Unser Schiff.

Staatskabine des »König Albert«.

Wie schon mehrfach erwähnt, hatten wir uns auf dem deutschen Reichspostdampfer »König Albert«, dem >Norddeutschen Lloyd< gehörig, eingeschifft, und da uns dieser Dampfer bei der Überfahrt so gute Dienste geleistet hat, so fühle ich mich verpflichtet, über ihn zu schreiben und ihn meinen Landsleuten, die nach mir die Fahrt nach Deutschland unternehmen werden, zu empfehlen. Der Dampfer ist ca. 150 m lang und 20 m breit und ist der größte Dampfer des >Norddeutschen Lloyd<, welcher von Japan nach Deutschland verkehrt. Er kann außer einer ungeheuren Ladung noch etwa 2400 Passagiere (davon 2000 dritter Klasse) beherbergen. Auf unserer Fahrt wurden an Kajütenpassagieren erster und zweiter Klasse aufgenommen 54 Personen in Japan, 40 Personen in Shanghai, 40 in Hongkong, 45 in Singapore, 13 in Penang und 15 in Colombo. Wie viele Passagiere sich außerdem noch in der dritten Klasse befanden, ist mir nicht bekannt. Auch eine ziemlich bedeutende Schiffsbesatzung – ungefähr 200 Köpfe – war an Bord.

Promenadendeck des »König Albert«.

Auf dem Dampfer unterscheidet man das Hauptdeck, über diesem das Oberdeck, hierüber das untere, dann das obere Promenadendeck und ganz oben das kleine Sonnendeck. Vorzüglich eingerichtet und wahrhaft künstlerisch ausgestattet ist der Speisesaal, welcher auf dem unteren Promenadendeck liegt; ferner das sehr große Musikzimmer, beide für Passagiere erster Klasse. Aber auch Speisesaal und Damenzimmer für die Passagiere zweiter Klasse, welche sich auf dem Oberdeck befinden, sind äußerst geräumig und schön eingerichtet. Für die Passagiere erster sowohl wie zweiter Klasse ist je ein Rauchsalon vorhanden. Sämtliche Räume werden mittels unzähliger elektrischer Glühlampen erleuchtet. Einer besonders luxuriösen Ausstattung erfreut sich die Staatskabine, die ihrerseits wieder aus Wohn-, Schlaf- und Badezimmer besteht. Aber auch die Kajüten erster und zweiter Klasse sind gut und praktisch eingerichtet und man kann in ihnen die lange Überfahrt, auch wenn sie sechs Wochen oder noch länger dauert, bequem überstehen. Wir haben uns darin jedenfalls sehr wohl gefühlt und ich glaube dasselbe von jedem andern Passagier annehmen zu dürfen. Auch die Verpflegung auf dem Schiff ist – wie ich schon einmal erwähnt habe – geradezu ausgezeichnet, ich will nicht verfehlen, auch an dieser Stelle meiner Zufriedenheit Ausdruck zu geben. Es ist dies ja nur eine Bestätigung dessen, was man öfters sagen hört, daß der >Norddeutsche Lloyd< und die >Hamburg-Amerika-Linie<, diese beiden größten deutschen Schiffsgesellschaften, alles aufbieten, um die schnellsten und größten, zugleich aber auch die bequemsten und mit den neuesten Sicherheitsmaßregeln versehenen Schiffe in Dienst zu stellen. Hoffen wir, daß es ihnen noch lange gelingen wird, in diesem edlen Wettstreit an der Spitze zu bleiben, denn davon würden wir als Passagiere den größten Vorteil haben; das Reisen würde immer sicherer und angenehmer werden.

Damensalon des »König Albert«.