21. Auftritt

Schwochnew, Krugel, Icharew.

Icharew. Natürlich wäre es besser, das Geld möglichst bald zu bekommen.

Schwochnew. Und wie dringend nötig wir es haben, wie dringend nötig!

Krugel. Ach, wenn er ihn nur herumkriegen könnte.

Icharew. Wie, sind denn etwa Ihre Angelegenheiten ...

22. Auftritt

Dieselben und Uteschitelny.

Uteschitelny (tritt ein, verzweifelt). Zum Teufel, früher als in vier Tagen kann er es keinesfalls machen, ich möchte mir den Kopf an der Wand zerschellen.

Icharew. Warum hast du denn nur solche Eile, kannst du denn nicht noch vier Tage warten?

Schwochnew. Das ist es ja, Liebster, das ist für uns viel zu wichtig.

Uteschitelny. Warten? Weißt du denn, daß man uns stündlich in Nischni-Nowgorod erwartet? Wir haben es dir noch nicht erzählt. Schon vor vier Tagen haben wir die Meldung bekommen, wir müßten eiligst dahin und sollten unter allen Umständen etwas Geld mitbringen. Ein Kaufmann hat da für sechshunderttausend Rubel Eisen mitgebracht. Dienstag ist die endgültige Abmachung, und das Geld wird ihm bar ausgezahlt; und gestern ist ein anderer mit Flachs für eine halbe Million angekommen.

Icharew. Nun, was ist denn dabei?

Uteschitelny. Wieso, was ist denn dabei? Die Alten sind doch zu Hause geblieben, und haben an ihrer Stelle ihre Söhne hingeschickt.

Icharew. Ob aber die Söhne auch ganz bestimmt spielen werden?

Uteschitelny. Aber wo lebst du bloß? Etwa in China? Weißt du denn nicht, wie diese Kaufmannssöhnchen sind? Der Kaufmann erzieht ja seinen Sohn derart, daß er entweder gar nichts weiß, oder nur das weiß, was ein Adliger und nicht was ein Kaufmann zu wissen braucht. Natürlich ist auch das Söhnchen danach: spaziert am Arm mit Offizieren, und bummelt herum. Das ist für uns die einträglichste Kundschaft, mein Liebster. Diese Schafsköpfe wissen nicht, daß sie für jeden Rubel, den sie uns abschwindeln, tausend bezahlen. Jawohl, das ist unser Glück, daß der Kaufmann nur daran denkt, seine Töchter mit einem General zu verheiraten und dem Sohne Rang und Titel zu verschaffen.

Icharew. Und sind das auch sichere Sachen?

Uteschitelny. Ob es sichere Sachen sind! Man würde uns doch nicht benachrichtigt haben. Es ist fast alles in unsern Händen, jede Minute ist jetzt teuer.

Icharew. Ach, zum Teufel, was sitzen wir denn hier. Meine Herren, wir haben ja abgemacht, gemeinschaftlich zu arbeiten.

Uteschitelny. Gewiß, das ist auch unser Vorteil. Hör mal, was mir eingefallen ist. Du brauchst ja vorläufig nicht zu eilen. Du hast jetzt achtzigtausend in barem Geld. Gib uns das Geld und nimm Glows Wechsel von uns, du bekommst sicher hundertfünfzigtausend, also das Doppelte, und uns würdest du noch gar einen Dienst erweisen. Denn wir brauchen jetzt das Geld so sehr, das wir mit Freuden das Dreifache für jede Kopeke zu zahlen bereit sind.

Icharew. Sehr gern, warum nicht: um Ihnen zu beweisen, daß die Freundschaft ... (Geht an die Kassette und nimmt einen Haufen Geldscheine hervor.) Hier habt ihr achtzigtausend.

Uteschitelny. Und hier hast du die Wechsel. Jetzt eile ich gleich zu Glow, ich will ihn herbeiholen und alle Formalitäten erledigen. Krugel, bring das Geld auf mein Zimmer. Hier hast du den Schlüssel zu meiner Kassette. (Krugel ab.) Ach, wenn wir es einrichten könnten, daß wir heute abend abreisen können! (Ab.)

Icharew. Natürlich, natürlich, hier ist keine Minute zu verlieren.

Schwochnew. Und dir rate ich auch, hier nicht noch lange sitzen zu bleiben. Sowie du das Geld bekommen hast, komme sofort zu uns. Mit den zweihunderttausend — weißt du, was man damit machen kann? Man kann einfach den ganzen Jahrmarkt in die Luft sprengen ... Ach, ich habe ganz vergessen, dem Krugel etwas Wichtiges zu sagen. Warte nur, ich komme gleich zurück. (Schnell ab.)