Collin, Matthäus von.

Geb. zu Wien am 3. März 1779, gestorben daselbst am 23. November 1824. Er begann als Professor der Aesthetik, wie der Geschichte der Philosophie, an der Universität Krakau, gelangte später an die Wiener Hochschule, ward 1815 Lehrer des Herzogs von Reichstadt, und redigirte erst die Wiener Literaturzeitung, von 1818 die Wiener Jahrbücher der Literatur.

Seine dramatischen Dichtungen: der Tod Friedrichs des Streitbaren — Marius — Bela’s Krieg mit dem Vater — die feindlichen Söhne — Essex (eine Bearbeitung des alten Trauerspieles) — und manche andere sind längst vergessen. Sind es doch auch die seines unstreitig höher stehenden Bruders Heinrich, dessen Mäon — Regulus u. a. wir noch vor fünfzig Jahren mit jugendlichem Entzücken darstellen sahen! —

Nachstehende, an Tieck gerichtete Briefe zeigen den Menschen, den Gelehrten, den Poeten, — die Zeit — und den Ort auf unterrichtende Weise. In ihrer pedantischen selbstbewußten Sicherheit schildern sie das alte Wien. Sie sind lehrreich für die Literaturgeschichte. — Wer doch auch Tieck’s Erwiederungen hätte!