III.
Leipzig, d. 4. Sept. 1845.
Hochgeehrter Herr Geheime Rath!
Meinen schönsten Dank für Ihre so eben erhaltnen geehrten Zeilen. Zu den eigentlichen Clavier-Proben ist ja wohl meine Gegenwart nicht mehr nothwendig, da ich mich bei meiner vorigen Reise mit dem Herrn M. D. Elsler sowie mit den Chorsängern über Tempo und Vortrag meiner Chöre bereits ausführlich verständigt habe, und also erst bei den Scenen-Proben, sobald die Musik vollständig memorirt ist, wieder einzutreten wünschen würde. Sollten Sie inzwischen über die Zeit der Aufführung (die nach Ihrer wie nach der Mittheilung des Comités noch immer ganz unbestimmt ist) etwas Näheres erfahren, so würde ich Sie bitten, mir es sogleich durch ein Paar Zeilen mitzutheilen, da ich mindestens 10–12 Tage vor der Aufführung dort sein und ebensoviel Proben halten möchte. Hoffentlich werden ja nicht gerade die Tage zwischen dem 20sten und 30sten d. M. bestimmt werden, die einzige Zeit des ganzen Jahres, in der es mir schwer oder unmöglich wäre, persönlich bei der Aufführung zugegen zu sein.
Mit vollkommenster Hochachtung stets
Ihr ergebenster
Felix Mendelssohn-Bartholdy.