VII

Rasche Jugend, du sinkst und fällst,

Rasche Jugend verblühend!

Die du all Licht, o all Licht enthältst,

Stark und über die Maßen so kühn.

Und wenn du jetzt auch scheiden mußt,

— du harrst ja schon im weißen Kleid

Des Todes wehen Abschieds —

Oh, wer hat so wie ich gewußt

Um allen Schmerz, von deiner Freude

Und blutiger Nacht und dumpfem Tag!

Wer bot so frei die offene Brust

Den Stürmen wilden Lebens dar,

So fromm und ohne Klage?

Wer hat so wie ich getan

Alles, was du nur wolltest?

Wer stieg so kühn die steile Bahn!

Oh, nun leuchte du mir stolz voran

So glühend, warm umgoldet

Und wie in diesem letzten Strahl

Die sinkende Abendsonne!

O deiner Kämpfe tiefster Sinn!

Jetzt weiß ich erst, daß ich gesegnet bin

Und daß ich segnen kann.

Und wenn du jetzt auch scheiden mußt,

— du harrst ja schon im weißen Kleid

Des Todes wehen Abschieds —

Leb wohl, dein seliges Licht vereint

Uns doch für alle, alle Zeit.

Reiß mich empor zur Ewigkeit,

O stürmisches Brausen deines trunkenen Liedes!

Rasche Jugend, du sinkst und fällst,

Rasche Jugend verblühend!

Die du all Licht, o all Licht enthältst,

Stark und über die Maßen so kühn.