SAAL VIII.

SKULPTUREN IN STEIN UND TERRAKOTTA.

Unter den Steinskulpturen sind besonders bemerkenswert: zwei Engel aus Marmor von einem lombardischen Grabmal des XV. Jahrhunderts, die liegende Grabfigur des Lorenzo Gabriello, Bischofs von Bergamo, † 1512, verfertigt von Lorenzo Bregno, herrührend von dem Grabmal im Oratorio della Beata Vergine della Pace in Venedig, ein Marmorrelief aus der Schule der Pisani, eine Halbfigur aus Marmor: das Porträt einer venezianischen Dame aus dem Hause Contarini, Marmorrelief, lombardisch, mit zwei Porträtköpfen im Profil, ein mit Gold bemaltes Marmorrelief von Mino da Fiesole: die Madonna mit dem Kinde.

Unter den Skulpturen aus Terrakotta sind die bedeutendsten die drei venezianischen Porträtbüsten, ein jugendlicher vornehmer Mann und zwei Damen von Alessandro Vittoria (zwei davon signiert), und die bemalte Büste des [heiligen Franciscus] aus der Schule Donatellos.

St. Franciscus
Terrakottabüste, italienisch, XV. Jahrhundert


GRÖSSERES BILD

HOLZSKULPTUREN.

Von den Holzbildwerken sind besonders hervorzuheben: ein großer Altar aus der Zeit der italienischen Frührenaissance mit der Madonna mit dem Kinde, Johannes dem Täufer und der heiligen Katharina, eine Madonna mit dem Kinde von Tilmann Riemenschneider (die Bemalung der Fleischteile vollständig erhalten) und einige freistehende Altäre. Der eine von ihnen mit einer Krönung der Madonna und reichen Reliefschnitzereien, im Innern der Flügel: Versuchung des heiligen Antonius, der heilige Hieronymus, die Marter des heiligen Sebastian und die des heiligen Stephanus, ist eine bayrische Arbeit des XVI. Jahrhunderts, ein anderer Altar mit der Darstellung der Geburt Christi in der Mitte, rechts und links je eine weibliche Heilige, ein Werk aus der Schule Pachers. An der Rückwand des Saales sind zwei Gruppen von Holzreliefs angeordnet, die linke enthält eine Anbetung Christi, ein farbiges Relief mit dem oben erwähnten Altar in der Art Pachers verwandt, und eine Verkündigung, schwäbisch, XVI. Jahrhundert; in der andern Gruppe ein Relief: der Tod Marias, in der Art des Tilmann Riemenschneider, eine Heimsuchung Mariens aus der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts, süddeutscher Herkunft, und ein Fries musizierender Engel in Hochrelief, der aus einer Altarpredella genommen ist, deutsch, aus dem Ende des XV. Jahrhunderts.

In der Ecke drei Figuren: der dornengekrönte Christus, neben ihm Maria und Johannes, eine Nürnberger Arbeit in der Art des Veit Stoß aus dem Ende des XV. Jahrhunderts.