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Anweisung
zum
Weinbau
an
Gebäuden, Mauern, Lauben und Bäumen.
Von
J. G. Bornemann.
Leipzig, 1841,
Carl Heinrich Reclam.
Anweisung
zum
Weinbau
an
Gebäuden, Mauern, Lauben und Bäumen,
als eine sehr leichte, angenehme und nützliche Beschäftigung
für Erwachsene sowohl, als
auch für Kinder.
Herausgegeben
zur Ermunterung der Kinder
zu
edler Thätigkeit
von
Johann Gottfried Bornemann,
Schullehrer in Döbern bei Bitterfeld.
Zweite verbesserte und vermehrte Auflage.
Leipzig, 1841,
bei Carl Heinrich Reclam.
Kommt, ihr Kinder, lernet nun,
Was recht Nützliches zu thun!
Statt unnützer Tändeleien,
Laßt den Weinbau euch erfreuen!
Das ist ein Geschäft für euch.
Drum ergreift die Reben gleich!
Legt sie schicklich in die Erde,
Damit es ein Stöckchen werde.
Werdet ihr’s zwei Jahre pflegen,
Bringt’s im dritten euch schon Segen.
Das wird eine Freude seyn,
Wenn ihr sagen könnt: „der Wein,
Der dort an dem Hause pranget,
Hat durch mich die Höh’ erlanget.”
Seht, wie kahl stehn die Gebäude!
Macht euch doch die edle Freude,
Sie mit diesem schönen Grün
Hurtig ringsum zu umzieh’n!
Und wie werden süße Beeren
Euch wohlschmecken, kräftig nähren!
Eh’ ihr werdet Junggesellen,
Müssen alle leere Stellen,
Wo ja sonst nichts kann gedeih’n,
Von euch grün bepflanzet seyn.
Und ihr Mädchen merkt es euch!
Eh’ ihr seyd dem Weinstock gleich,
Müssen eure zarten Händchen
Viele, viele tausend Bändchen
An den Wein gebunden haben,
Wenn euch sollen Trauben laben.
Jeder der nur pflanzen kann,
Fange gleich den Weinbau an.