I.

Breslau, den 30. Januar 1822.

Schwerlich werden Sie sich noch eines Mannes erinnern, dem es im Herbste 1810 in Heidelberg verstattet war, einige Worte mit Ihnen zu wechseln. Stets hegte ich seitdem den Wunsch, Ihnen einmal wieder nahe zu kommen, oder Ihnen doch die ungemeine Achtung und Verehrung, die ich gegen Sie hege, durch irgend etwas bezeigen zu können. Um dem lezteren Verlangen endlich zu genügen, wage ich es Ihnen beyfolgende Kleinigkeit zu senden. Der Inhalt gehört freilich größtentheils den engen Schulwänden an, keinesweges den freyen Lusträumen, in welchen die Poesie sich bewegt. Nur der darin lebhaft ausgesprochene Wunsch, daß die deutsche Poesie und Litteratur den höheren Bildungsanstalten künftig nicht so fern bleiben möge als bisher, mag es einigermaßen entschuldigen, wenn das Schriftchen den Weg zu demjenigen Dichter sucht, zu dem sich sein Verfasser mehr als zu irgend einem der lebenden hingezogen fühlt.

Mit dem Gefühle inniger Verehrung

Dr. Loebell.