Sittiche.

Der Wellensittich. (Psittacus undulatus.) Unter den Sittichen ist der Wellensittich einer der bekanntesten und verbreitesten in der Vogelliebhaberei, und seine Zucht ist ebenso dankbar wie lohnend.

Seine Heimath ist Australien, woselbst er in ungeheuren Schaaren zur Brutzeit die grasreichen Ebenen aufsucht und wenn diese nicht mehr genügend Nahrung bieten, nordwärts zieht. Die Sämereien der verschiedenen Grasarten namentlich das „Känguruhgras“ bilden seine bevorzugte Nahrung. Die Nester werden in hohlen Bäumen, in Baumlöchern und selbst in Höhlungen des Wurzelstockes von Bäumen angelegt. Das Nest selbst ist kunstlos, höchstens wird als Unterlage etwas Holzmull benutzt auf welchen die einfarbigen weißen Eier gelegt werden. Die Bebrütung dauert 18 Tage, seltener mehr und die Jungen bleiben 8 Tage blind. Nach dieser Zeit sprossen die Federn resp. Kiele hervor und die Nestlinge verlassen erst mit vollständiger Befiederung das Nest. Die Brutzeit fällt bei uns gewöhnlich in die Wintermonate, meist Dezember. Höchst anmuthig ist das Benehmen eines Päärchens Wellensittiche im Käfige oder auch in der Vogelstube besonders zur Brutzeit. Emsig an den Stäben des Käfigs oder in den angebrachten Aesten herumkletternd und nagend, hurtig über den Boden hinlaufend, gewandt zwischen den Aesten und dem Gebüsch hindurch fliegend, immer beweglich, gegenseitig schnäbelnd und liebkosend, bietet ein Paar dieser kleinen Sittiche das Bild der steten Unruhe und Beweglichkeit. Im allgemeinen verträglich wird der Friede nur dann gestört, wenn überzählige Weibchen die Hecke ober Vogelstube bewohnen. Dann beginnt ein Verfolgen und Befehden mit solcher Hartnäckigkeit und Ausdauer, wie man sie den sonst so liebenswürdigen Vögeln nicht zutrauen sollte. Dagegen werden die Männchen in Ueberzahl selten zum Verhängniß, im Gegentheil, sie suchen sich durch Auffüttern der noch nicht flüggen und bereits ausfliegenden Jungen nützlich zu machen.

In der Gefangenschaft bietet man dem Wellensittich künstliche Niststätten, sog. Nistkästen mit Schlupfloch, dessen Boden eine seichte Vertiefung hat. Nothwendig ist es indeß, daß man mehr aufhängt wie Paare vorhanden sind, damit die Vögel sich nach Belieben eine Brutstätte wählen können. Eines besonderen Nistmaterials bedarf es nicht, höchstens daß man den Boden des Nestes einige Millimeter hoch mit Sägespäne bedeckt. Die [so] hergestellten Nester werden von den Sittichen aufs eifrigste untersucht und endlich auch bezogen. Das Gelege besteht in der Regel aus 4—6 Eier seltener mehr, die vom Weibchen bebrütet werden. Dieses verläßt nur zur Reinigung das Nest und wird während der Brutperiode vom Männchen aufs sorgsamste gefüttert; diese Fütterung dauert auch noch fort, wenn die Eier ausgefallen sind, und das zärtliche Männchen versorgt jetzt auch noch die Fütterung der Jungen. Diese sind in den ersten Tagen recht unansehnlich, plump und nackt, bedecken sich dann mit gelbweißem Flaum, aus dem nach 8—10 Tagen die ersten Kiele sprossen. Im weiteren Verlauf der Befiederung zeigen sich dann zunächst die gelben Spitzen der Schwungfedern bis nach etwa 30 Tagen das Federkleid ziemlich ausgebildet erscheint und der Vogel das Nest verläßt. Die jungen, bereits vollständig ausgefiederten Wellensittiche sind von den Alten leicht zu unterscheiden; während bei Letzteren die Stirn reingelb ist, zieht sich bei den Jungen die schwarze Strichelzeichnung bis zum Schnabel hin, auch ist das Federkleid im Ganzen mattfarbiger.

Sobald die Jungen selbständig sind, müssen sie von den Brutpaaren getrennt werden, da diese oft noch zur zweiten und dritten Brut schreiten und die erst ausgekommenen Jungen nur Anlaß zu Störungen geben würden. Diese sind mit 9 Monaten bereits fortpflanzungsfähig.

In der Gefangenschaft füttert man den Wellensittich mit Hirse und Kanariensamen je zur Hälfte und mit geschältem Hafer; letzterer leistet zur Brutzeit gute Dienste. Als Leckerei ist in der Reife stehender Hafer auf dem Halm, dann [Baumzweige,] von welchen Weiden bevorzugt werden, etwas kalkhaltige Stoffe z. B. Sepiaschalen zu reichen. Zu vermeiden ist Hanf, höchstens in ganz geringer [Quantität] für entkräftete Vögel, Salat, alle Kohlarten &c. Die Nahrung ist einfach und der Wellensittich befindet sich dabei wohl.

Alles hier in Bezug auf Haltung angegebene ist auch für die übrigen Sittiche maßgebend.

Die Stimme des Wellensittich ist ein angenehm zwitschernder Gesang, der niemals lästig wird; einzelne Exemplare lernen wohl auch einige Worte sprechen.

Ausgefärbte Männchen sind an Stirn, Oberkopf vom Schnabel an bis zur Mitte des Kopfes, an Wangen und Kinn hochgelb, auf der Mitte der Wangen einige Federchen prachtvoll hellblau wie Punkte aussehend und an den beiden Wangenseiten nach unten zu zwei ähnliche ovale schwarze Fleckchen. Vom Oberkopf abwärts über Rücken, Schulter und Flügel grünlichgelb, fein schwarz quer gewellt, auf den Schultern und den Flügeln ist die schwarze Zeichnung halbkreisförmig. Die Schwungfedern sind schwärzlich, hellgelb gesäumt. Die Unterseite des Körpers, Bürzel und Hinterleib hellgrasgrün, die zwei mittelsten verlängerten Schwanzfedern dunkelblau, die übrigen Schwanzfedern grünblau mit breitem, gelbem Mittelfleck. Schnabel grünlich horngrau, Wachshaut lebhaft dunkelblau glänzend, Füße bläulich-grau mit schwarzen Nägeln. Das Weibchen ist ein wenig kleiner sonst gleich gefärbt wie das Männchen, nur sind die blauen Wangen und schwarzen Bartflecken kleiner [und] weniger grell von Farbe; auch ist die Wachshaut des Schnabels mehr grau.

Abnorme Färbungen sind ganz gelbe und gelblichweiße Wellensittiche.

Der rothschultrige Schönsittich. (Psittacus pulchellus.) Ein hübscher, farbenprächtiger Sittich auch „Türkisin“ [genannt] und aus Australien stammend. Ein etwas träger, mürrischer Vogel, der erst mit Eintritt der Dämmerung etwas an Leben gewinnt und dann emsig in seinem Käfig herumklettert. Im allgemeinen wird dieser Vogel als wenig widerstandsfähig angesehen und dies mag auch bei den meisten frisch eingeführten Vögeln, die durch ungeeignete Ernährung heruntergekommen sind, der Fall sein. Nach eigenen Beobachtungen hält sich aber dieser Sittich einmal akklimatisirt bei entsprechender Pflege jahrelang und wir haben selbst im Winter in ungeheiztem Zimmer ein Paar ohne Schaden durchgebracht. Dieses Paar schritt auch zur Brut, brachte aber das Gelege nicht durch.

Der Schönsittich ist ein reizend gefärbter Vogel. Oberkörper dunkelgrün, Unterkörper lebhaft goldgelb, Gesicht rings um die Augen und Stirn himmelblau, grüner Zügelstreif, Schulterfleck tiefroth, Oberflügel hellblau, untere Flügeldecken dunkelblau ebenso die Schwingen, die unterseits schwärzlich sind. Schnabel schwarz-grau, Füße röthlich-grau, Auge dunkel. Bei älteren Männchen zeigt sich am Bauch ein röthlicher Fleck. [Das] Weibchen ist weniger lebhaft gefärbt, sieht im Ganzen düsterer aus; das Grün auf dem Rücken zieht ins graue über, die Abzeichen an Stirn und Flügel sind matter [und] schmäler und es fehlt der Schulter- und Bauchfleck. Futter wie Wellensittich.

Der Alexandersittich (Psittacus torquatus) in der Größe einer Haustaube, ist ziemlich häufig [und] unter den Sittichen wohl der begabteste, da er am ehesten und leichtesten Worte nachsprechen lernt. Vor Jahren besaßen wir einen Alexandersittich der ausnahmsweise zahm war, mehrere Worte sprach und einige kurze Sätze wie: „Guten Morgen Papa“ &c. zusammenbrachte. Infolge seiner leichten Zähmbarkeit, nicht minder durch sein zutrauliches Wesen und seine Aufmerksamkeit würde er, fiel nicht sein überaus unerträgliches Geschrei zu seinem Ungunsten in die Wagschale, einer der beliebtesten Sittiche sein, die auch einzeln im Käfig oder auf dem Ständer gehalten werden können.

Die Heimath des Alexandersittich ist Afrika und Asien, woselbst er oft in ungeheuren Schaaren die Felder heimsucht. Er nistet in hohlen Bäumen, Erdlöchern und selbst in der Nähe menschlicher Wohnungen, in Mauerlöchern &c. In der Gefangenschaft züchtet er unter günstigen Verhältnissen mit Erfolg.

Futter vorwiegend Kanariensamen und Hanf mit etwas weißer Hirse und ungeschältem Hafer; auch kleiner Mais und mit Vorliebe süße Früchte.

Das Gesammtgefieder ist grasgrün, auf Rücken und Flügel dunkler und unterseits gelblicher. Ein schwarzer, sich zu einem Kinnbart herabziehender Backenstreif grenzt an das rosarothe Halsband, das am Hinterkopf ins hell lila-blau übergeht. Der Schnabel ist karminroth, die Füße röthlich-grau. Das Weibchen ist einfach grün und nur im Alter wird bei ihm ein dunkelgrünes Halsband sichtbar.

Der Pflaumenkopfsittich (Psittacus cyanocephalus) ein hübscher und etwas kleinerer Sittich wie der Vorige und nicht so lästig durch unangenehmes Schreien, wird aber gleich diesem zahm und sehr zutraulich. Heimath das indische Festland und Ceylon. Auch der [Pflaumenkopfsittich] hat bereits mehrmals in der Gefangenschaft erfolgreich gebrütet. Futter wie bei dem Vorigen.

Der Kopf ist purpurroth, nach dem Hinterkopf zu pflaumenblau schillernd; die Kopfzeichnung wird von der grünen Gesammtfarbe des Vogels durch ein schwarzes Halsband und Bartstreif, welches sich bis zum Unterschnabel hinzieht, getrennt. Außerdem ziert den Nacken noch ein hellblau-grünes Band. Schulterfleck roth-braun, das übrige Gefieder mit Einschluß des in eine lange Spitze endigenden Schwanzes grasgrün. Oberschnabel gelblich-weiß, Unterschnabel schwärzlich und Auge perlweiß. Das Weibchen ist unscheinbar gefärbt; einfarbig grün mit aschbläulich angehauchtem Kopf und breitem grünem Halsband. Größe wie die einer Drossel.

Man unterscheidet noch den rosenrothköpfigen Edelsittich (Psittacus rosiceps), bei welchem der Kopf mehr fahl rosa-roth ist und das grüne Nackenband fehlt.

Der [Keilschwanz-] oder Kaktussittich (Psittacus cactorum) in der Größe dem Vorigen gleichkommend, stammt aus Brasilien, wo er sich besonders in den mit hohem Kaktus bestandenen Gegenden in großen Flügen aufhält und an den saftigen Früchten der Kakteen und den Beeren niedriger Sträucher gütlich thut. Auch dieser Sittich wird bei guter Behandlung zahm und zutraulich und lernt manchmal einige Worte sprechen.

Stirn und Oberkopf bräunlich, Zügel, Wangen und Ohrgegend [lebhaft] grün, Kehle, Halsseiten wie der obere Bauchtheil olivengrünlich ins braune überspielend; Unterbrust und Bauch hochgelb, alles übrige Gefieder grün und der Schnabel weißlich horngrau. Futter wie beim Alexandersittich.

Der Nymphensittich (Psittacus Novae-Hollandaise) einer der anmuthigsten und trotz seiner einfachen Färbung einer der schönsten Sittiche. Im Innern Australiens vorkommend, vereinigen sich zu großen Schaaren an den Tränkplätzen, laufen emsig nach Nahrung suchend auf dem Boden umher, fliegen aufgescheucht durch das geringste Geräusch auf die nächsten hochstehenden Bäume, um bald wieder nach eingetretener Ruhe dem Futtersuchen nachzugehen. In seiner Heimath nistet er immer in der Nähe von Gewässer und läßt während des Fluges sein durchdringendes Geschrei ertönen. Die Nistzeit beginnt dorten in den Monaten Februar und März; sie brüten, [und] zwar im Gegensatz zu anderen Sittichen das Gelege, gewöhnlich in 4—6 Eier bestehend, gemeinschaftlich aus, wie auch die Aufzucht seitens der Alten getheilt wird. Doch fällt dem Männchen hier der Hauptantheil zu.

In der Gefangenschaft beginnen sie oft bereits im September zur Brut zu schreiten und meist ist diese erfolgreich. Der Nymphensittich wird bei pfleglicher Behandlung zahm und zutraulich und ist sonst ein ruhiger Vogel, der oft stundenlang auf einer Stelle hockt; geräth er dann in Bewegung, so klettert er behend von seiner Stange herunter [und] trippelt mit hocherhobenem Kopf, angenehm pfeifende Töne von sich gebend, in seinem Käfig umher.

Kenntlich durch den auffallend hohen, spitzen Federbusch ist dieser wie das Gesicht schwefelgelb, letzteres mit rothem, an dem äußeren Rande schwachverlaufendem Backenfleck geziert, die dem Gesicht etwas keckes doch anmuthiges verleiht. Augen schwarz mit hellgrauem Augenring. Schnabel schwarz-grau und Füße grau-röthlich. Das übrige Gefieder ist hell aschgrau mit breiter, weißer Flügelbinde, Schwingen dunkler schwärzlich-grau. Das Weibchen ist fast gleich gefärbt, doch ist die Haube mehr gelblich-grau, auch das Gesicht und der Wangenfleck erscheinen schmutziger. Größe die einer kleinen Taube. Futter wie der Alexandersittich.

Der [Blumenau-] oder Grassittich (Psittacus tirica) ein einfarbiger, grüner, aber äußerst munterer und lebhafter Sittich mit schriller, gellender Stimme, der sich über ganz Brasilien oft in erheblich großen Schaaren verbreitet.

Im Käfig oder in der Vogelstube zeichnet er sich durch seine Zerstörungswuth aus; mit Beharrlichkeit benagt er alles erreichbare Holz, ja selbst in unserer Vogelstube den Mörtel bis auf die Steine. Sie gewöhnen sich leicht an den Pfleger und werden leidlich zahm.

Sein Gefieder ist einfarbig grasgrün, auf dem Rücken dunkler und der Unterseite heller gefärbt und nur in den Flügeln zeigt sich wenig blau. Das Weibchen ist etwas düsterer gefärbt. Schnabel hell röthlich, Wachshaut weiß-grau, Augen braun, Füße schmutzig fleischfarben.

Der Mönchsittich. (Psittacus monachus.) Ein einfach gefärbter Sittich, bekannt als arger Schreier. Trotzdem er im allgemeinen nicht besonders liebenswürdig ist, werden doch einzelne Exemplare sehr zutraulich [und] zahm.

Der Mönch- oder Quäker-Sittich kommt in Südamerika ziemlich häufig vor, vereinigt sich oft zu großen Flügen und wird dann den Plantagen durch seine Verwüstungen äußerst schädlich. Er ist der einzige Sittich der ein freistehendes Nest baut. Dasselbe wird meist gemeinschaftlich angelegt und bezogen, besteht aus Reisern &c. und hat eine kugelige Form; das Einschlupfloch wird seitlich angebracht. Das Gelege besteht aus 3—4 weißlichen Eiern. Der Mönchsittich brütet auch in der Gefangenschaft und ist ziemlich hart und ausdauernd. Futter wie der Alexandersittich.

Kopf, Vorderhals und Brust sind perlgrau, jede Feder mit etwas dunklerem Endsaum, Oberseite grasgrün, Mantel dunkel grün-bräunlich. Unterbauch, Schenkel und untere Schwanzdeckfedern gelblich-grün, Schnabel hellgrau und Füße bräunlich-grau.

Der [Goldstirn-] oder Halbmond-Sittich (Psittacus aureus) einer der gemeinsten Sittiche Südamerika's. Anmuthiger und sanfter Vogel, der einzeln im Käfig gehalten sehr zahm und zutraulich wird; auch wohl einige Worte sprechen lernt. Er fällt weniger wie der Vorige durch Schreien lästig, obschon er wie alle Papageien von seiner Stimme zuweilen unangenehmen Gebrauch macht.

Seit zwei Jahren besitzen wir ein Paar Goldstirnsittiche, die in einer großen Voliere mit genügend Nistgelegenheiten untergebracht sind, ohne daß sie bis jetzt Anstalt zu einer Brut gemacht haben. Dagegen haben sie sich als äußerst widerstandsfähig erwiesen, da sie den verflossenen strengen Winter in ungeheiztem Raum zubringen mußten, ohne irgend Schaden zu nehmen. Futter wie der Alexandersittich.

Der [Goldstirnsittich] hat an Stirn [und] Vorderkopf eine halbmondförmige orangegelbe Zeichnung und ein gleichfarbiger Ring zieht sich um's Auge; der Oberkopf ist blau-grün, die Oberseite des Körpers dunkel grasgrün, Wangen und Hals bis herunter zur Brust bläulich-gelb, Brust und Bauch licht orangegelb. Schnabel schwarz und Füße schwärzlich-grau. Das Weibchen ist wenig kleiner und die Kopfzeichnung matter, sonst ist es schwer vom Männchen zu unterscheiden.

Der Nanday-Sittich (Psittacus nanday) in Paraguay heimisch. Dieser Sittich wird sehr zahm und besonders gegen seines Gleichen äußerst zärtlich und verträglich. Ihr Benehmen ist ein drolliges, da sie immerfort in Bewegung sind; knixend, hüpfend, die Federn sträubend tanzen sie auf der Sitzstange ihres Käfigs umher und wenn sie auch schreien, so ist ihr Geschrei doch nicht so durchdringend wie bei manchen andern Sittichen. Er hat die Größe des Goldstirnsittich, erscheint aber etwas schlanker. Futter wie der Vorige.

Stirn, Oberkopf und Wangen schwarz, nach dem Hinterkopf zu dunkelbraun, Oberseite grasgrün, am Bürzel gelblicher, Kehle und Oberkopf bläulich-grün, Bauch und Hintertheil gelb-grün, Schenkel [scharlachroth], Flügel dunkelgrün, Schwingen indigoblau ebenso die Schwanzfedern; Schnabel schwärzlich-grau und Füße bräunlich-grau.

Der Jenday-Sittich (Psittacus jendaya) ist in Südamerika vornehmlich in Brasilien zu Hause. Einer der angenehmsten Sittiche die auch besonders durch ihre Farbenpracht sehr geschätzt sind. Er läßt sich leicht zähmen und ist dann einer der zutraulichsten Käfigvögel. Futter wie der Alexandersittich.

Kopf, Hals und Brust sind orangegelb, an den Seiten, der Bauch und Hintertheil hyazintroth, ein ebenso gefärbter Fleck befindet sich an den unterseitigen Flügeldecken; der Rücken, die Flügel und der Schwanz sind schön gelblich-grün. Schnabel schwarz, Füße grau. Die Färbung ist je nach Alter ziemlichem Wechsel unterworfen.

Der Rosella- oder Buntsittich (Psittacus eximus) ein australischer Vogel und wohl der farbenprächtigste Sittich überhaupt. In seinen Eigenschaften unterscheidet er sich nicht wesentlich von seinen Verwandten; obschon im allgemeinen ein zugänglicher Vogel, der wenn auch nicht anhaltend, so doch zuweilen sein unangenehmes Geschrei ertönen läßt und gegen andere Sittiche wenig verträglich erscheint, wird er doch bei pfleglicher Behandlung sehr zahm, lernt aber selten einige Worte sprechen. Auch der Rosella-Sittich nistet in der Gefangenschaft mit Erfolg. Futter wie bei den Vorigen.

Kopf, Hals und Brust hoch karminroth, ebenso die unteren Schwanzdecken; Wangen und Kehle weiß. Oberrücken und Mantelschwanz breit gelb gesäumt, Schwingen und [Flügeldecken] blau, ebenso der Schwanz. Bauch und Bürzel grün, Schnabel weiß-gelblich-grün, der Oberschnabel am Grunde dunkel horngrau, Füße graubraun mit schwarzen Krallen. Hat etwa die Größe einer Dohle.

Vorstehend sind nur die gangbarsten Sittiche wie sie der Handel meist bringt, angeführt; es kommen jedoch noch eine Menge anderer Sittiche, wenn auch nur vereinzelt, auf den Markt, die hier anzuführen, wegen des beschränkten Raumes nicht angeht.