Drittes Kapitel.

(Ort der Handlung: das Atelier.)

»O John, Freund meiner Knabenjahre! Ich bin der unseligste der Menschen.«

»Ein Einfaltspinsel bist du!«

»Nichts bleibt mir, das ich lieben könnte, als meine Statue der Amerika – und ach! selbst sie zeigt kein Mitgefühl für mich in ihren kalten Gesichtszügen – so schön und so herzlos!«

»Du bist ein Narr!«

»O John!«

»O Unsinn! – Hast du nicht gesagt, du hättest sechs Monate Zeit, um das Geld zusammen zu bringen?«

»Spotte nicht meiner Qual, John. Wenn ich sechs Jahrhunderte hätte, was würde es mir nützen? Was könnte es einem armen Schlucker ohne Namen, ohne Kapital, ohne Freunde helfen?«

»Hasenfuß, Kindskopf, Feigling, der du bist! Sechs Monate, um die Summe herbeizuschaffen, und fünf sind genug!«

»Bist du von Sinnen?«

»Sechs Monate – Zeit die Fülle! überlasse mir's – ich verschaffe sie dir.« –

»Was sprichst du, John? Wie in aller Welt willst du eine so ungeheure Summe für mich auftreiben?« –

»Das laß meine Sorge sein, du darfst dich gar nicht hineinmischen! Willst du die ganze Sache in meine Hände legen? Willst du geloben, dich allem zu unterwerfen, was ich thue? Willst du mir schwören, alle meine Handlungen gut zu heißen?«

»Mir schwindelt – es wird mir schwarz vor den Augen – aber – ich schwöre!«

Hierauf ergreift John einen Hammer und schlägt der Amerika mit der größten Ruhe die Nase ab. Er holt noch einmal aus und zwei ihrer Finger liegen auf dem Boden; noch ein Streich und von dem einen Ohr fliegt ein Stück ab; noch einer und eine Reihe Zehen sind zertrümmert und abgehauen; ein letzter Hammerschlag und das linke Bein, vom Knie abwärts, liegt als Trümmerhaufen da.

John nimmt seinen Hut und geht.


George starrt dreißig Sekunden lang sprachlos auf die verstümmelte Greuelgestalt, die vor ihm steht, dann wälzt er sich in Krämpfen am Boden.

Bald darauf kehrt John mit einem Wagen zurück, ladet den Künstler mit dem gebrochenen Herzen, sowie die Statue mit dem gebrochenen Bein auf und fährt in aller Gemütsruhe leise pfeifend davon. Den Künstler schafft er nach dessen Wohnung, fährt mit der Statue weiter und verschwindet mit ihr die Via Quirinalis hinunter.