieser Zeremonie, die wir für einen Freundschaftsvertrag hielten, durften wir uns überall frei und unbelästigt bewegen und konnten gehen, wohin wir wollten. Tupia verfügte sich nach dem Hauptmorai, um dort zu opfern.

Am nächsten Morgen erstiegen wir die Berge, die von der gleichen Beschaffenheit wie die in Otahiti waren, nur schienen Gestein und Ton noch mehr verbrannt zu sein. Wir hatten einen Tauschhandel mit den Eingeborenen etabliert. Das Geschäft ging sehr flau, denn wenn wir etwas ausboten, so kaufte keiner früher, als bis er sich mit seiner Sippschaft eingehend über die Chancen beraten hatte, worüber zwecklos viele Zeit vergeudet wurde, so daß wir am ersten Tag nur elf Ferkel eintauschen konnten. Am nächsten Morgen boten wir Beile aus, für die wir die größten Schweine bekamen. Am Nachmittag, als bekannt wurde, daß wir unsre Abfahrt vorbereiteten, machte der König seine Abschiedsvisite. Ich gab ihm u. a. einen Zinnteller, worauf mein Name und das Datum: »16. Juli 1769 Huaheine« gestempelt waren. Dieses Geschenk konnte als dauernder Beweis dafür gelten, daß wir die ersten europäischen Entdecker dieser Insel waren.

Wir segelten hierauf nach der Insel Ulietea, die 7–8 Seemeilen südwestlich von Huaheine liegt, und um halb 7 Uhr des Abends waren wir an der östlichen Seite der Insel etwa 3 Seemeilen von der Küste. Die ganze Nacht über lavierten wir hin und her. Sobald der Tag anbrach, steuerten wir gegen die Küste hin. Bald darauf erblickten wir eine Einfahrt im Riffe, das vor der Küste liegt. Tupias Aussage nach sollte sich dahinter ein guter Hafen befinden, weil ich mich aber nicht blindlings auf sein Wort verlassen wollte, so schickte ich den Steuermann in der Pinasse aus, um genaue Untersuchungen anstellen zu lassen. Tupia hatte uns recht berichtet, denn der Steuermann signalisierte uns, daß wir ihm folgen sollten. Wir steuerten daher in die Einfahrt hinein und kamen in 22 Klaftern auf weichem Grund vor Anker. Es dauerte nicht lange, so fuhren zwei Kähne der Eingeborenen an uns heran; in jedem Kahne befanden sich ein schönes Weib und ein junges Schwein, die für uns bestimmt waren. Daß sie uns Weiber zuführten, hielten wir für einen Beweis ihres Vertrauens. Die Schweine waren Geschenke. Wir nahmen beides mit pflichtschuldigem Danke an und beschenkten die Damen je mit einem großen Nagel und mit Glaskorallen, worüber sie hoch erfreut waren. Tupia, der die Männer von Bolabola sehr zu fürchten schien, machte uns darauf aufmerksam, daß sie Ulietea erobert hätten, und daß sie, sobald sie von unserer Anwesenheit erführen, herabkämen, um uns zu bekriegen. Wir beschlossen daher, sofort an Land zu gehen. Banks, Solander, ich und Tupia ließen uns sofort ans Ufer setzen, wo Tupia angesichts der Eingeborenen dieselben Zeremonien wie in Huaheine vornahm, eine englische Flagge hißte und im Namen des Königs von England Ulietea, Huaheine, Otaha und Bolabola — die drei letztgenannten Inseln konnten wir von unserm Standorte aus übersehen — in Besitz nahm. Wir fuhren die nächsten Tage nach Otaha und Bolabola, hatten aber ungünstigen Wind. Am Nachmittag des 29. Juli befanden wir uns in der Länge des südlichen Endes von Ulietea und windwärts von einigen Häfen, die auf der westlichen Seite dieser Insel liegen. Nun hatten wir zwar diese Insel schon besucht und waren kürzlich auf ihrer andern Seite vor Anker gelegen. Weil wir aber inzwischen in der Pulverkammer ein Leck erhalten hatten, entschloß ich mich, in einem dieser Häfen vor Anker zu gehen. Als das Schiff gesichert war, ging ich an Land, um einen Platz zu suchen, wo wir Ballast und Wasser einholen könnten. Die Herren Banks und Dr. Solander ergingen sich den ganzen Tag über in der schönen Gegend. Die Eingeborenen begegneten ihnen überall mit großer Höflichkeit und Ehrerbietung. Männer, Frauen und Kinder sammelten sich in großer Menge um sie, ohne ihnen im geringsten lästig zu fallen. Im Gegenteil, jeder war bestrebt, ihnen in jeder Weise behilflich zu sein. Man trug sie über Pfützen und Lachen. Man geleitete sie wie Halbgötter in die Wohnungen der Vornehmen und bildete dabei Spalier. Als sie in das Haus eines der Fürsten traten, fanden sie alles in feierlicher Ordnung. Auf dem Boden war eine Matte ausgebreitet, an deren Ende die Familie saß, während das Volk an beiden Seiten aufgestellt war. In einem andern vornehmen Hause wurden sie von einigen reichgekleideten Kindern erwartet. Das eine war ein sechsjähriges Mädchen, das sich auf den Arm seiner schönen Amme stützte und die Geschenke der Herren mit so liebreizender Würde wie nur irgendeine europäische Prinzessin empfing. Das Volk war über die Geschenke, die diesem Kinde gemacht wurden, so entzückt, daß irgendein Vornehmer den Gebern zu Ehren einen Tanz tanzen ließ, der sie höchlichst interessierte.

Am 3. begegneten wir einer Gesellschaft reisender Tänzer, die aus zwei Tänzerinnen und sechs Männern mit drei Trommeln bestand. Tupia berichtete uns, daß diese Gesellschaft den vornehmsten Kreisen zugehörig sei, zu ihrem Privatvergnügen umherziehe und keine Geschenke für ihre Darbietungen beanspruche. Die Tänzerinnen hatten denn auch eine beträchtliche Menge Tamous oder geflochtenen Haares um ihre Köpfe gewickelt und mit Kapjasmin verziert. Den Hals, die Schultern, die Arme und die Brust bis unter die Achselhöhlen hatten sie entblößt, die enganliegende Taille war von feinstem, schwarzem Tuch, an jeder Seite der Brust war ein kleiner Busch schwarzer Federn. Während der braun und weiß gestreifte Hüftenteil des Kleides malerisch gefaltet war, hing der weiße Rockteil glatt hinab und bedeckte die Füße, die sie mit großer Virtuosität und ebenso kunstfertig und graziös wie irgendeine Ballettänzerin bei uns zu wirbeln wußten.

Zu Beginn des leidenschaftlichen Tanzes schritten sie rhythmisch und im genauen Takte mit den Trommeln in zierlichen Schritten seitwärts. Dann bewegten sie die Hüften in immer heftigeren Bewegungen, was sie in allen Stellungen und Situationen dieses üppigen Tanzes, im Stehen, im Knien, im Sitzen und selbst dann beibehielten, als sie sich liegend auf die Ellenbogen stützten. In allen diesen Phasen bewegten sie zugleich die Finger mit einer fast unbeschreiblichen Geschwindigkeit. Außerdem entzückte die Zuschauer die Kühnheit der Gebärden und Stellungen, die in der Tat unsagbar frech waren.

Eine der Tänzerinnen trug drei Perlen als Ohrgehänge; eine der Perlen war sehr groß, aber so trübe, daß sie wenig wert war, die beiden andern waren erbsengroß, von schönstem Wasser und prächtiger Form, aber durch das Bohren verdorben. Herr Banks hätte diese Perlen um jeden Preis eingehandelt, aber ihre Besitzerin vermochte sich nicht von ihnen zu trennen.

Zwischen den Tänzen führten die Männer eine Art theatralischer Vorstellung auf, die aus Sprechrollen und Tänzen bestand; wir waren aber leider nicht in der Lage, den Inhalt ihrer Darbietung zu verstehen.

Tupia hatte uns früher schon erzählt, daß er auf Ulietea vor einiger Zeit noch reich begütert gewesen, aber durch die Eroberung der Insel seitens der Krieger von Bolabola um seine Besitzungen gekommen wäre. Er zeigte uns jetzt seine ehemaligen Ländereien. Als wir ans Land gingen, erfuhren wir von den Eingeborenen, daß dem also sei. Sie zeigten uns die verschiedenen Güter, die unserm Freunde, wie sie sagten, von Rechts wegen zugehörten. Am 5. August übersandte mir Opuhui, »der furchtbare König« von Bolabola, der Arrih rähie, ein Geschenk von drei Schweinen, einigem Federvieh und vielen Früchten, nebst verschiedenen Stücken 150 Fuß langen Tuches. Seine Majestät tat mir zugleich kund und zu wissen, daß sie sich auf der Insel befinde und die Gewogenheit haben werde, mich am folgenden Tage mit einem Besuche zu beehren. Wir blieben am 6. also allesamt an Bord und erwarteten feierlichst das Erscheinen des »großen Königs«, fanden uns aber bald angenehm enttäuscht. Denn er sandte drei schöne Mädchen als Botschafterinnen an uns ab und ließ sich durch diese ein Gegengeschenk für das seinige ausbitten. Vielleicht wagte er sich Tupias wegen nicht an Bord, oder vielleicht glaubte er durch seine schönen Botschafterinnen für sich ein höheres Gegengeschenk herauszuschlagen, als ihm persönlich gelungen wäre. Auf alle Fälle waren wir über sein Fernbleiben sowenig betrübt, wie es die drei Grazien über ihren Besuch an Bord waren.

Kommt der Berg nicht zu Mohammed, so geht Mohammed zum Berge, dachten wir und brachen am Nachmittag auf, um unter dem Geleite unsrer schönen Freundinnen den »furchtbaren König« zu besuchen, unter dem wir uns einen gewaltigen Kriegshelden, einen tatkräftigen Eroberer vorstellten, weil er der Schrecken aller war, die wir auf Ulietea kennengelernt hatten. Und an Stelle unseres Idealhelden fanden wir einen abgelebten, armseligen, schwachen Greis, der vor Alter halb blind, träge und fast kindisch war. Er empfing uns ohne jede besondere Feierlichkeit und ohne jedes Gepränge. Wir überreichten ihm unser Geschenk, worüber er so zufrieden war, daß er noch ein Schwein dreingab. Wir wußten, daß er sich am liebsten auf Otaha aufhielt. Daher teilten wir ihm mit, daß wir beabsichtigten, am nächsten Tage dieser Insel einen Besuch abzustatten, und luden ihn ein, mit von der Partie zu sein, was er auch zusagte.

Am nächsten Morgen brachen wir mit der Pinasse und dem langen Boote auf. Unterwegs stieß der König zu uns. Als wir in Otaha landeten, machte ich ihm eine Axt zum Geschenk, in der vergeblichen Hoffnung, daß er dann unsern Tauschhandel protegieren würde. Um die Mittagszeit nahmen wir Abschied von ihm. Wir aber trennten uns, um die Küste nach verschiedenen Seiten zu befahren. Bei dieser Gelegenheit machte ich sehr gute Geschäfte. Inzwischen war das Leck ausgebessert worden, und als wir Ostwind bekamen, segelten wir ab. Tupia bat mich, eine Kugel gegen Bolabola abzufeuern. Ich tat dem braven Mann, der seinen Feinden zeigen wollte, mit welchen Mächten er befreundet war, den Gefallen und ließ eine Kanone abfeuern. Ich taufte die Inselgruppe: »Die Gesellschaftsinseln«, behielt aber für die einzelnen Inseln die alten Namen bei.

Wir setzten unsern Lauf gegen Süden fort. Zur Mittagsstunde des 13. Augusts erblickten wir im Südosten Land. Tupia sagte uns, daß wir die Insel Oheteroa vor uns hätten. Um 6 Uhr befanden wir uns kaum drei Seemeilen von ihr entfernt; ich ließ daher die Segel kürzen und lavierte die ganze Nacht über hin und her. Am nächsten Morgen steuerte ich auf die Insel zu. Wir liefen unter dem Wind und hielten uns hart an der Küste, an der wir eine Anzahl Eingeborener beisammen erblickten. Um neun Uhr schickte ich meinen Leutnant Gore mit der Pinasse ab und beauftragte ihn, eine Landung zu versuchen und wenn möglich von den Eingeborenen zu erfahren, ob die Bai vor uns Ankergrund habe und was für Land weiter südwärts liege. Herr Banks und Dr. Solander schlossen sich Herrn Gore an und nahmen Tupia als Dolmetscher mit. Als sie sich dem Lande näherten, sahen sie, daß die Indianer mit langen Lanzen bewaffnet waren. Um eine Landspitze zu umschiffen, steuerte Herr Gore längs der Küste hin, was ihm die Indianer als Feigheit auslegten. Der Trupp war etwa sechzig Mann stark. Sie setzten sich in den Sand, doch folgten einige Krieger dem Boote und versuchten, es durch Schwimmen zu erreichen und zu entern. Das Boot steuerte indes um die Landspitze und kam in eine große Bai, an deren Küste sich sofort ein Haufe bewaffneter Insulaner zeigte. Unsre Leute beschlossen hier zu landen und näherten sich der Küste, von der ein Kahn voll Bewaffneter abstieß. Sobald er in der Nähe war, ließ Herr Gore den Eingeborenen durch Tupia sagen, daß wir in friedlicher Absicht kämen und ihnen Nägel schenken wollten, die man ihnen zeigte. Nach kurzer Beratung kamen sie näher und nahmen einige Nägel an, allein sie benützten diese Gelegenheit zu einem verräterischen Überfall. Drei von ihnen sprangen in unser Boot. Der erste sprang neben Banks und suchte ihm das Pulverhorn zu entreißen. Banks entwand es ihm und suchte ihn über Bord zu drängen, allein der Indianer behauptete seinen Platz. Herr Gore wollte seine Kugelbüchse abfeuern — der Schuß versagte. Die Mannschaft feuerte nun über die Köpfe der Indianer weg, was diese vor Schrecken Hals über Kopf ins Wasser trieb. Als die braunen Gesellen wegschwammen, sandte ihnen einer von unsern Leuten eine Kugel nach, wodurch ein Indianer einen Streifschuß an der Stirn erhielt. Die Wunde war so leicht, daß sie ihn nicht hinderte, eilig in den Kahn zu springen und stark nach dem Ufer zu rudern, wo sich inzwischen mehr als zweihundert Krieger versammelt hatten. Unser Boot steuerte ebenfalls nach dem Land, konnte aber wegen einer Sandbank nicht anlegen. Gore hielt es daher für gut, der Küste entlang zu rudern und einen günstigen Landungsplatz zu suchen. Unsre Leute beobachteten, wie die Indianer sich um die Krieger drängten und eifrig gestikulierten. Bald darauf lief ein einzelner Krieger mit der Lanze in der Hand uns nach. Als er uns eingeholt hatte, fing er an wild zu tanzen, seine Lanze zu schwingen und grelle Schreie auszustoßen. Wie Tupia erklärte, bedeutete dieser Hokuspokus die Kriegserklärung der Insulaner. Das Boot ruderte immer weiter; der Kriegsbote folgte uns und wiederholte seinen Kriegstanz. Da Leutnant Gore keine passende Landungsstelle fand, so kehrte er um und steuerte direkt auf die Landungsstelle der Eingeborenen, um diese zu einem Palaver zu veranlassen und zu einem Friedensvertrage zu bewegen.

In diesem Augenblicke kam ein andrer Kriegsbote, der eine aus den schillernden Schwanzfedern der schönsten Tropenvögel zusammengesetzte Mütze und Kleider aus Tuchen von allen Farben trug und das Tanzen noch besser verstand als sein Vorgänger. Der Matrosenwitz unsrer Leute taufte den Gecken: Hanswurst. Da seine Bocksprünge unser Boot nicht zum Stillhalten brachten, näherte sich ein älterer Häuptling und fragte unsre Leute, wer sie wären und woher sie kämen. »Von Otahiti!« antwortete ihm Tupia in dessen eigener Sprache. Die Indianer beratschlagten aufs neue. Tupia stand ihnen tapfer Rede und Antwort, flüsterte aber Herrn Gore fortwährend zu, auf seiner Hut zu sein, denn die Indianer wären immer noch sehr kriegerisch gesinnt. Endlich wollten sie uns Lebensmittel verkaufen, machten aber zur Bedingung, daß wir ohne Waffen an Land kommen sollten, worauf Gore sich nicht einließ. Vielmehr kehrte er sofort zum Schiff zurück.

Die Waffen dieser kriegerischen Eingeborenen bestanden aus langen Lanzen und kürzeren Piken, die auch als Keulen dienten. Lanzen und Keulenpiken waren aus dem sehr harten Holze des Etoabaumes verfertigt und mit vieler Sorgfalt poliert. Wir sahen Lanzen von 20 Fuß Länge, die trotzdem nicht über drei Finger dick waren. Die Waffe, die als Keule und als Pike diente, war etwa 7 Fuß lang und war an einem Ende mit einer Beilspitze versehen. Gegen diese Waffen schützten sie sich durch eine Mattenrüstung, mit der sie unter ihren Kleidern den Leib bedeckten. Ob diese primitive Rüstung aber Schutz gewährt gegen die Lanzen mit dem Stachel des Rochens als Spitze, die wir in dieser Gegend sahen, ist mehr als zweifelhaft.

Tupia sagte uns, daß in verschiedenen Entfernungen und Lagen zwischen Süden und Nordosten von Oheteroah außerordentlich fruchtbare Inseln lägen. Allein da ich mir vorgenommen hatte südwärts zu steuern, um womöglich festes Land zu entdecken, so ging ich auf die dringenden Vorstellungen Tupias nicht ein.