II. Besichtigungs-Protokoll,

betreffend

ausgegrabene Knochen eines neugebornen Kindes.

Verhandelt Charlottenburg, den 28. Mai 18—.

In Sachen, betreffend die Ermittelung der Todesart des Kindes, dessen Gebeine am 16. d. M. im Garten des Kaufmanns Peitzer vergraben aufgefunden, verfügten sich heute die unterzeichneten Gerichtspersonen nach dem Krankenhause, woselbst sie antrafen:

u. s. w.

Es war hierauf erschienen

der Geheime Medicinal-Rath, Physikus Herr Dr. Casper.

Demselben wurde der Inhalt des Paketes, welches vorstehend recognoscirt worden, zur Untersuchung übergeben, und derselbe aufgefordert, die Besichtigung der aufgefundenen Gebeine und Substanzen vorzunehmen, deren Inhalt und deren Beschaffenheit genau zu bemerken, und sich gutachtlich darüber zu erklären:

ob die aufgefundenen Gebeine und Substanzen zu dem Körper eines neugebornen, lebendig gewesenen, oder wie alten Kindes gehört, und vor wie langer Zeit ungefähr event. der Tod des Kindes erfolgt sein kann?

Es wurden endlich noch dem Herrn Geheimen Medicinal-Rathe Casper diejenigen 8 Knochen vorgelegt, welche am 24. d. M. in Gegenwart der Unterzeichneten durch den Knecht Schulze an dem qu. Orte aufgefunden worden, wie dies die Verhandlung vom 24. d. M. ergiebt.

Hierauf äusserte sich der Geheime Medicinal-Rath Herr Dr. Casper gutachtlich wie folgt:

Die mir vorgelegten Substanzen bestehen

a) in einem groben, linnenen, mit einer verrosteten Stecknadel zusammengesteckten Lappen, der anscheinend weiss gewesen, und durch den sichtlich darauf befindlichen Kalk vielfach zerfressen ist;
b) aus grossen Mengen grösserer oder kleinerer, talgartiger, gelblich weisser, schmieriger, an der Flamme schmelzender Massen, die sich deutlich wie sogenanntes Fettwachs verhalten. Einzelne der nachher zu beschreibenden Knochen, namentlich die beiden Oberschenkelbeine, das Stirnbein, die Hüftbeine und Unterkieferbeine sind noch mehr oder weniger in diesem Fettwachs eingehüllt, wie es denn überhaupt eine lange und mühsame Arbeit war,
c) die gefundenen Knochen resp. aus dem Sand, Kalk, Lappen und Fettwachs möglichst einzeln zu gewinnen.
Dieselben bestehen in:
1) einem dreifach zerspaltenen Scheitelbeine, an seinem grössten Durchmesser 31⁄2 Zoll lang resp. 23⁄4 Zoll breit, mit Fettwachs, Sand und Kalk verunreinigt;
2) dem grössten Theile eines Hinterhauptbeins von dreieckiger Gestalt mit deutlicher äusserer Protuberanz, von seiner Basis bis zur Spitze 23⁄8 Zoll hoch und 21⁄2 Zoll breit;
3) einem halbmondförmigen Fragment eines Scheitelbeins, 2 Zoll hoch und 21⁄2 Zoll breit, an welchem noch einzelne gleich weiter zu beschreibende Haare kleben;
4) einem Stirnbein mit deutlich entwickeltem Höcker, vom Augenhöhlenfortsatze bis zur Spitze 2 Zoll hoch und ebenso breit;
5) zwei Unterkieferbeinen, jede Hälfte 2 Zoll lang, Höhe in der Mitte 3⁄8 Zoll;
6) einem unförmlichen, dünnen und flachen Knochenstückchen, was muthmaasslich dem Siebbeine angehörte;
7) zwei Oberkieferbeinen, 13 Linien breit und 11 Linien hoch;
8) einem vielfach zerrissenen, etwa 21⁄2 Zoll langen und 1 bis 11⁄2 Zoll breiten, postpapierdicken Fetzen, der offenbar der sehnigten Schädelhaube angehörte, und an welchem sich sehr deutlich ziemlich viel hellblonde Haare von bis zu 3⁄4 Zoll Länge vorfinden;
9) 5 Fragmenten von Wirbelbeinen, wovon 3 mit deutlichen Dornfortsätzen; mit einem scharfen Messer lassen sich die Körper derselben trennen, und wird das schwammige Gefüge deutlich sichtbar;
10) einem bedeutenden Stück Fettwachs, woraus die beiden Hüftbeine entwickelt worden. Dieselben sehr deutlich erhalten sind resp. 15 Linien hoch und 17 Linien breit;
11) in der Nähe derselben lag im Fettwachse eingehüllt eine braungelbliche, schmierige Masse, bei näherer Untersuchung auf einem dünnen Häutchen aufliegend, die sogleich nicht nur dem Ansehen, sondern auch dem von allen Anwesenden anerkannten Kothgeruche nach, für Darmkoth — Kindspech — erklärt wurde;
12) einem Oberarmbeine, 21⁄2 Zoll lang, an seinem unteren Ende 5⁄8 Zoll, an seinem oberen 1⁄2 Zoll breit, mit dem Messer in der Mitte nicht zu zerschneiden; dicht am Knochen liess sich noch beim Abschaben ein braunrothes, gleichsam muskelartiges Gefüge wahrnehmen;
13) dem linken Schlüsselbeine, 25 Linien lang, von festem Gefüge;
14) dem linken Schulterblatte, 16 Linien lang, 1 Zoll in seinem grössten breiten Durchmesser; das acromion, deutlich vorhanden, ragt über dem Gelenktheile 2 Linien hervor;
15) einem Fragmente vom rechten Schulterblatte mit deutlicher Gräthe;
16) 12 Rippen, wovon die kleinste etwa 2 Zoll, die grösste 21⁄2 Zoll lang ist; auch das Gefüge dieser Knochen ist so hart, dass sie sich mit dem Messer nicht zerschneiden lassen. Die Biegung der Rippen ist sehr stark;
17) beiden Oberschenkeln, resp. 3 Zoll lang, am Pfannenende 1⁄2 Zoll dick, in der Mitte 1⁄4 Zoll, im Durchmesser 1⁄4 Zoll, am Knieende 6⁄8 Zoll breit; das Gefüge am Körper ist sehr hart, die Trochanteren lassen sich deutlich wahrnehmen;
18) zwei Schien- und zwei Wadenbeinen, die Schienbeine resp.21⁄2 Zoll lang, an ihrem obern Ende einen halben, an ihrem untern 5⁄8 Zoll breit, in der Mitte des Körpers 3 Linien breit; beide Wadenbeine genau 21⁄8 Zoll lang, am obern Ende 21⁄2 Linien, am unteren 3 Linien breit.

Nach obigem Befunde gebe ich mein Gutachten auf die mir vorgelegt werdenden Fragen dahin ab:

1) dass die untersuchten Knochen einem menschlichen Kinde angehört haben;
2) dass ihre Configuration, Beschaffenheit und Dimensionen beweisen, dass das Kind jedenfalls ein lebensfähiges und höchst wahrscheinlich ein vollständig ausgetragenes gewesen sei;
3) dass über das Leben desselben in oder nach der Geburt sich gar nichts, auch nur mit einiger Wahrscheinlichkeit bestimmen lässt;
4) dass das Kind wahrscheinlich nicht länger als 1 bis 11⁄2 Jahre in der Erde gelegen habe.
v. g. u.
Casper.
a. u. s.
Kolk. Bredow.

Inhalts-Register.


(Die beigesetzten Zahlen beziehen sich auf die Seiten.)

Aortenbogen, Schuss in denselben [28].

Athemprobe [123]. [126]. [127]. [128]. [129]. [138]. [139].

Axthiebe, tödtliche [43].

Bajonett-Wunde, tödtliche [55].

Balgerei, tödtliche [87].

Bauchwunde, penetrirende [55].

Blut, Farbe desselben bei Ertrunkenen [113].

Blut, geronnenes, bei einem todtgebornen Kinde [133].

Brüche der Extremitäten, tödtlich [16]. [57]. [69].

Bruch von Halswirbeln [15].

Bruch des Brustbeins [52].

Bruch des Oberschenkels, tödtlich [16]. [57].

Bruch des Oberarms, tödtlich [57].

Bruch des Unterschenkels, tödtlich [67].

Bruch des Schaambeins [18].

Chloroformirung, tödtliche [151].

Cruralis, s. Schenkelschlagader [3].

Dünndarm zerschossen [22].

Erdrosselung [95]. [101].

Erfrierungstod des Neugebornen [141].

Erhängung in vollkommen stehender Stellung [92].

Erhängen [88].

Erstickungstod eines zwei Tage alten Kindes [137].

Erstickungstod [77][104].

Erstickungstod aus innern Ursachen [83]. [94].

Ertrinkungstod [105][121].

Ertrinkungstod, neues Zeichen desselben [109].

Fall in einen Keller, tödtlich [50].

Fall von einer Treppe, tödtlich [51].

Fettwachsbildung [133].

Gehirn, Ruptur desselben [14].

Gehirneiterung nach Kopfverletzungen [37]. [39]. [43]. [45]. [46]. [65].

Haare, ihr Ausgehen bei Vergifteten [174].

Halswirbel, Bruch desselben [15].

Harnblase bei Ertrunkenen [111].

Herz, Schusswunde in dasselbe [27]. [30]. [33]. [35].

Herzbeutelwunde [89].

Hirnhämorrhagie, ob bei Ertrunkenen vorkommend? [110].

Hohlvene, Schuss in dieselbe [28]. [30].

Hungertod, Fall, [169]; angeblicher [172].

Infanterie- und Kavalleriesäbel als tödtliche Werkzeuge [46].

Kehldeckel, sein Stand bei Ertrunkenen [110].

Knochen, ausgegrabene, eines Kindes; Protokoll darüber [193].

Kopfschusswunde [21]. [23].

Kopfverletzungen [10]. [14]. [21]. [23]. [24]. [25]. [29]. [32]. [37][51]. [59]. [64]. [118].

Kugeln, ihre Eingangs- und Ausgangsöffnung schwer zu unterscheiden [20].

Kunstfehler der Medicinalpersonen, über dieselben [152].

Kupfersulphat, grosse Dosen desselben [156].

Leberhiebwunde, tödtliche [54].

Leberrisse, wie sie vorkommen [12].

Leichnam, was ist ein? [173].

Lethalitätslehre [1].

Luftröhre, verwest am frühesten [81].

Luftröhre, Zerreissung derselben [15].

Lunge, Schusswunde in dieselbe [27]. [28]. [29]. [30]. [31]. [33].

Lungen, ihr Ansehn bei Ertrunkenen [112].

Lungen, Sinken Einer, Schwimmen der Andern [139].

Lungen einer verwesten Leiche sinken [127]. [128].

Lungen, deren Farbe als Kriterium der Athemprobe [123]. [134]. [135].

Lungen, Sinken Einer, bei einem zwei Tage alten Kinde [138].

Meconium, enthält Wollhaare [183].

Milz-Hypertrophie, merkwürdige [75].

Misshandlungen, tödtliche [59]. [75]. [76].

Mittelfleisch, Berstung desselben [11].

Mord durch Erdrosselung [95]. [104].

Mord durch Erstickung [77].

Mord durch Ertränken [114]. [117].

Mord durch Kopfverletzungen [39]. [43].

Mord durch Strangulation [84].

Nabelschnur, Trennung derselben am Nabel [143].

Nabelschnur, ihre Ränder [125].

Netz und Dünndarm zerschossen [22].

Neugeborne, zweifelhafte Leben und Todesarten derselben [121][146].

Nothzucht und Mord [84].

Obduction, Ursprung des Wortes [6].

Obductions-Protokoll, ein ausführliches [186].

Oberarm, tödtlicher Bruch desselben [57].

Oberschenkel, tödtlicher Bruch desselben [57].

Oberschenkelbruch, tödtlich [16].

Ossificationsdefecte am Kopfe der Neugebornen [174]; ihre Verwechselung mit Fracturen [175].

Penis, Zusammengezogensein desselben als neues Zeichen des Ertrinkungstodes [109].

Risse, tödtliche, s. [Ruptur].

Rückenmark, Verletzung desselben [52].

Rückenmark, Schusswunde in dasselbe [26].

Ruptur des Herzbeutels [50].

Ruptur des Gehirns [14].

Ruptur der Leber [12]. [13]. [50]. [52]. [53].

Ruptur der Luft- und Speiseröhre [15].

Ruptur der Milz [51].

Ruptur des Rückenmarkes [52].

Säbelhiebe, tödtliche [45]. [46]. [49].

Schenkelschlagader, Schuss in dieselbe [31].

Schuppentheil vom Schlafbein abgesprengt [10].

Schusswunden, tödtliche, 19 Fälle [19].

Schusterhammer, Tödtung durch denselben [39].

Schwefelsäure, Vergiftung [149].

Selbsterwürgung in liegender Stellung [101].

Selbstmord durch Erhängen [88]. [89]. [92].

Spätgeburt, zweifelhafte [130].

Speiseröhre, Zerreissung derselben [15].

Spitzkugeln, wie sie wirken [19].

Strangmarke [89]. [98].

Strangmarke durch die Nabelschnur [159].

Sturz, tödtlicher, des Neugebornen [135].

Suffocation s. Erstickungstod.

Sugillation, Fehlen derselben bei schweren innern Verletzungen [13]. [51]. [54].

Todtschlag durch Kopfverletzungen [59]. [64].

Todtschlag durch Säbelhiebe [45]. [46]. [49].

Tödtlichkeit, s. Lethalitätslehre.

Tödtung der Kreissenden, angeblich durch Schuld der Hebamme [150].

Tödtung des Neugebornen, angebliche, durch die Hebamme [159].

Trepanation [43].

Ueberfahren, Tödtung durch dasselbe [10].

Unterschenkel, tödtlicher Bruch desselben [69].

Vena cava, Schuss in dieselbe [28]. [30].

Vena poplitaea, zerschossen [25].

Vena saphaena, tödtliche Verblutung aus derselben [58].

Verblutungstod [25]. [27]. [28]. [29]. [30]. [31]. [33]. [35]. [58].

Verbrennung, tödtliche, zweier Kinder [167].

Verbrennung durch ein Plätteisen, tödtlich [169].

Vergiftungen, über dieselben [147].

Vergiftung durch Schwefelsäure [149].

Vergiftung durch Wasserschierling [150].

Vergiftung, angebliche, durch den Arzt [155].

Vergiftung durch Chloroform [161].

Verletzungen, Tödtung durch dieselben [10].

Verwesung, ihr chronologisches Vorschreiten in den innern Organen [175].

Verwesung macht den Beweis des Ertrinkungstodes schwierig [106].

Verwesung, wie sie bei Wasserleichen chronologisch vorschreitet [107].

Wasser im Magen bei Ertrunkenen [112].

Wasser in den Bronchien bei Ertrunkenen [114].

Wasserleichen, wie sie verwesen [107].

Wasserschierling, angebliche Vergiftung durch denselben [150].

Windmühlenflügel, tödtliche Schläge durch denselben [37].

Wollhaar bei reifen Kindern [126].

Wollhaare im Fötus-Meconium [183].

Zangengeburt, Resultate einer schweren [136].

Zinksulphat, grosse Dosen desselben [156].

Züchtigungen, angeblich tödtliche [69].

Zwerchfell, Schuss in dasselbe [29].

Zwerchfell, dessen Stand bei Ertrunkenen [111].

Zwerchfell, Stand desselben bei Neugebornen [132].


In demselben Verlage ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben:

Augustin, Geh. Med.-Rath etc. Dr. F. L., die Königlich Preuss. Medicinal-Verfassung oder: Vollständige Darstellung aller, das Medicinalwesen und die med. Polizei in den Königl. Preuss. Staaten betreffenden Gesetze etc. 7. Bd., die Verordnungen, Einrichtungen etc. vom Jahre 1838 bis 1842 enthaltend. 8.

2 Thlr. 261⁄4 Sgr.

Auswahl, neue, medicinisch-gerichtlicher Gutachten der Königl. wissenschaftlichen Deputation für das Medicinalwesen. I. Lieferung, a. u. d. T.:

Zur gerichtlichen Geburtshülfe. Eine Auswahl von Entscheidungen der Königl. wissenschaftlichen Deputation für das Medicinalwesen, mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten, herausgegeben von Jos. Herm. Schmidt, Geh. Med.-Rath, Prof. Dr. etc. gr. 8. geh.

1 Thlr. 12 Sgr.

Budd, Prof. Dr. G., Die Krankheiten der Leber. Aus dem Englischen bearbeitet und mit Zusätzen versehen von Dr. Henoch. gr. 8. Mit 2 Steindrucktafeln. broch.

2 Thlr.

Bühring, Dr. Joh. Jul., die Heilung der Eierstockgeschwülste. gr. 8. geh.

20 Sgr.

— — Die seitliche Rückgrats-Verkrümmung in ihren physiologischen und pathologischen Bedingungen und deren Heilung. Nebst erstem Jahresbericht aus dem orthopädischen Institut zu Berlin. Lex. 8. Mit 5 lith. Tafeln. geh.

25 Sgr.

— — Zur Pathologie und Therapie der Krankheiten des Hüftgelenks und ihrer Ausgänge. gr. 8. Mit 1 Steindrucktaf. geh.

28 Sgr.

Busch, Geh. Med.-Rath Prof. Dr. D. W. H., Lehrbuch der Geburtskunde. Ein Leitfaden bei akademischen Vorlesungen und bei dem Studium des Faches. Fünfte vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 11 Holzschnitten. gr. 8. geh.

3 Thlr. 15 Sgr.

— — Atlas geburtshülflicher Abbildungen, mit Bezugnahme auf das Lehrbuch der Geburtskunde. 2te Auflage. 49 Steintafeln und Text. kl. 4. broch.

2 Thlr. 20 Sgr.

Casper, Geh. Med.-Rath Prof. Dr. J. L., der Entwurf des neuen Strafgesetzbuchs für die Preussischen Staaten, vom ärztlichen Standpunkte erläutert. gr. 8. broch.

10 Sgr.

— — Gerichtliche Leichenöffnungen. Erstes Hundert. Dritte vermehrte und gänzlich umgearbeitete Auflage. gr. 8. geh.

27 Sgr.

Damerow, Geh. Med.-Rath, Prof, Dr. H., Zur Kritik des politischen und religiösen Wahnsinns.

(Aus der „Zeitschrift für Psychiatrie“ besonders abgedruckt.)

gr. 8. geh.

10 Sgr.

Friedberg, Dr. H., Histologie des Blutes, mit besonderer Rücksicht auf die forensische Diagnostik. gr. 8. Mit 2 Tafeln. broch.

28 Sgr.

Goeden, Med.-Rath, Dr. A., die Carbonisation des Blutes als Heilmittel. gr. 8. geh.

12 Sgr.

Heidenhain, Dr. Heinrich, das Fieber an sich und das typhöse Fieber, physiologische, pathologische und terapeutische Untersuchungen. gr. 8. broch.

1 Thlr. 25 Sgr.

Helfft, Dr. H., Krampf und Lähmung der Kehlkopfs-Muskeln und die dadurch bedingten Krankheiten. gr. 8. geh.

16 Sgr.

Henoch, Dr. Ed., Klinik der Unterleibs-Krankheiten. I. Bd. gr. 8. geh.

(Der II. Band ist im Drucke.)

1 Thlr. 20 Sgr.

Herzog, Med.-Rath Dr., die Körperverletzungen, aus dem Gesichtspunkte der Preussischen Gesetze für Gerichtsärzte und Richter beleuchtet. gr. 8. geh.

12 Sgr.

Lessing, Dr. M. B., über die Unsicherheit der Erkenntniss des erloschenen Lebens. Nebst Vorschläge zur Abhülfe eines dringenden Bedürfnisses für Staat und Familie. 8.

171⁄2 Sgr.

Löwenhardt, Dr. S. E., Untersuchungen im Gebiete der gerichtlichen Arzneiwissenschaft, für Aerzte und Criminalisten. 1. Bd. gr. 8. geh.

1 Thlr. 25 Sgr.

Magnus, Dr. A., über das Flusswasser und die Cloaken grösserer Städte. In medicin.-polizeil. Hinsicht. 8.

10 Sgr.

Mandt, Geh. Rath Dr. M. W., practische Darstellung der wichtigsten ansteckenden Epidemien und Epizootien in ihrer Bedeutung für die medicinische Polizei. 8.

2 Thlr.

Neumann, Kreis-Physikus Dr. A. C., Handbuch der gerichtlichen Anatomie für Rechtsgelehrte, Polizeibeamte und Studirende, die an den Universitäten medicina forensis hören, sowie überhaupt für Jeden, welcher den wichtigen Bau des Menschen ohne Beihülfe von Leichen und anatomischen Abbildungen gründlich kennen lernen will. 8. broch.

1 Thlr. 15 Sgr.

Nicolai, Med.-Rath Dr. G. H., Handbuch der gerichtlichen Medicin nach dem gegenwärtigen Standpunkte dieser Wissenschaft, für Aerzte und Criminalisten. Nebst Formularen zu Obductions-Protokollen, sowie zu Abfassungen von Gutachten. 8.

2 Thlr. 10 Sgr.

Regulativ für das Verfahren bei den medicinisch-gerichtlichen Untersuchungen menschlicher Leichname (Obduktionen). Herausgegeben von der Königl. wissenschaftlichen Deputation für das Medicinalwesen. 8. geh.

21⁄2 Sgr.

Spinola, Dr. W. T. J., Sammlung von thierärztlichen Gutachten, Berichten und Protokollen, nebst einer Anweisung der bei ihrer Anfertigung zu beobachtenden Formen und Regeln, in besonderer Beziehung auf die in den Königl. Preussischen Staaten geltenden Gesetze. Zweite verbesserte und vermehrte Auflage. gr. 8. geh.

1 Thlr. 10 Sgr.

Wollheim, Dr. H., Versuch einer medicinischen Topographie und Statistik von Berlin. Mit einem Vorworte vom Geh. Med.-Rathe Dr. Casper. gr. 8.

2 Thlr. 261⁄4 Sgr.


Unter der Presse befindet sich:

Zur

gerichtlichen Psychologie.

Eine Auswahl von Entscheidungen

der

Königl. wissenschaftlichen Deputation für das Medicinalwesen,

mit Genehmigung des Herrn Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten.

Herausgegeben von

Dr. K. W. Ideler,

Prof., Dir. etc.

Zugleich als 2. Abth. der „neuen Auswahl der medicinisch-gerichtlichen Gutachten etc.“ ca. 22 Bogen gr. 8.


Gedruckt bei Julius Sittenfeld in Berlin.


[Fußnoten:]

[1] Dritte Aufl. S. 26.

[2] Vergl. den ungemein merkwürdigen Fall in meiner Vierteljahrsschrift für gerichtliche und öffentliche Medicin, I. 2, S. 274: „Ueber Tätowirungen. Der Process Schall, eine cause célèbre.“

[3] 1. Hundert, 3. Aufl. S. 154.

[4] S. a. a. O. S. 152.

[5] a. a. O. S. 154.

[6] a. a. O. S. 151.

[7] Vgl. „Kugeln im Leichnam“ a. a. O. S. 156 und die unten folgenden Fälle [21] u. [27].

[8] Bekanntlich die wörtliche Fassung der ersten Frage des §. 169. der Crim.-Ordn.

[9] D. h. Eiterung im grossen, im kleinen Gehirn und Bruch im Stirnbein.

[10] a. a. O. S. 88.

[11] Wie ich dies nachgewiesen in den „Versuchen und Beobachtungen über den Erhängungstod“ (Denkwürdigkeiten zur med. Statistik und Staatsarzneikunde. Berlin, 1846, S. 81 u. ff.)

[12] Vor Kurzem ist uns in der wissenschaftlichen Deputation für das Medicinalwesen bei einem erforderten Superarbitrium der Fall eines jungen Frauenzimmers vorgekommen, die erst ihr Kind gemordet, und dann unmittelbar darauf sieben (sämmtlich misslungene!) Selbstmordversuche durch Erstechen, Erhängen und Ertränken gemacht hatte.

[13] 1. Hundert S. 152.

[14] Diese Resignation ist später unserm Gutachten sehr zu Statten gekommen, da das erkennende Gericht deshalb demselben den Vorzug vor den später noch eingeholten Superarbitriis gab, weil letztere „sich in Dinge eingelassen haben, die dem Gerichtshofe anheimfallen müssen.“ Ich führe dies wahrlich nicht im Geringsten als Selbstlob an, sondern sehr absichtlich und vielmehr: als Warnung für Gerichtsärzte, überall sich streng in den Gränzen ihrer Wissenschaft zu halten. Nichts empfinden die Gerichts-Behörden verletzender, als Uebergriffe der Techniker in ihr, der Juristen, Gebiet, und mit Recht. Was soll man vollends von neuern Handbüchern über gerichtliche Medicin, wie z. B. von dem Schürmayer’schen, sagen, die ganze Bogen reiner Rechtsdeductionen, juristischer Definitionen u. s. w. zum Besten geben! Mögen Mediciner dieselben immerhin lesen, nur aber sich wohl hüten, davon für ihre Gutachten, schriftliche oder mündliche, in foro irgend wie Gebrauch zu machen.

[15] a. a. O, S. 84.

[16] S. meine „Vierteljahrsschrift für gerichtl. u. öffentl. Medicin“ II. S. 200 u. f.

[17] Hiermit stimmt auch Alphonse Dévergie vollständig überein. S. Médec. légale. Paris 1836. II. 1. S. 353.

[18] a. a. O. S. 223.

[19] Längere Zeit, nachdem Obiges niedergeschrieben, ist mir die vortreffliche Abhandlung über den Ertrinkungstod des Grossh. Hess. Physicus Herrn Dr. Simeons in Mainz zugekommen, die man in der „Viertelj.-Schrift“ Bd. III. S. 289 u. f. abgedruckt findet. Der Verfasser, den man aus dieser Arbeit allein als einen sehr geübten forensischen Practiker kennen lernt, schildert darin S. 305 noch ausführlicher als dies oben von mir geschehen, und ausserordentlich naturgetreu die Stadien der Verwesung bei Wasserleichen, und erklärt die Schwärzung des Kopfes aus der Einwirkung des Lichtes und der Sonnenstrahlen auf denselben.

[20] a. a. O. S. 215.

[21] a. a. O. S. 99.

[22] a. a. O. S. 155.

[23] a. a. O. S. 84.

[24] a. a. O. S. 155.

[25] S. meine „Vierteljahrsschrift“ I. S. 79 u. ff. und auch ebendas. III. S. 280 u. ff.

[26] a. a. O. S. 158.

[27] S. meine „Wochenschrift“ Jahrg. 1844 S. 361 u. ff.

[28] a. a. O. S. 88.

[29] a. a. O. S. 156.

Anmerkungen zur Transkription:

Der vorliegende Text wurde anhand der 1853 erschienenen dritten Ausgabe möglichst originalgetreu wiedergegeben. Lücken im Drucksatz sowie einzelne fehlende Buchstaben und Satzzeichen wurden sinngemäß ergänzt. Typische Verwechslungen, insbesondere bei den Buchstaben n/u wurden stillschweigend korrigiert. Etwaige Inkonsistenzen wurden dagegen beibehalten.

Im Original werden einige Passagen gesperrt dargestellt; dies wird in der vorliegenden Version durch Fettdruck repräsentiert.

Alte oder regionale Ausdrücke, z.B. „erhungert“, „Nath“ (für „Naht“), wurden unverändert übernommen. Die folgenden Stellen wurden korrigiert:

# S. [72]: „sagar“ → „sogar“
# S. [92]: „Belag“ → „Beleg“ „solches“ → „solchen“
# S. [134]: „geründet“ → „gerundet“
# S. [145]: doppeltes „und“ entfernt
# S. [187]: „rehr“ → „sehr“
# S. [188]: „parallell“ → „parallel“

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