XIV.
B., d. 8. Aug. 1801.
Liebster Tieck!
Du erhältst hier das kleine Gedicht von Fichte in Abschrift.
Ferner hat Mnioch mir eine per Johann Ballhorn verbesserte Abschrift seiner Hellenik und Romantik zugeschickt. Zugleich entdeckten wir, daß er sie in eine Sammlung, betitelt: Analekten über Kunst und Religion, wofür Schütze einen Verleger suchen soll, mit aufgenommen hat. (Auch die Dir zugeschickten Reimspiele stehen darin.)
Da dies nun keine Manier ist, so hat ihm Schütze in meinem Namen geschrieben, wenn wir das Stück in den Almanach nehmen sollten, so müßten wir sicher sein, daß es wenigstens in einem Jahre noch nicht anderswo abgedruckt erschiene. Ferner wären wir in jedem Fall für die erste Edition.
Die Verbesserung per Johann Ballhorn besteht in zwei ungeheuer langen zugesetzten Partien: „Bilder des Lebens;“ in schlecht erzählten und eigentlich abgeschmackten Geschichten. Ich hätte Dir die neue Abschrift zugeschickt: allein es finden sich darin in den ursprünglichen Partieen veränderte Lesearten, die in den Text wohl allerdings aufzunehmen sind, und ich hatte keine Zeit und fand es zu weitläuftig, alles kopiren zu lassen.
Ich habe Dir eine Menge Sachen, den Almanach betreffend, anheim gestellt, da Du aber gar keine Antwort von Dir hören läßt, so werde ich so frei sein, Deine Genehmigung meiner Vorschläge zu fingiren, da nun keine Zeitversäumniß mehr gilt.
Du hast wichtige Gedichte über die Religionen versprochen, und ich weiß nicht, was sonst noch alles, und lieferst nun gar nichts. Schreibe und schicke, aber nach Jena, da ich in diesem Augenblicke dahin abgehe. Leb wohl, viele Grüße.
Dein
A. W. Schlegel.
Schreib und schick baldigst, sonst hilft es nichts, der Druck ist in vollem Gange.