Dritter Gesang.
[19] Vers 26.
Ludwig, Infant, Bruder des Königs Emanuel von Portugal, und der Isabella, Gemahlinn des Kaisers Carl V.
[20] Vers 35.
Ruyter. Hier ist keineswegs der berühmte holländische Seeheld, Michael Hadrian Ruyter (geb. zu Vließingen im J. 1607, gest. 1676) gemeint, der sich vom gemeinen Matrosen bis zum Range eines Admirals aufschwang; die englische Seemacht zu verschiedenen Malen schlug; von seinem Vaterlande nach Verdienst geehret ward, und endlich bei der Unterstützung der Spanier in Sicilien, dem Aetna gegenüber, in einem Treffen durch eine Kanonenkugel den Fuß verlor, an welcher Wunde er bald darauf in der Bay von Syrakus starb, sondern Franz Ruyter, den Paul Jovius in seiner Geschichte des tunetanischen Feldzugs unter den Feldherrn aufführt. (Siehe: Paul Jov. Hist. Lib. 34. pag. 284 Basileae an. 1578.)
[21] Vers 47.
Porto Venere an der südwestlichen Spitze des Genueser Gebiethes.
[22] Vers 49.
Alphons Avalos, Marchese del Vasto (auch Guasto), einer der berühmtesten Feldherrn Carls V. aus dem Hause der Pescara im Königreich Neisen, im J. 1502 geboren, wohnte der Schlacht von Bicocca (im J. 1522) bei; wurde nach Anton Leyva’s Tode Gouverneur von Mailand, und hatte den Oberbefehl des Heeres bei dem Kriegszug nach Tunis. Im J. 1543 entsetzte er Nizza, das von den Franzosen, und ihrem Verbündeten, Chereddin Barbarossa, belagert war. Er starb im J. 1546 zu Vigevano, wahrscheinlich aus Kummer, den ihm die gegen die Franzosen verlorne Schlacht von Cerisoles in Piemont (14. April 1544) zugezogen hatte. (P. Jov. Hist. et Roscio Capit. illustr. p. 288.)
[23] Vers 57.
Das Geschlecht der Ebersteine soll schon zu Carl d. Gr. Zeiten in großem Ansehen gestanden seyn. Was die Geschichte Gewisseres von ihnen gibt, ist: daß Eberhard, der Stammvater der Ebersteine, Hedwig, die Tochter Kaisers Heinrich I. geehlicht, und seinen Hof in Hohentviel gehabt habe. Als Abgesandter des Kaisers an den Papst, erhielt er von diesem am Pfingstfeste zu Rom die goldne Rose zum Geschenk, die er, nach dem Gebrauche der römischen Kirche, getragen hatte, und die bei seiner Heimkunft der Kaiser in den Wapenschild der Ebersteine setzen hieß. Sein Sohn Ludwig wohnte der Schlacht Heinrichs I. gegen die Ungern vor Merseburg bei. — Die zweite Stammlinie der Ebersteine richtete Graf Otto I. in Pommern zu Neugarten auf. Otto III. der um das Jahr 1370 gelebt, soll der Stifter der würtembergischen Hauptlinie seyn. — Otto II. ein anderer Stammvater der Ebersteine, verbesserte die Herrschaft an der Weser, und erbaute das Schloß Ottenstein. Man sieht noch die Ruinen des Schlosses Eberstein unweit Holzminden an der Weser. (Meibom. Rerum Germ. T. II. p. 515. Luca: Grafen-Saal, pag. 943.)
[24] Vers 74.
Donau, Danubius (Ister hieß er den Alten von Wien hinab) einer der größten Flüsse Europas, da er nach Büsching eine Strecke von 700 Meilen durchläuft, und mehr als 160 größere und kleinere Flüsse in sich aufnimmt, entspringt, nach der gewöhnlichen Meinung, am Schwarzwalde bei Donaueschingen, obschon Andere diese Ehre zwei anderen Quellen, der Brega und Brigach, mit welcher sich jene vereinigt, ertheilen. Die Donau endet an der Küste Bessarabiens ihren Lauf, und stürzt sich durch sechs Arme mit solcher Gewalt in das schwarze Meer, daß ihr Wasser mehrere Meilen weit im Meer noch süß und erkennbar seyn soll.
[25] Vers 119.
Hunyady (Johann Corvinus Hunniades), den, nach einigen, ein walachischer Bojar mit der Elisabeth Paläologa, aus dem Geschlechte der letzten griechischen Kaiser; nach Andern, König Sigismund, außerehlich — mit der Tochter eines edeln Walachen erzeugt haben soll, wurde zu Ende des vierzehnten Jahrhunderts geboren. Er war, während der Minderjährigkeit des Königs Ladislaus Posth., Statthalter von Ungern, während seines ganzen Lebens ein Schrecken der Türken, die er in verschiedenen Schlachten besiegte, und zuletzt (am 6. August 1456) von Belgrad vertrieb, und starb am 16. Sept. desselben Jahrs. Von seinen zwei Söhnen wurde der ältere, Ladislaus, im folgenden Jahre zu Ofen enthauptet. Der jüngere, Mathias (Corvinus), gelangte zur ungarischen Krone. (Bonfin. Hist. Hung.)
[26] Vers 132.
Zirknitz (Czirknitzer See) im Lande Krain, sechs Stunden von Laibach, gibt dem anstoßenden See den Nahmen, der eine Meile lang, und eine halbe breit ist. Das Wasser dieses wunderbaren Sees versinket gewöhnlich des Jahres einmal durch Oeffnungen, die sich in seinem Bette befinden. Sobald es sich zum Ablauf neiget, eilt Jung und Alt, die Fische in großer Menge herauszuziehen. Nach beiläufig zwanzig Tagen wächst dort, wo erst das Wasser stand, vortreffliches Gras, und nachdem dieses eingeerntet ist, wird noch Hirse darin gebaut, wo auch die Jagdfreunde an Hasen und wildem Geflügel reichliche Beute finden.
[27] Vers 149.
Niclas Salm und Wilhelm Roggendorf, dessen Tochter die Gemahlinn des ersteren war, vereinte auch das Band der zärtlichsten Freundschaft. Beiden als Feldherrn, war die Vertheidigung Wiens gegen Solymans zahlloses Belagerungsheer anvertraut. Eine Kanonenkugel fuhr in den Wall, und schleuderte einen zertrümmerten Stein gegen Salms Schenkel, bei dem letzten Sturm, den Solyman am 14. October 1529 gegen die Wälle Wiens unternahm. An der erhaltenen Wunde starb dann Salm am 4. Mai 1530 zu Marcheck, wohin er sich hatte bringen lassen. (Siehe Taschenbuch für die vaterländische Geschichte durch Freih. von Hormayr &c. vierter Jahrgang. S. 102.)
[28] Vers 238.
Elba, eine kleine Insel des mittelländischen Meeres, von beiläufig zwölf Meilen, Livorno gegenüber. Ihr Hauptreichthum sind die Eisenminen von Rio, deren Erze mehr als die Hälfte reines Metall geben, und von ihrer schillernden Farbe (Eisenglanz) bekannt sind. Porto Ferrajo (Eisenport), mit einer guten Rhede und 3000 Einwohnern, ist die Hauptstadt der Insel.
[29] Vers 372.
Toledo, Pedro Alvarez de Toledo, Vice-König von Neapel, ein Sohn des zweiten Herzogs von Alba, bekam mit seiner Gemahlinn Maria Osorio Pimentel den Staat von Villafranca, und war der Schwieger des ersten Herzogs von Florenz, Cosmus von Medicis.