XI.

Sonnabend.

Ich komme, mein theurer Freund, wie ich versprach um von Ihnen Abschied zu nehmen. Ich reise morgen oder übermorgen nach der ewigen Babel nicht über Weimar, wo die Sphinxe am Wege liegen, sondern über Hannover, wo man uns beide hängen möchte. „Du hast doch niemand von die verfluchte Landstände vor Dich gelassen?“ So reden sich — — an. Ich bitte, daß Sie mir erlauben, nach 2 Uhr Sie bei erneuertem Sonnenlichte (auch eine Naturbegebenheit!) heute zu besuchen. Auf den Fall, daß der junge Mann aus der Caserne von Kaiser Franz, den Sie so freundlich empfangen (ohne Rache für die Langeweile des Überlangen Onkelgeschlechts) Ihnen das Gedicht, in dem er das Weltall und mich hat verherrlichen wollen, nicht vor seiner abermaligen gestrigen Abreise hat zu senden gewagt, biete ich Ihnen ein Exemplar dar. Härten der Sprache, fast gesuchte, und Schwierigkeit der Construction (der Relativa) abgerechnet ist doch nicht gewöhnliche dichterische Ader in so einem preußischen Exercierlieutenant! Werfen Sie doch auch einen Blick auf die ganz geognostische Mythe des Aufsteigens des Vulcans von Ischia.

Mit alter Verehrung und Anhänglichkeit

Ihr

A. v. Humboldt.