Laube, Heinrich.

Geb. am 18ten Sept. 1806 zu Sprottau.

Als er nachstehende Blätter — (zwei Briefe, und das Bruchstück eines dritten) — an Tieck sendete, lag eine ganze Reihe erzählender Werke: Das junge Europa — Liebesbriefe — Die Schauspielerin — Das Glück — Reisenovellen — Moderne Charakteristiken — Französische Lustschlösser — Die Bandomire — Der Prätendent — Gräfin Chateaubriand &c. schon hinter ihm, und er war, den Monaldeschi beginnend, eben „mit vollen Segeln an die Bühne gegangen.“ Dadurch werden diese Briefe sehr interessant. Sie schildern in frischen Farben die mancherlei Nöthe, ja Kämpfe, welche der Theaterdichter, bevor er festen Fuß auf den Brettern gefaßt, zu überstehen hat. Deshalb auch fügen wir (unter Nr. IV.) ein Schreiben bei, welches nicht an Tieck, sondern an den Dresdener Hoftheater-Intendanten gerichtet, von Ersterem aber, als hierher gehörig, aufbewahrt worden ist.

Wie mag dem dramaturgischen Direktor des k. k. Hofburgtheaters, dem würdigen Nachfolger Schreyvogels, jetzt manchmal zu Muthe sein, wenn aus allen Gauen, wo deutsch gesprochen und geschrieben wird, ihm die Erstlinge dramatischer Muse, begleitet von hoffnungsathmenden, eindringlichen Gesuchen zugehen? Ob er da, und mit welchen Empfindungen, des Heinrich Laube gedenkt, der ähnliche Begleitschreiben seinen Erstlingen mit auf den Weg gab? Sie blieben allerdings nicht lange Erstlinge. Monaldeschi — Rokoko — Die Bernsteinhexe — Struensee — Gottsched und Gellert — Die Karlsschüler — Prinz Friedrich — reichten eines dem andern die Hand. Und wenn gleich Laube, seitdem er selbst Lenker des Burgtheaters ist, seine Gewalt meistens gebraucht, Anderer Versuche fördernd zu stützen, so zeigte er doch durch Essex — Montrose — u. s. w., daß er von Arbeiten überhäuft, eigene Produktionskraft als Dichter zu bewahren versteht. Das ist viel, doch läßt es sich mit seinem Amte als vereinbar erklären. Wie es ihm jedoch möglich wurde, an letzteres solch’ beispiellosen, bis in die kleinsten Details der Scenenproben reichenden Fleiß zu setzen, und daneben einen umfassenden historischen Roman: „Der dreißigjährige Krieg“ zu schreiben... das ist sein Geheimniß.