Operation eines Panaritiums.
Dieser Fall ist durch das häufige Vorkommen des Uebels ohne alles Interesse, merkwürdig dagegen durch den so unerhört schnellen Eintritt der Betäubung. Eine Dame von einigen dreißig Jahren war seit 8 Tagen durch ein Panaritium am linken Zeigefinger von den fürchterlichsten Schmerzen, welche ihr den Schlaf raubten, gefoltert. Sie wollte nicht einmal die Berührung des kranken Fingers erlauben, noch weniger sich zu einem Einschnitt verstehen, obgleich ich ihr sonst den Verlust oder wenigstens die Verkrümmung des Zeigefingers prophezeite. Als ich ihr dann die vorherige Betäubung durch Aether empfahl, willigte sie wenigstens darin, einen mit Aether befeuchteten Schwamm vor Mund und Nase zu halten. Ich befeuchtete nun einen Schwamm von der Größe einer großen Untertasse mit Aether, drückte denselben aus und ließ ihn unmittelbar auf Mund und Nase legen. Zu meinem größten Erstaunen trat schon nach ⅓ Minute völlige Empfindungslosigkeit mit gänzlich aufgehobenem Bewußtsein ein. Alle Sinne, selbst das Gehör waren aufgehoben, und der Puls äußerst langsam. Ich machte jetzt, ohne daß die Kranke es nur im Geringsten merkte, an der einen Seite des Fingers einen Einschnitt bis auf die Knochen, worauf sich eine Menge Eiter entleerte. Noch immer lag die Kranke in tiefer Betäubung da, und erst nach dem Besprengen mit kaltem Wasser öffnete sie die Augen und erhob sich, noch in dem Glauben stehend, der Schnitt soll erst jetzt vorgenommen werden.