Gesang zur Nacht
Auf hellen Wagenstraßen Päderasten stelzen.
Verblaßte Mädchen streifen an mit buntem Kleid.
Der Lichtreklame Teufel farbenes Feuer speit.
Ein trüber Kehrichtstrom im breiten Mond sich wälzet.
Verzweifelt werden wir noch diesen Leib umfassen,
Darein Laternen kollern wie in finstere Kluft.
Mit knöchernen Händen wollen wir ein Weib zerfasern,
Derweil das kichernd unseren schwarzen Bart zerzupft.
Es müssen Messer schreiend aus den Taschen springen!
Zerstochene und Säufer poltern im Lokal!
Bordelle sollen bluten und Klaviere klingen!
Exzesse rasen furchtbar bei der Reichstagswahl!
Vom roten Forum aber tackt ein Trauermarsch.
Ein König wird in die Familiengruft getragen.
Ein feiner Graf besieht sich einen vollen Arsch.
Es liegen Puppenjungen rund bei Lustgelagen.
Ein kleines Leben däucht jetzt bleichem Fant beschissen
Und möcht den neuen Browning an die Schläfe setzen.
Sich Meuchelmörder schminken. Diebe Feilen wetzen.
Zuhälter strolchen auf dem Boulevard jagdbeflissen.
Mit Schlafes giftigem Strauße in der narbigen Hand
Des Todes Engel hocket bei des Marktes Halle.
Wir Armen werden müde am verlassenen Strand
Vor Morgens blauem Meere auf die Knie fallen.