Trauer

Des Nachts muß ich zerpeitscht durch helle Gassen springen,

Des Tags soll ich vor euch von Auferstehung singen,

Den wunden Körper in die rauhe Kleidung zwingen.

Ich möchte schlafend tief in Schmerzen weiterschwingen.

Des Nachts muß ich zerpeitscht durch helle Gassen springen.

Ich fühl mich einem roten Weibe ganz verbunden.

Was wirft mich Einsamen in giftig-bittere Stunden?

Daß schweife ich ein Hund im Mond durch helle Runden.

Ach, ihre große Schönheit habe ich erfunden.

Ich fühl mich einem roten Weibe ganz verbunden.

Sie wird in einer großen fremden Stadt wohl weilen.

Sie muß ihr Bett mit dicken Kavalieren teilen.

Soll ich mich zu ihr flüchten, heftig zu ihr eilen?

Sie kann allein mich trösten, sie versteht zu heilen.

Sie wird in einer großen fremden Stadt wohl weilen.

Ich will dich Liebste nicht in anderen genießen.

Du sollst vergöttert sein von mir und hoch gepriesen.

Ich will demütig-fromm im ewigen Meer zerfließen.

Kalt ists, als ob schon Winters spitze Stürme bliesen.

Ich will dich Liebste nicht in anderen genießen.

Oft, wenn ich irre schüchtern tastend schwanken Weg,

Läufst du nicht rufend über nassen Fahrdamm schräg?

Ein jäher Lichtsturz meinen besten Traum zerschlägt.

Die wilde Nacht um mich die scharfen Krallen legt.

Oft wenn ich irre schüchtern tastend schwanken Weg.

Kehrst du mir nie zurück von deinen fernen Fahrten?

Des Winters stampfe ich durch manchen öden Garten.

Darf ich vielleicht dich mit den Blumen bald erwarten?

O Erde, Blüten, Winter decket den Genarrten!

Du kehrst mir nie zurück von deinen fernen Fahrten.