I.

Hamburg, d. 21ten April 1839.

Hochverehrter Herr!

Im Julymonat vorigen Jahres war ich so frei, Ihnen von München, meinem damaligen Aufenthaltsorte, aus ein Manuscript, enthaltend einen komischen Roman, eine Erzählung und ein Märchen, zu übersenden. Ich bin inzwischen nach Hamburg zurückgekehrt und habe Aussicht, bei einem hiesigen Buchhändler meine Arbeit anzubringen, befinde mich aber leider nicht im Besitz einer Abschrift. Ich muß Sie daher angelegentlichst ersuchen, mir das vorgedachte Manuscript gütigst sogleich remittiren und die Mühe, die ich Ihnen aus Anlaß einer sehr bedrängten Lage durch die Sendung machte, entschuldigen zu wollen.

In der Ueberzeugung, daß ich diesmal keine Fehlbitte thue, bin ich

mit der vollkommensten Hochachtung,

hochverehrter Herr,

Ihr ganz ergebenster
Friedrich Hebbel,
Literat.

Adresse:
Stadtdeich Nr. 43
bei Herrn Ziese.