III

Stellet wie Schirme Hände vor euere Lichter,

Daß nicht der Sturm sie verlösche, der aufsprang zur Nacht!

Schließet die Reihen! Scharet euch dichter!

Daß wir werden, Brüder, heil an den Morgen gebracht!

Brücken bäumet euch! . . . Teiche voll stinkender Fische

Rasend sich drehen, eitriger Wolken Säcke,

Schalen auf grüner Wälder wehenden Tischen.

Vulkane schwälend vergrabene Himmel belecken.

In die Arme euch fallet . . . Ein Irrer, wo glotzet

An einsamer Straße, der bös prophezeit:

„Fraß und Trank, ihr Räuber und Mörder, auskotzet!

Euer Morgen, der schöne, ist weit, ist weit . . .

Auf den Hügel euch schwinget, ob ihr erspähet

Der Sonne Ball. Landschaft, die schwebt.

Nicht die Mauer der Nebel zerfallet. Die bläulichten Seeen

Erwachen. Voll Glanz ein Gebirg sich erhebt . . .

Erstarrend am Wege ihr, schlaget die Mäntel um!

Hüllet euch ein, erwartend, was nie erscheinet!

Beweget nur Arme, die Hände, die Beine stumm!

Uhren nie schlagend, Schlagwerk, das weinet.

Vergesset den Takt nicht! Rennet nicht, jaget nicht durch!

Lauschet! . . . Ists nichts?! . . . Kommt da nicht wer gegangen?! — —

Die Augen hinfließen, schallender Winde Gefurch.

Bäume hoch greifen, knackender Äste Zangen.

Einmal noch singet! . . . Auf eueren Köpfen

Hocken der Wetter Bäuche. Ach, ihr so maßlos gewachsen.

Oder treiben jene so tief?! . . . Einst dreckige Töpfe

Ihr, trauriger Tollheiten jetzt brennende Achsen.

War es nicht Rausch, nicht Wahn? Wie ward es erfunden?

Einer träumte. Der schrie es herum.

Rausch und Wahn . . . Einst mit Gärten umwunden

Die Stirnen, jetzt Öden, verwelket und plump . . .

Keiner schrickt auf mehr. Nirgends ertönet mehr Klage.

Waldung mit Körper sich mischet, Haare mit Meer und Grün,

Aber im Finstern pfeifend ein Knochenturm raget,

Trotzend den Völkern der Stürme und Hagel kühn . . .“