III

Der Marter Gott hat liebend uns umarmet,

Als Sehnsucht Not uns in die Fieber warf.

Auf Dächergletscher wandelten wir Arme,

Gepeitschet von den freien Winden scharf.

Erhebet euch, ihr teuflischen Matratzen!

Euch Siechetücher Hauch der Himmel schwelle!

Der heiße Kopf wie eine Bombe platze!

Der Leiber Grab bestürz der Hitze Welle!

Wir Elenden zergehn, in Krämpfen weinend,

Gestäubet aus. Uns packen an Visionen.

Das heilige Tier im Dämmertraum erscheinet.

Wir schlürfen ein karbolische Ozone.

Nicht Frieden mehr die düstere Stirn umheitert.

Es raschelt schnell der Schläfer Atemtakt.

Wir Wachenden noch Bittgebete leiern.

Wir kuschen uns in grauer Kissen Sack.

O Qualen letzte Schlacht im Lazarette,

Trostloser rot umzirkter Höllenstadt!

Mit argem Fleische fahren fort die Betten.

Schon brennen Kerzen in den Gängen matt.

Ihr Mädchen mit den weißen Spitzenhauben!

Du Arzt im Mantel, der wie Frühjahr weht!

Wir liegen in Verbänden naß umlaubet.

Ein Licht beträuft kühl unserer Wunden Beet.

Tag! Endetest mit Tobsucht und Gebrülle

Uns Irrer aus den Dauerbädern bang!

O Trauer deck uns zu mit Tränenhülle,

Aus der Station mit Schwesternachtgesang!

Im Garten aber hinter schwarzem Gitter

Der Engel steht bei alten Bäumen schwank.

Er schüttelt sein Gefieder voll Geflitter.

Ein Stern zersprüht in seines Haars Gerank.

Er flieget auf zu Mondes grüner Klippe,

Die bald das Meer des Morgens übergraut.

Es fährt sein Schwert uns zwischendurch die Rippen.

Wir sterben, rufend seinen Namen laut.