10.

Ueber dies treffliche Kapitel ist nichts weiter zu sagen, als daß es einen Zustand der Welt voraussetzt, der nicht mehr existirt. Sobald Heere von Hunderttausenden auf dem Kriegstheater erscheinen und die Uebermacht entscheidet, kann nicht mehr von der Vertheidigung kleiner Herrschaften die Rede sein. Damals bedeutete jeder einzelne Fürst, der eine Stadt besaß, und jede kleine Republik etwas, sobald Verstand da war, die geringen Kräfte zu gebrauchen und unter der großen Menge der Nachbarn durch geschickte Unterhandlungen Hilfe zu suchen. In solchen Zeiten haben alle Kräfte des Verstandes und des Gemüthes Gelegenheit zu freier Entwicklung. In Perioden aber, wo eine übermächtige Gewalt Alles besiegt und unterjocht, kommt nichts [pg 138]auf, was Interesse zu erregen verdiente. Die Nachwelt aber übt Gerechtigkeit aus: sie mag nichts von den Thaten dessen hören, der doch wähnte, sie werde sich ganz allein mit ihm beschäftigen!