XV.

Halle, d. 21. September 1839.

Diese flüchtigen Zeilen, mein hochverehrter Gönner und Freund, werden an Sie aus den Händen Düsseldorfer Freunde — einer Familie von Sybel — gelangen, welche sich sehr beglückt fühlen würden, wenn mein Wort es ihnen vermittelte, sich Ihnen und Ihrem gastlichen Hause nahen zu dürfen, was schon lange ihr inniger Wunsch war. Sie bringen Ihnen meine herzlichsten Grüße, denen ich selbst vermuthlich bald nachfolgen werde. Ich denke nämlich nach meiner Verheirathung, welche am 2ten October seyn wird, mit meiner jungen Frau auf einige Tage nach Dresden zu kommen. Wie ich mich freue, Sie wiederzusehen, kann ich nicht sagen, da ich über Tausend und mehrere Dinge mit Ihnen reden möchte.

Ich habe Ihnen einen gedruckten Brief vor dem Publico geschrieben. Hoffentlich war es Ihnen nicht unlieb. Ich kann sagen, es war eine glückliche Stunde, als ich Ihnen so unumwunden meinen Dank und meine Verehrung öffentlich aussprechen durfte. Baron Friesen, den ich in Leipzig sprach, sagte mir, die letzten Theile des Münchhausen seien Ihnen auch lieb geworden. Das erfreut mich außerordentlich, denn als ich das Buch zu schreiben anfing, hatte ich noch keinen Begriff davon, daß ich so etwas auch machen könnte.

Mit bekannter treuer Anhänglichkeit

Ihr

Immermann.