Abend
Verschüttet unterm Strahle des Planeten
Lag ich, war Ort, Vergangenheit und manch Gesicht,
Ich stöhnte in der Klage des Propheten,
War Hundelaut und Stimme im Gericht.
Der Tag vergehet wieder und schon ankert
Im Hohen fern des weißen Mondes Boot,
Bald sich ein Schein um meine Stirne ranket
Und großer Zukunft Ruhm mich heiß umdroht.
Ich hab genug dich harte Zeit erlitten,
Da ich Empfängnis war, feig und befleckt,
Wir über Land auf hellen Schienen glitten.
Wir Ziele euch. Wie Scheiben aufgesteckt.
Da nun aus schwacher Brust, durchwühlt von Toben,
Schon warmer Hauch in kühles Dämmer schied,
So will ich gern den mächtigen Herren loben,
Der mit der Sonne rot im Westen zieht.
Er treibet heim das blutgeschwollene Tier,
Das schlang die Städte über Tag und fraß
Sich satt an Hirnen und mit böser Gier
Riß es den Boden auf, bis Büschelgras,
Bis Wiesen flammten, spitz die Wälder schrieen,
Die Dächer barsten und der Flüsse Schaum
Aufkochte, an verträumter Hügel Kniee
Hinquoll, die konnten atmen kaum.
Nun kriecht es zwinkernd und voll wahrer Reue,
Nicht murrend in der grauen Berge Stall.
Schon glänzet auf der Stern in heiliger Bläue
Als jenes Stabes Spitze und der Wall
Von Wolken, jenes Kleides Falten,
Er schimmert und zerfließet, wird verweht.
Noch zuckt ein Streif aus rauher Türe Spalte.
Es grollet dumpf er, der auf Wache steht.