Vogelstube.

Geräumige Käfige, ebenso Zuchtkäfige wie auch die verschiedenen Nistkasten führen jede bessere Vogelhandlung, und dürfte deren Beschreibung überflüssig sein. Volieren werden meist nach einer Zeichnung angefertigt und richtet sich deren Herstellung nach Raum, Lage und Mittel, dagegen soll die Beschreibung einer einzurichtenden Vogelstube hier kurz folgen.

Zu einer Vogelstube eignet sich jedes Zimmer; die beste Lage ist nach Süden oder Südwesten, denn Sonne und Licht muß einfallen um den Raum zu erhellen und zu erwärmen. Die Fenster müssen von außen mit engem Drahtgeflecht verschlossen sein, damit dieselben bei gutem Wetter geöffnet werden können. Je nach der Größe des Raumes und der Zahl der zu haltenden Vögel, kann man die Vogelstube in Abtheilungen einrichten und dies erzielt man leicht und ohne große Kosten durch Rahmengestelle von Holzlatten, die mit engem Drahtgeflecht überzogen werden. Auf diese Weise lassen sich leicht Absperrungen und besondere Bruträume herstellen. Die Wände der Vogelstube dürfen weder in Oelfarbe gestrichen noch mit Tapete überzogen sein; am besten ist glatter Mörtelverputz und gekalkte Wände. Den Fußboden muß man so herrichten, daß er nicht zu kalt ist und mit einer Lage Fluß- oder Bachsand versehen, zudem öfter reinigen um dem Ungeziefer die Gelegenheit zu nehmen, sich einnisten zu können. Auch die Holzlatten der Rahmengestelle dürfen nicht mit Oelfarbe gestrichen sein, weil Papageien diese benagen und bleihaltige Farben zu Vergiftungen und schmerzlichem Tode führen.

Das Innere der Vogelstube muß man entsprechend ausstaffiren und zwar durch hohle Baumstämme, Grottensteine, Aesten die man allenthalben annagelt, in Töpfen oder Kübel stehende Sträucher, Pflanzen &c., weiter durch aufzuhängende Nistkasten in genügender Zahl.

In der Mitte der Vogelstube ist ein kleines flaches Wasserbassin anzubringen und kann man dies noch zu einem Springbrunnen herrichten, desto schöner wird sich das Ganze machen. Als Trinkgefäße nehme man die pneumatischen, weil sich in diesen das Wasser länger frisch und auch sauber erhält; auch die Freßgeschirre sollten gegen Beschmutzung geschützt sein, und es giebt deren viele die zweckentsprechend konstruirt sind. Oeftere Lüftung — im Sommer — täglich muß stattfinden, um die verdorbene Luft durch frische zu ersetzen, wie denn auch peinlichste Reinlichkeit in der Vogelstube herrschen sollte.