Bücherbesprechung und Verschiedenes

Oskar Schwär: Ahnengalerie, Görlitz, Verlagsanstalt Görlitzer Nachrichten und Anzeiger. Preis gebunden M. 18.–, broschürt M. 15.–.

Unser Lausitzer Erzähler hat diesmal die Straße ernster, seelischer Probleme verlassen, und sich auf den blumigen Weg des Humors begeben, wohin wir ihm in dieser sonst so leiderfüllten Zeit gern folgen. Wir haben es nicht zu bereuen, ein guter Engel hat ihn diesen Weg geführt. Unser herzliches Lachen dankt dem Dichter für die feinen lustigen Geschichten und Charakterbildchen. Wir würden das Buch nach der heiteren Stunde, die es uns geschenkt, nicht so befriedigt aus der Hand legen, wenn uns hier nicht echter Humor in gesunden Dosen verabreicht würde, Humor, der sich nicht in oberflächlichen Schnaken und Schnurren erschöpft, sondern mancherlei Blicke in Seelentiefen gewährt. Auch ein gefälliges kleines Lustspiel »Der Friedensstifter« enthält dieser Blütenstrauß Lausitzer Humors. Dazu haben Autor und Verleger den ganz ausgezeichneten Dresdener Künstler Kurt Rübner gewonnen, der mit trefflichem Stifte die lustigen Typen aufs Papier gezaubert hat.

Prof. Dr. Curt Müller, Löbau.


Auf dem Wege zur Steppe? Aus unserm Leserkreis wird uns geschrieben: Eine Anfrage an die Herren Meteorologen! Allenthalben ist man jetzt dabei, die noch in Deutschland vorhandenen Moore abzutorfen und zum Zwecke der Gewinnung von Kulturland trocken zu legen. Liegt hierin nicht eine ungeheure Gefahr für die zukünftige Gestaltung unseres Klimas? Gehen wir dadurch nicht einer Periode entgegen, in der ein reines Steppenklima bei uns herrschen wird? Schon ist der Grundwasserstand allenthalben erheblich zurückgegangen. Einerseits durch die Fassung von Quellen und Wasserläufen für die Trinkwasserversorgung größerer Gemeinwesen, anderseits durch die Regulierung aller Flußläufe, Beseitigung der Altwässer, Sümpfe, Entwässerung nasser Wiesen und Felder, Beseitigung der Ufergebüsche, dann auch durch die umfangreichen Abholzungen der Wälder, wie sie jetzt stattfinden, überhaupt durch unsere ganze derzeitige Bodenkultur, dazu nun jetzt auch noch die Entwässerung der Moore, die die letzte Reserve an Bodenfeuchtigkeit in Trockenperioden noch darstellten! Gerade die jetzige Hitze- und Trockenperiode drängt dazu, diese Frage eingehend zu prüfen und die Herren »Wettermacher« zu Worte kommen zu lassen, ob und wieweit eine Beeinflussung unseres Klimas – insbesondere die Bildung örtlicher Gewitter und Niederschläge – durch die geschilderten Vorgänge verhindert oder beeinflußt werden dürfte. Es wäre ein furchtbarer Irrtum, die Gewinnung von ein paar tausend Hektaren kulturfähigen Landes als Gewinn zu buchen, wenn anderseits Ernteverluste, wie sie uns jetzt bevorstehen, als Folge der oben geschilderten Vorgänge angesehen werden müßten. Es wäre dann allerdings höchste Zeit, diesem Vorgehen Einhalt zu tun.


Altes Spielzeug. Im Landesmuseum für Sächsische Volkskunst, Dresden-N., Asterstraße 1, befindet sich eine Sammlung von Spielwaren aus alter und neuer Zeit, die nicht nur den Besuchern der Sammlung viel Freude macht, sondern auch wertvolle Anregung zu neuem Schaffen gegeben hat. Die Museumsleitung (Hofrat Professor O. Seyffert) bittet nun alle, die im Besitz von alten, handwerklich hergestellten Spielsachen sind, die nicht mehr von Kindern benutzt werden, sie dem Landesmuseum zu stiften. Auch die kleinste Gabe ist willkommen, fügt sie sich doch oft einem Ganzen ein. In Frage kommen allerhand Figuren, Soldaten, Püppchen und Puppen, aber auch größere Stücke, Unterhaltungsspiele, Schaukelpferde, Puppenstuben, Küchen usw. Ein Nachsuchen führt oft zu großen Erfolgen, und was jetzt verstaubt und ohne Wert herumliegt, kann im Museum Freude und vielfachen Nutzen bringen. Die Portokosten werden vom Museum zurückerstattet.

Für die Schriftleitung des Textes verantwortlich: Werner Schmidt;
Druck: Lehmannsche Buchdruckerei, beide in Dresden.