Der Mörder

Noch schreit ich durch die Stube grimmig-bang.

Jetzt wasch ich mich im neuen Wasserkrug.

Wie sie die Augen innig um mich schlang

Und schäumte stier, als ich sie niederschlug!

Fahr Weibsbild hin und hur in Hölle Grab,

Mich laß, ein Vieh, in muffigem Stall verenden!

Wohl möcht ich, daß ein langer Rausch mich lab,

Doch kann ich nicht die Schritte abwärts wenden.

Sie tanzte kurzen Rocks in heller Runde

Und Scheine Bluts benagten oft ihr Haar.

Ja, ihr Gesang in dieser nächtigen Stunde

Erschien mir immer fremd und wunderbar.

Und führte ich sie Sonntags aus am Arm,

Wir eilten parkwärts mit der Straßenbahn.

Ich steuerte behutsam durch den Schwarm

Der Ausflügler zum Gartenrestaurant.

Im Dunkel flammt ein schönes Feuerwerk.

Im Saal versammelt man sich froh zum Tanz.

Ach, und zuhaus erwuchs ein Blumenberg,

Postkarten flochten einen farbigen Kranz.

Schon enget mich die feuchte Gitterzelle.

Was denk ich an das Hosenträgerseil?

Ich trete eisiger Frühe auf die Schwelle.

Der Block ist nicht zu fürchten, nicht das Beil!

Ein Priester spricht im Winde leis die Messe

Und fleht, daß mir der Herr zur Seite bleib.

Ein schwarzes Tuch. Breit grinst der Toten Fresse

Und bietet sich voll Schwung der magere Leib.