VIII.
Bald saßen etwa ein Dutzend Herren in dem gewölbten, sauber und behaglich hergerichteten Kellerraum des Rathhauses um die klobigen Tische und labten sich aus den stattlichen Pokalen, die der wohlweise Rath der Stadt für solche feierlichen Gelegenheiten nach und nach angeschafft hatte, ein Jeder an dem Weine, der ihm am besten mundete.
Zunächst drehte sich die Unterhaltung um die mitangehörten und gesehenen Aufführungen, die meist belobt wurden, vor allen der entzückende Tanz der Zigeunerin, die mit ihrer reizvollen Erscheinung auch vor den Augen der ritterlichen Herren Gnade gefunden hatte.
Auch des Gesanges Seppele's von Ottrott wurde rühmend gedacht, und Burkhard sagte: »Das ist ein wahrer Teufelskerl mit Singen und steckt außerdem voller Schnurren und Schwänke. Hätte der Mensch nur nicht die vermaledeite lose Zunge, die ihm so oft Händel auf den Hals zieht! Beim Pfeifergericht ist schon wieder eine Klage gegen ihn eingelaufen, und ich will nur wünschen, daß die Sache einen leidlich guten Ausgang für ihn nimmt, denn ich kann den Seppele nicht entbehren und lasse mir gern etwas von ihm vorsingen, wenn ich gerade bei Laune bin.«
»Was wohl nicht allzu häufig vorkommt,« warf Jost von Müllenheim ein, daß Alle lachten.
»Dann verhilft er mir mit seinen Späßen dazu,« erwiederte Burkhard. »Er ist nämlich unser Ofenheizer und Kaminfeger, aber im Sommer lasse ich ihm die Freiheit, mit seiner Laute in den Dörfern und Schenken herumzuziehen, denn ich halte große Stücke auf den lustigen Schelm.«
»Ein angenehmer Posten, im Sommer Strichvogel durch die Schenken, im Winter gut gepflegter Hofnarr,« meinte Rudolf von Andlau am Nebentische. »Sage mal, Du Häuptling aller Kesselflicker, ist der Farkas nicht auch Dein Unterthan?«
»Zur Hälfte,« entgegnete Burkhard, »denn er gehört sowohl zur Pfeifer- wie zur Kesslerbruderschaft, und wenn mir Schmasman seine Hälfte abtreten und der Zigeuner mit seiner herzenfängerischen Fiedel zu mir ziehen wollte, so hätte ich nichts dagegen.«
»Und mit seiner herzenfängerischen Tochter! nicht wahr? ja, das glauben wir Dir altem Sünder,« riefen sie ihm rechts und links zu.
»Schandmäuler seid ihr,« lachte Burkhard und leerte seinen noch halb gefüllten großen Pokal mit einem Zuge.
Nun kamen die Herren auf den Gegenstand zu sprechen, den sie nie erschöpfend genug behandeln konnten, auf den Werth und die Eigenschaften ihrer und aller ihnen im weitesten Umkreis bekannten Pferde. Wilhelm von Rappoltstein wandte sich mit der Bemerkung an den Grafen Oswald: »Ihr habt Euch, wie ich heute gesehen, tüchtige Gäule mit hergebracht, ihr Herren von Thierstein.«
»Ich habe mit Absicht etwas schwere genommen,« erwiederte Oswald, »denn eure Reitwege hier sind nicht die besten.«
»Laßt sie ausbessern, wenn sie Euch nicht gefallen,« knurrte Burkhard.
»Die feingeschenkelten Zelter, auf denen Eure Damen so sicher und anmuthig in den Sätteln saßen, hatten den rechten Feldschritt und gute Folge auf der Hinterhand,« sagte Kaspar von Rappoltstein.
»Freut mich, daß Ihr das beachtet habt, Herr Graf!« lächelte Oswald geschmeichelt. »Unsere Frauen verstehen sich darauf und haben sich ihre Pferde selber beim Roßkamm ausgewählt. Die Stute meiner Tochter ist ein ausdauernder Renner, wird aber hier in den Bergen leider wenig Gelegenheit haben, das zu zeigen.«
»Dann hättet Ihr doch im Flachland bleiben sollen, um sie austraben zu lassen,« warf Burkhard wieder dazwischen.
»Ich sprach nicht zu Euch, Herr von Rathsamhausen,« wies ihn Oswald zurecht.
»Aber ich mußte schon zum zweiten Male hören, daß es Euch hier auf unseren Wegen und in unseren Bergen wenig zu behagen scheint.«
»Wenn Einem nur die Gesellschaft behagt, die man in diesen Bergen findet,« gab ihm Oswald anzüglich zurück.
»Das muß freilich auf Gegenseitigkeit beruhen, was leider nicht immer zutrifft, Herr Landvogt!« höhnte Burkhard.
»Damit habt Ihr Recht, Herr!« lachte Oswald gezwungen.
Um das unerquickliche Zwiegespräch abzubrechen nahm Schmasman das Wort, es an Oswald richtend: »Darf ich fragen, Herr Graf, was Ihr mit Eurem Hof in Straßburg zu thun gedenkt? Wollt Ihr das Lehen dem Bischof zurückerstatten? oder wollt Ihr den Hof in Afterlehen geben?«
»Vorläufig gedenken wir ihn selber zu behalten,« erwiederte Graf Oswald, »für den Fall, daß es uns wünschenswerth erscheinen sollte, noch einen Wohnsitz in Straßburg zu haben.«
»Sehr fürsorglich gedacht! denn ein solcher Fall könnte unvermuthet eintreten,« murmelte Burkhard, was aber Oswald nicht verstand oder nicht verstehen wollte, denn er fuhr ruhig fort: »Auf der Hohkönigsburg schneit man gewiß leicht ein und kann dann den ganzen Winter nicht herunter.«
»Herunter schon, aber ob dann wieder hinauf –?« kam es von Burkhard.
Graf Wilhelm von Rappoltstein winkte ihm Schweigen zu.
»Was willst Du, Wilhelm?« fuhr Burkhard auf. »Soll man hier nicht mehr seine Meinung sagen dürfen? Warte nur! über ein Kleines werde ich sie noch deutlicher aussprechen, und Niemand soll mich daran hindern.« Und er stieß den wieder geleerten Becher hart auf den Tisch.
»Wir bleiben Alle im Winter auf unseren Burgen,« sagte Rudolf von Andlau.
»Das mögt Ihr halten, wie Ihr wollt, Herr von Andlau,« sprach Oswald hochmüthig. »Ihr seid hier wohl daran gewöhnt, einsam zu hausen wie der Dachs in seinem Bau; ich füge mich keinem Zwange.«
»Na, na!« machte Burkhard.
Die beständigen Einreden ihres hitzigen Ottrotter Freundes auf Alles, was Oswald vorbrachte, fingen an, den übrigen Herren bedenklich zu werden, wenn sie auch dem Thiersteiner für sein anmaßliches Auftreten an der Kapelle so ein paar kleine, gelegentliche Seitenhiebe gönnten; aber Burkhard ging etwas scharf damit vor. Er war ein trinkfester Mann, der Wein konnte ihm unmöglich schon zu Kopfe gestiegen sein. Was bezweckte er denn mit seinen Sticheleien? Prickelte ihn nur das Gelüst, sich an dem Grafen zu reiben und ihm klar zu machen, daß man nicht gesonnen sei, sich von ihm einschüchtern und beherrschen zu lassen? Oder suchte er absichtlich und ernstlich Händel mit ihm und wollte ihn mit seinen Angriffen herausfordern? Die dem Störenfried zunächst Sitzenden bemühten sich, ihn von diesem Höhnen und Hetzen abzubringen und seine Aufmerksamkeit durch Fragen und Gespräche auf andere Dinge zu lenken; aber er hörte und horchte mehr auf das, was Oswald sagte, und ließ nicht ab, dazu seine spöttischen und bissigen Glossen zu machen.
Schlimmer wurde die Sache noch, als Graf Oswald auf eine Bemerkung Fleckensteins, welche die Herren an Burkhards Tische nicht verstanden hatten, hochfahrend antwortete: »Das fehlte mir noch! nein, das muß anders werden, dafür laß mich sorgen, Friedrich! es muß überhaupt hier Manches anders werden, es haben sich hier allerhand lächerliche Gewohnheiten und Mißbräuche eingeschlichen, die ich nicht länger dulden werde.«
Da rief ihm Burkhard trotzig zu: »Was wollt Ihr nicht dulden, groß–mächtiger Herr Landvogt? Bei Änderungen landesüblicher Sitten und Bräuche werden wir wohl auch noch ein Wörtlein mitzureden haben. Was sagte doch heute der Prior in seiner Predigt, die ja für Euch ganz besonders erbaulich und belehrend gewesen sein muß? Er ermahnte zu Duldsamkeit, Bescheidenheit und Demuth, Keiner solle sich vornehmer dünken und überheben, Keiner sich vordrängen und einem Andern den ihm gebührenden Platz streitig machen. Habt Ihr das schon wieder vergessen?«
Graf Oswald, der seinen Grimm kaum bezwingen konnte, entgegnete darauf: »Herr von Rathsamhausen, mir ist erzählt worden, der Kaiser, der einen Ahnherrn von Euch einst mit Schloß Lützelburg belehnte und ihn damit aus Schulden und Dürftigkeit herausriß, hätte ihm dabei gesagt, er möge nun auf diesem Lehen recht rathsam hausen. Danach führt Ihr Euren Namen, macht ihm aber geringe Ehre, wenn Ihr mit Euren Worten so wenig rathsam haushaltet.«
»Was? wollt Ihr mir den Mund verbieten?« brauste Burkhard auf. Aber in diesem Augenblicke flüsterte ihm ein Aufwärter etwas ins Ohr. »Endlich!« sagte er, stand auf und ging mit einem schadenfrohen Grinsen, das nichts Gutes weissagte, hinaus.
Ein beklommenes Schweigen trat ein; man hörte im ganzen Kreise nichts, als daß dieser und jener der Herren von seinem Weine trank, den Pokal mit leisem Klirren niedersetzte und sich aus seiner Kanne wieder einschenkte. Daß sich Burkhard wegbegeben hätte, um seinem Gegner das Feld zu räumen, glaubte keiner von ihnen.
Sie sollten nicht lange zu warten haben, bis es sich aufklärte, wozu er herausgerufen war. Bald kam er zurück, mit einer höchst seltsamen Kopfbedeckung ausstaffiert, die ihm, ohne Zweifel auf seinen im Voraus ertheilten Befehl, soeben überbracht sein mußte, denn er pflegte sie zuweilen zu fröhlichen Gelagen von Hause mitzunehmen. Es war ein ziemlich hoher Filzhut, der ringsum mit Eulenfedern besetzt war und vorn das natürliche Gesicht einer Eule mit Schnabel und Augen zeigte. Er wurde deßhalb auch »die Eule« genannt und war ein altes Erbstück und Familienheiligthum des Rathsamhausen'schen Geschlechts. Die wenigen Anwesenden, denen das Ding noch neu war, blickten verwundert dazu auf und konnten nicht errathen, was die Mummerei bedeuten sollte; den Anderen aber, die wußten, welche Bewandtniß es damit hatte, ward schwül zu Muthe.
Burkhard hatte, während er sich wieder auf seinen Platz begab, immer noch das hinterhaltige Lächeln auf den Lippen, mit dem er hinausgegangen war. Schmasman bat ihn mit besorgter Miene: »Burkhard, thu mir den Gefallen und nimm den Filz von Deinem Haupte; die Eule starrt mich mit ihren funkelnden Glasaugen gar zu rauflustig an.«
»Ist ganz zahm, Bruder!« lachte der so abenteuerlich Bedeckte boshaft; »nur aufgeblasene, aufgeplusterte Spatzen zaust und rupft sie gern.«
Die Eingeweihten, die mit Sicherheit voraussahen, was nun kommen würde, machten keinen Versuch, den Eigensinnigen von seinem geplanten Vorhaben zurückzuhalten; wenn dies Schmasman nicht vermochte, so fand ihr Widerspruch dagegen vollends kein Gehör.
Burkhard wandte sich nun, den Blick fest auf Oswald gerichtet, an die Gesellschaft und begann: »Dieser uralte Federhut, ihr Herren, besitzt Zauberkraft und verleiht mir, wenn ich ihn auf dem Kopfe trage, die unschätzbare Gabe, die Wahrheit, die volle, untrügliche, unwiderlegliche Wahrheit zu sagen, aber auch die Wahrheit zu hören, sie durch alle Verhüllungen, Entstellungen und Lügen hindurch zu erkennen. Also, Herr Graf Oswald von Thierstein, Ihr sprachet vorhin von angeblichen lächerlichen Gewohnheiten und Mißbräuchen hier zu Lande, die Ihr abstellen wolltet. Da will ich Euch denn in Wahrheit verkünden, daß es Euch nun und nimmer gelingen soll, an den althergebrachten, tief eingewurzelten Sitten und Bräuchen unseres Volkes auch nur zu rütteln, geschweige denn sie zu verdrängen und abzuschaffen. Bei jedem Schritt auf diesem gefährlichen Wege werdet Ihr mich und alle die vielen mit mir Gleichdenkenden als unüberwindliche Gegner antreffen. Und solltet Ihr es wagen, unsere ritterlichen Standesrechte, Vollmachten, Freiheiten und Privilegien anzutasten, so werdet Ihr Euch jämmerlich die Finger dabei verbrennen. Wenn Ihr dazu ins Land gekommen seid, so habt Ihr Euch in einen thörichten und verhängnißvollen Irrthum verrannt, aus dem Euch der gesammte eingeborene Adel in einer Weise heimleuchten wird, daß Ihr nicht lange mehr durch das Löwenthor dort oben aus- und eingehen werdet.«
Graf Oswald erhob sich und sprach mit zornbebender Stimme: »Nach dem, was ich soeben aus Eurem dreisten Munde gehört habe, möchte ich an die Wunderkraft der alten Vogelscheuche, die Ihr Euch närrischerweise auf Euren Querkopf gestülpt habt, beinahe glauben, denn Ihr habt die Wahrheit ganz unverschleiert ans Licht gebracht, d. h. Ihr habt mir Eure geheimsten Gedanken verrathen. Ich bin Euch hier ein Dorn im Auge und ein Pfahl im Fleische; Ihr möchtet mich gern so bald wie möglich wieder lossein, um nach wie vor, unbehindert von einem über Euch gesetzten Wächter der Ordnung, in schrankenloser Willkür schalten und walten zu können. Nun spitzet unter dem Eulenpopanz die Ohren für meine Erklärung! Ich bin als kaiserlicher Landvogt mit kaiserlicher Vollmacht hierhergekommen, um jedem Unwesen zu steuern, allen Übergriffen mit Strenge zu begegnen und Euren unbotmäßigen Trotz zu biegen oder zu brechen. Das will ich und werde Euch beweisen, daß ich es kann. Ich habe mir die Hohkönigsburg stark und fest genug aufgebaut, –«
»Mit Straßburger Gelde!« rief Burkhard höhnend dazwischen.
»– um in Sicherheit und Ruhe abwarten zu können, ob Ihr Euch meinen Anordnungen fügen werdet oder nicht, und werde danach meine Maßregeln gegen Euch treffen. Ich sehe wohl, daß Ihr Alle unter einer Decke steckt, um das Joch abzuschütteln, das Ihr zu tragen noch nicht gewöhnt seid, das Ihr aber zu tragen bald genug lernen werdet.«
»Da haben wir's! Ihr sagt es selbst,« frohlockte Burkhard. »So hat meine Eule die Wahrheit und auch Eure innersten Meinungen und Absichten aus Euch herausgeholt. Unsere Deckung aber,« fuhr er in drohendem Tone fort, »sind unsere verbrieften Rechte und, wenn's sein muß, Wehr und Waffen. Und was das Joch betrifft, – wagt es Herr Landvogt, es uns auflegen zu wollen! Ihr werdet unbeugsam steife Nacken finden. Beim ersten Versuche werfe ich Euch den Handschuh vor die Füße.«
»Wir auch! wir auch! so ist's recht!« riefen Einige aus dem Kreise, die während Oswalds Rede schon mehrmals laut gemurrt hatten.
Schmasman aber erhob seine warnende Stimme: »Ruhig Freunde! Burkhard, treib es nicht auf die äußerste Spitze! jeder Streit ist zu schlichten, wenn auf beiden Seiten –«
»Herr Graf von Rappoltstein,« unterbrach ihn Oswald schroff, »ich bat Euch noch nicht um Eure Vermittlung und bedarf ihrer nicht.«
»Schluck' es runter, Schmasman, und bedanke Dich bei Seiner Gnaden dem Herrn Landvogt!« lachte Burkhard.
»Ich will wünschen, Herr Graf, daß Ihr sie nicht noch einmal in Anspruch nehmen müßt,« erwiederte Schmasman kühl und stolz.
Oswald hörte nicht darauf, sondern wandte sich mit verstärkter Heftigkeit an seinen entschiedensten Widersacher: »Und Ihr, Herr von Rathsamhausen, was seid Ihr anders als ein Rebell gegen Kaiser und Reich?«
»Nein! nur gegen Euch und Eure verrätherischen Anschläge,« rief Burkhard wild. »Eure Gegenleistung, für die Ihr das Lehen der Hohkönigsburg durch heimtückische Pfaffenränke erschlichen habt, ist die von Euch übernommene schmachvolle Verpflichtung, dem Lande die Freiheit zu rauben und es schändlicher, schamloser Pfaffenzucht auszuliefern. Der alte, schwachsinnige Kaiser Friedrich weiß nichts von diesen ehr- und gewissenlosen Machenschaften.«
Da sprang Oswald wie ein Rasender auf Burkhard los, schlug ihm die Eule vom Haupte, daß sie unter den Tisch rollte, und schrie: »Hut ab, wenn Ihr den geheiligten Namen des Kaisers in den Mund nehmt!«
Burkhards Hand packte den Griff des Dolches, aber schnell umschlang den Wuthschnaubenden sein Bruder Philipp und hinderte ihn, den blanken Stahl zu zücken. Ein allgemeiner Aufruhr und Tumult entstand; in einen Knäuel zusammengedrängt bemühten sich Alle, die beiden Kampfbereiten zu trennen. Friedrich von Fleckenstein bemächtigte sich des Grafen Oswald und führte ihn mit beschwichtigenden Worten hinaus. Sein Bruder Wilhelm folgte ihnen.
Burkhard, noch immer von drei der Zurückbleibenden festgehalten, stöhnte: »Das soll ihm theuer zu stehen kommen! Jetzt laßt mich los, ich laufe ihm nicht nach.«
Sie gaben ihn frei. Er reckte die Arme, drückte sich beide Fäuste auf die Brust und sagte tief aufathmend: »Ha! das hat wohlgethan, daß ich mich einmal frisch von der Leber weg aussprechen konnte. Nun noch eine Kanne vom besten, ältesten Rangenwein!«
»Wir haben wohl Alle für heute genug, Burkhard,« meinte Schmasman.
»Nein, ich muß mir erst wieder Ruhe trinken,« erwiederte der noch sehr Erregte. »Und dann müssen auch die Thiersteiner erst weg sein; ich mag ihnen nicht mehr begegnen.«
Ungern willfahrten sie seinem Wunsch und setzten sich wieder. Der Schenk brachte ein paar Kannen von dem begehrten Wein, die sie schweigsam leerten, und dann verließen sie den Rathskeller in verstörter und bedrückter Stimmung. An die Eule und ihren Verbleib dachte keiner von ihnen, auch Burkhard nicht.