V.

Berlin d. 13ten Oct. 12.

Seit dem 7t. bin ich hier, mein Lieber, und hoffe täglich etwas von Dir und Deiner Herüberkunft zu hören, aber leider bis heute vergeblich. Ladet Dich nicht der schöne Herbst? C. und M. wünschen auch sehr Dich hier zu sehen, wenn sie gleich bedauern, Dich während meines Hierseyns nicht logiren zu können. Auch für mich haben sie sich erst von ihrer franz. Einquartirung, die sie 4 Monathe hatten, befreien müssen. Malchen meynte aber, Du würdest wohl bei Reimers wohnen können, und so wäre ja denn auch weiter kein Hindernis im Wege. Komme ja bald und richte Dich so ein, daß wir um die Mitte Novemb. zusammen nach Ziebingen reisen können. Burgsdorf ist ja nun auch wohl wieder zu Hause? Kommt er nicht her? Bis auf wie weit könnt’ ich von Ziebingen wohl ein gutes Fuhrwerk nach Breslau hin haben? ich möchte auf Liegnitz, oder vielmehr auf Kaltwasser, nah bei Liegnitz gehn, welches zwei Brüder von meinem Raumer gepachtet haben. Doch davon, wie von allem andern, besser mündlich. Hier ist alles wohl, mir geht es auch leidlich; in A.’s Hause sehr wohl, nur zu viel in Gesellschaft. Aus Bresl. und auch von Wilh. aus Burgos vom 15t. Aug. haben wir gute Nachricht. Gieb solche auch bald von Dir und Deinen Lieben, m. l. Freund, und empfiel mich allen aufs beste.

C. und M. grüßen Dich und M. herzl.

Dein

Reichardt.