IV.

14. Nov. 1820.

Höchst ungern, mein geliebter Freund, bequemte ich mich gestern nach den Launen meines kleinen Schnupfenfiebers, und entbehrte doppelt, da Sie und Shakespeare mir fehlten. Aber der Kopf war mir so eingenommen, daß ich schon um seiner Unfähigkeit willen mich des Erscheinens für unwerth hielt und mich nun auf den Donnerstag freue. Schon am Sonntag blieb ich zu Hause, und hätte lieber bei Ihnen den Abend zugebracht. Wenn es mir am heutigen nicht wie gestern geht, komme ich vielleicht ein wenig. Vergeben Sie, daß ich die Minnelieder nicht gleich schickte, aber sie lagen noch in einer Bücherkiste, die meine Reisegefährtin war. Mit dem innigsten Gruß

Ihr

Loeben.

N.S. Die Brambilla bekenne ich sogleich, ohne Aufschnitt, zurückgeschickt zu haben. Dagegen erfreuen mich jetzt Griesels Mährchen, seine Undine vor allem, aber wie kommt nur der alberne „Jünglingsgeist“ in das höchst glückliche, selbst undinenartige Büchelchen hinein?